Business-Smartphone mit Dual-Kamera

Huawei Mate 9 im Test: Die Maschine für alles

Das Huawei Mate 9 verbindet klassische Business-Tugenden wie eine lange Akku-Laufzeit mit einer herausragenden Foto-Qualität. Vorhang auf für die zweite Generation der Dual-Kamera von Leica.

Huawei Mate 9

© connect

Huawei Mate 9

EUR 699,00

Pro

  • elegantes und sehr gut verarbeitetes Aluminium-Gehäuse
  • kompakte Bauweise trotz 5,9-Zoll-Display
  • einzigartige Doppelkamera von Leica mit Top-Bildqualität
  • intuitive Benutzeroberfläche mit zahlreichen Extras
  • herausragende Akkulaufzeit
  • sehr gute Funkeigenschaften

Contra

  • Gehäuse nicht wasserdicht
  • Display ohne QHD-Auflösung

Fazit

connect-Urteil: sehr gut (435 von 500 Punkten)
87,0%

Die Mate-Serie von Huawei wurde ursprünglich für den geschäftlichen Einsatz konzipiert und genießt in der Branche wegen der langen Akkulaufzeit einen fast schon legendären Ruf. Das Mate 7 und das Mate 8 gehören zu den ausdauerndsten Smartphones, die jemals im connect-Labor gemessen wurden.

Auch der Nachfolger Mate 9, der Mitte November in den Handel kam, macht hier keine Ausnahme, im Gegenteil: Mit seinem 4000-mAh-Akku - eine Kapazität weit über dem Smartphone-Durchschnitt -, erreicht der 5,9-Zöller eine Laufzeit von phänomenalen 11:13 Stunden. Es gibt mit dem Asus Zenfone Max (12:58 Stunden) und dem LG X Power (11:51 Stunden) nur zwei Smartphones, die noch länger durchhalten. Beide bieten aber nur eine einfache Ausstattung - in der Oberklasse ist das Huawei-Modell einsamer Spitzenreiter. 

Zwei Tage ohne Steckdose sind also problemlos möglich, und wenn ein Boxenstop nötig ist, dann geht er erfreulich schnell über die Bühne: Dank Huaweis patentierter Schnellladetechnologie Super Charge ist der Akku bereits nach einer Stunde wieder von 0 auf 80 Prozent aufgeladen. Die Chinesen erklären, dass sie mit ihrer Lösung sogar noch einen Tick schneller sind als das Qualcomm-Pendant Quick Charge 3.0. Interessante Beobachtung in diesem Kontext: Trotz des hohen Ladetempos wird das Mate 9 nicht warm, wenn es an der Steckdose hängt.

Huawei Mate 9

© connect

Das Design hat Huawei fast unverändert vom Vorgänger Mate 8 übernommen, hier rechts im Bild.

In der Schwergewichtsklasse

Das schnörkellose Aluminium-Design hat Huawei praktisch unverändert vom Mate 8 übernommen, einzig der Bereich um die Kameralinse wurde verändert - hier ziert jetzt die charakteristische Leica-Doppeloptik den ansonsten glatten Aluminiumrücken. Haptik und Verarbeitung sind von allerhöchster Qualität. Eine IP-Zertifizierung fehlt allerdings, im Ge?gensatz zu Apple und Samsung baut Huawei nicht wasserdicht. Die Ränder neben dem Display fallen wieder sehr schmal aus, sodass das Smartphone trotz des großen 5,9-Zoll-Bildschirms recht kompakt wirkt. 

Wie hart an der Kante Huawei baut, macht der Vergleich mit dem iPhone 7 Plus deutlich, das trotz kleinerem Display (5,5 Zoll) mit 158 x 77 x 8 Millimeter in etwa genauso groß ist (Mate 9: 157 x 79 x 8 Millimeter). Beide Geräte spielen zwar in der Schwergewichtsklasse, bleiben mit 188 Gramm (iPhone) beziehungsweise 190 Gramm (Mate 9) aber noch unter der 200-Gramm-Marke.

