Testbericht

Huawei Ascend P2 im Test

Stark im Labor, stark in der Hand - mit präziser Technik landet das Huawei Ascend P2 im Test einen Volltreffer.

  1. Huawei Ascend P2 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Huawei Ascend P2

© Huawei

Huawei Ascend P2

Pro

  • solide Gehäuseverarbeitung
  • komfortable Einhandbedienung
  • mobiles Turbo-Internet per LTE
  • hochauflösendes 4,7-Zoll-Display
  • gute Rechenleistung
  • bärenstarke Akkulaufzeiten
  • sehr gute Funkeigenschaften
  • clever reduzierte Nutzeroberfläche
  • gute 13-MP-Kamera

Contra

  • Speicher nicht erweiterbar
  • Anfassqualität nicht auf Topniveau
  • Akku fest verbaut
74,0%

Mit dem Ascend P2 rückt Huawei den etablierten Größen in der High-End-Klasse ganz schön dicht auf die Pelle. Mit starken Laborwerten, scharfem Display und einem mutigen Bedienkonzept landet es mehrere Volltreffer - muss beim Speicher und Kunststoffgehäuse aber auch ein paar Tiefschläge einstecken.

Am Ende hat es beeindruckende 421 Punkte gesammelt und das "Sehr gut" nur knapp verpasst - ein Riesenerfolg und klares Signal an die etablierte Konkurrenz.

Verarbeitung und Anmutung: Noch Luft nach oben

Woran Huawei auf jeden Fall noch arbeiten sollte, ist die Haptik. Zwar ist das verwendete Kunststoffgehäuse gut und sauber verarbeitet, es quietscht oder knarzt rein gar nichts. Um als Premiummodell die Herzen zu erobern, dürfte es aber gerne etwas Wertigeres sein - auch wenn oder gerade weil Marktführer Samsung ebenfalls auf Plastik setzt. Das heißt nicht, dass das P2 billig wirkt, doch vom Look-and-feel eines in Aluminium gekleideten HTC One ist es weit entfernt.

Die Designsprache darf Huawei aber gerne beibehalten: Das P2 ist nicht nur schön flach und leicht, sondern auch erfreulich griffig und problemlos mit einer Hand zu bedienen.

Bildergalerie

Huawei Ascend P2 - User Interface
Galerie
Smartphone

Wir zeigen das Huawei Ascend P2.

Ausstattung: Speicher ist ein knappes Gut

Sollte Huawei sich beim nächsten Topmodell zu einem Material- und/oder Design-Relaunch entschließen, hier noch eine Bitte von uns: Unbedingt an den Speicher denken! Dass der interne Speicher beim P2 nicht erweiterbar ist, ist per se zwar kein K.o.-Kriterium.

Die knapp 11 GB, die unser Testgerät zur freien Verfügung anbietet, sind aber vergleichsweise knapp bemessen. Wer viele Apps und aufwendige Spiele installieren und das Smartphone auch noch als Musikplayer nutzen möchte, dürfte relativ schnell an natürliche Grenzen stoßen. Um Frust zu vermeiden daher ganz wichtig: Bitte vor dem Kauf überlegen, ob der Platz für das eigene Nutzungsverhalten ausreicht.

Display: Reaktionsfreudiger Touchscreen

Stehen mobiles Surfen, soziale Netzwerke und E-Mails im Fokus, hat das P2 einige Argumente für sich, beispielsweise und in erster Linie das Display. Mit einer Diagonalen von 4,7 Zoll ist es schön groß und bietet reichlich Platz für Webseiten und E-Mail-Clients, selbst kleinere Eingabefelder in Onlineformularen lassen sich problemlos ansteuern. Dafür sorgt auch der sehr zuverlässige Touchscreen, der jede Fingerberührung exakt so umsetzt, wie sie beabsichtigt war.

Weiterhin punktet die schön helle TFT-Anzeige mit natürlicher Farbwiedergabe und gutem Kontrast; Schriften im Internet oder in Menüs sind sehr scharf gezeichnet, Bilder und Videos kommen sehr schön zur Geltung. Dass Huawei hier "nur" auf HD (720 x 1280 Pixel) und nicht wie die meisten High-End-Modelle auf Full-HD (1080 x 1920 Pixel) setzt, ist überhaupt kein Problem - einzelne Bildpunkte sind auch beim Ascend P2 nicht einmal im Ansatz zu erkennen.

Huawei Ascend P2

© Huawei

Schicke Optik, die Anmutung könnte hochwertiger sein.

Labormessungen: Dickes Lob

Das A und O beim mobilen Surfspaß ist aber eine stabile Verbindung zur Funkzelle. Und hier lässt Huawei sein Know-how aus der Netzwerktechnik sehr erfolgreich einfließen. Der Datenturbo LTE ist integriert. Die Funkeigenschaften erweisen sich insgesamt als sehr gut:

In unserem Labor hat das P2 bei den Sende- und Empfangsmessungen in den UMTS-Netzen gute 23 von 30 Punkten erreicht - mehr als das Galaxy S4 und das HTC One (beide 20 Punkte) und fast so viele wie das Xperia Z (24 Punkte). In der Disziplin, in der nahezu alle aktuellen Topmodelle schwächeln - bei den GSM-Netzen - erreicht das P2 mit 29 von 30 Punkten sogar die Bestmarke.

UMTS ist zwar die wichtigere Kenngröße, in schlecht versorgten Gebieten außerhalb der Stadt ist GSM aber weiterhin entscheidend. Verbindungsabbrüche muss man also kaum befürchten, weder beim Surfen noch beim Telefonieren.

Einzig die Akustik in Senderichtung könnte etwas natürlicher klingen. Unterm Strich steht bei den Messwerten ein hochverdientes "Sehr gut". Noch besser ist die Akkuleistung: Über 6:30 Stunden Laufzeit im typischen Nutzungsmix - wir sind begeistert und geben volle Punktzahl.

Bedienung: Gegen den Mainstream

Herzstück des P2 ist der Huawei-eigene Prozessor K3V2, der mit vier Kernen je 1,5 GHz taktet. Im Test lief alles stets flüssig, hier steht Huawei den Big Playern in nichts nach; einzig die Kamera-App startet mit etwas Verzögerung. Dafür macht die 13-Megapixel-Kamera schöne Fotos mit natürlichen Farben. Bei der Bedienoberfläche geht Huawei ebenfalls eigene Wege und schafft das klassische App-Menü ab.

Alle installierten Anwendungen liegen auf bis zu neun Homescreens auf einer Ebene mit Ordnern und Widgets - was sicher Geschmackssache ist. Reduziert ist auch das Einstellungsmenü.

Fazit: Starke Alternative

Das Ascend P2 ist ein Smartphone für Rebellen und Individualisten. Huawei ist alles andere als Mainstream, bietet aber so ziemlich alles, was es auch bei Samsung und Co gibt - plus die besseren Funkeigenschaften. Wer auf massenkompatibles Marken-Image pfeift, bekommt hier eine starke Alternative.

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