Das LC-Display ist mit 598 Candela sehr leuchtstark, dazu gesellen sich ein guter Kontrastumfang und hohe Blickwinkelstabilität. Wie Apple hält Huawei beim Mate 9 an einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln fest, während die Konkurrenz bereits bei QHD (2560 x 1440 Pixel) angekommen ist. Den Verzicht sieht man dem Display allerdings nicht an, die Darstellung ist mit 373 ppi sehr scharf. Für VR-Inhalte, wie sie Googles neue VR-Plattform Daydream in Verbindung mit einer entsprechenden Brille bereitstellt, ist das Mate 9 allerdings nur bedingt geeignet. Huawei begründet die Entscheidung mit dem Fokus auf eine lange Akkulaufzeit. Ein QHD-Display wäre zwar technisch möglich gewesen, hätte aber mehr Energie verbraucht und damit die Ausdauer verkürzt, erklärte man uns. 

Da die Mate-Serie einen Business-Schwerpunkt hat, war man nicht bereit, diesen Kompromiss einzugehen. Dazu passt auch die Soundausstattung: Ein UKW-Radio sucht man vergeblich und nach wie vor fehlt ein Equalizer. Immerhin ist für Stereoklang gesorgt, dabei arbeitet der untere Lautsprecher als Tieftöner, während der Telefonspeaker über dem Display für die hohen Töne zuständig ist. Der Klang ist in Ordnung, aber für Audiophile ist das Mate 9 nicht erste Wahl. 

Huawei Mate 9

© Huawei

Der Rahmen um das 5,9-Zoll-Display fällt beim Mate 9 erfreulich schmal aus.

Power-Prozessor und starke Kamera

Aber das Mate 9 ist nicht nur fürs Geschäftsleben gemacht. Anders als viele Smartphones, die primär an berufliche Anforderungen angepasst sind, überzeugt das Mate 9 auch als Spielgerät und Kamera-Ersatz. Das liegt unter anderem am neuen Star der hauseigenen Prozessorschmiede HiSilicon: Der Achtkern-Chip Kirin 960 taktet mit 2,4 GHz und kann auf üppige 4 GB Arbeitsspeicher zugreifen - es gibt derzeit keine App, die diese starke Kombination in die Knie zwingen könnte.

Der 960er stellt gleich in zweifacher Hinsicht neue Rekorde auf: Erstmals wird die moderne ARM-Architektur A73 genutzt, erstmals kommt die Achtkern-GPU Mali G71 zum Einsatz. Wenn Produktmanager Michael Seitz das Mate 9 zum "performantesten Smartphone in unserem Portfolio" erklärt, wird ihm niemand widersprechen. Auf dem Gerät werden auch Spiele wie geschmiert laufen, die die neue Grafik-Engine Vulkan unterstützen. Die führt Google mit Android 7.0 Nougat ein, das auf dem Mate 9 installiert ist - es gehört zu den? ersten Modellen überhaupt, die mit der jüngsten Version des Google-Systems laufen. Da­rüber legt Huawei wie üblich seine Nutzeroberfläche EMUI 5.0, die mit den azurblauen Farben und den überarbeiteten Symbolen einen neuen Anstrich bekommen hat. 

Wie gewohnt sind einige Extras enthalten, die Android nativ nicht bietet, unter anderem die clevere Einbindung des rückseitigen Fingerabdrucksensors in die Smartphone-Bedienung. Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle aber ein neues Speichermanagement, mit dem das Datei-System nach Aussage von Huawei auch nach längerer Benutzung nicht langsamer wird; wobei der Speicherzugriff dank Unterstützung des neuen Flash-Standards UFS 2.1 ohnehin sehr schnell ist. Intern stehen 50 GB zur Verfügung, wer mehr braucht, kann per Micro-SD nachrüsten. Das Mate 9 wird als Single-SIM- und als Dual-SIM-Variante verkauft. Letztere ist mit einem hybriden Steckplatz ausgestattet, der entweder eine zweite SIM oder eine Micro-SD schluckt.

Bildergalerie

Huawei Mate 9
Galerie
Smartphone mit Dual-Kamera

In der Bildergalerie zeigen wir das Huawei P9 mit Doppelkamera und vergleichen es mit dem Vorgänger Mate 8 und dem iPhone 7 Plus.

Das absolute Highlight des Mate 9 ist aber die Kamera. Es handelt sich um die zweite Generation der zusammen mit Leica entwickelten Dual-Optik, die nun mit unterschiedlicher Auflösung knipst: Während der Farbsensor weiter mit 12 Megapixeln arbeitet, wurde der Monochrom-Sensor auf 20 Megapixel aufgebohrt. Die höhere Pixelzahl ermöglicht unter anderem einen digitalen Zoom, der Motive nahezu verlustfrei zweifach vergrößert. Auch der Autofokus und die Bild­signalverarbeitung wurden optimiert, sodass der Bokeh-Effekt, bei dem das Motiv scharf dargestellt wird, während der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt, noch überzeugender von der Doppellinse simuliert wird. 

Der Farbsensor wird außerdem von einem optischen Bildstabilisator unterstützt, was vor allem bei Videoaufnahmen Verwackler besser ausgleicht. Videos fertigt das Mate 9 in ultrascharfer 4K-Auflösung - dabei werden die Dateien dank dem Komprimierungsstandard HEVK nicht viel größer als ein Full-HD-Video. Die Qualität der Fotos und Videos ist hervorragend, auch bei schlechten Lichtverhältnissen enttäuscht das Mate 9 nicht. In puncto Kamera gibt es, auch mit Blick auf die zahlreichen Modi und Einstellungsmöglichkeiten, derzeit kaum ein besseres Smartphone.

Fazit: Starke Alternative zum Note 7

Die Funkeigenschaften sind durch die Bank sehr gut und auch die Sprachqualität genügt hohen Ansprüchen. Huawei will in ein paar Jahren Samsung als Weltmarktführer ablösen und das Mate 9 zeigt, dass dieser ambitionierte Plan aufgehen könnte. Mit extralanger Akkulaufzeit, starkem Prozessor und über­zeugendem Kamera-Doppel schiebt sich der 6-Zöller vor die S7-Modelle auf den ersten Platz in unserer Bestenliste. Seit November ist das Mate 9 für 699 Euro erhältlich und wir sind sicher, dass es sich gut verkaufen wird.

Huawei Mate 9 Porsche Design

© Huawei

Huawei Mate 9 Porsche Design

Huawei Mate 9 Porsche Design

 

Bei der Präsentation des Mate 9 in München fuhr der Chef von Huaweis Smartphone-Sparte, Richard Yu, mit einem Porsche 911 auf die Bühne, um ein besonderes Schwestermodell zu präsentieren: Das Mate 9 Porsche Design ist mit 1400 Euro nicht nur doppelt so teuer, es wurde auch technisch und optisch deutlich aufgemotzt. Schriftzug und Logo von Porsche Design zieren ein schwarzes Aluminiumgehäuse, das handlicher ist als das Original, weil das Display von 5,9 auf 5,5 Zoll geschrumpft ist. Die Auflösung hat Huawei von Full-HD auf QHD (2560 x 1440 Pixel) hochgeschraubt, die Darstellung ist knackscharf. 

 

Die Ränder des OLEDs sind wie bei den Edge-Modellen von Samsung abgerundet, allerdings fällt die Krümmung nicht so stark aus. Auch an anderer Stelle wird geklotzt und nicht gekleckert: Der Arbeitsspeicher wächst von 4 auf 6 GB, der Nutzerspeicher von 64 auf 256 GB. Der Fingerabdrucksensor wandert von der Rückseite auf die Front unter das Display. Seit Dezember ist das Luxus-Modell in den Porsche-Design-Stores erhältlich. Dass die Auf­lage limitiert ist, überrascht kaum, denn Huawei geht es hier nicht um Stückzahlen, sondern um die Aufwertung der eigenen Marke. Mit dem klangvollen Namen Porsche im Rücken können die Chinesen weiter ins Premium-Segment vorstoßen.

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