Smartphone mit Dual-Kamera

Huawei Mate 9 im ersten Test: Die Maschine für alles

Das Huawei Mate 9 verbindet klassische Business-Tugenden wie eine lange Akku-Laufzeit mit einer herausragenden Foto-Qualität. Vorhang auf für die zweite Generation der Dual-Kamera von Leica.

Huawei Mate 9

© connect

Huawei Mate 9

EUR 699,00

Pro

  • elegantes und sehr gut verarbeitetes Aluminium-Gehäuse
  • kompakte Bauweise trotz 5,9-Zoll-Display
  • Doppelkamera von Leica
  • intuitive Benutzeroberfläche mit zahlreichen Extras

Contra

  • Gehäuse nicht wasserdicht
  • Display ohne QHD-Auflösung
  • keine Stereo-Lautsprecher

Fazit

connect-Urteil: sehr gut
90,8%

Die Mate-Serie von Huawei wurde ursprünglich für den geschäftlichen Einsatz konzipiert und genießt in der Branche wegen der langen Akkulaufzeit einen fast schon legendären Ruf. Das Mate 7 und das Mate 8 gehören zu den ausdauerndsten Smartphones, die jemals im connect-Labor gemessen wurden und auch der Nachfolger Mate 9, der Mitte November in den Handel kommen soll, wird hier keine Ausnahme machen, die Chinesen spendieren dem 5,9-Zöller schließlich wieder einen Akku, dessen Kapazität mit 4000 mAh weit über dem Smartphone-Durchschnitt liegt.

Und dank Huaweis patentierter Schnellladetechnologie Super Charge ist der Akku bereits nach einer Stunde wieder von 0 auf 80 Prozent aufgeladen. Die Chinesen erklären, dass sie mit ihrer Lösung sogar schneller sind als das Pendant Quick Charge 3.0 von Qualcomm. Interessante Beobachtung in diesem Kontext: Trotz des hohen Ladetempos wird das Mate 9 nicht warm, wenn es an der Steckdose ist.

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In der Schwergewichtsklasse

Das Design hat Huawei praktisch unverändert vom Vorgänger übernommen, einzig der Bereich um die Kameralinse wurde verändert - hier ziert jetzt die charakteristische Leica-Doppeloptik den ansonsten glatten und schnörkellosen Aluminiumrücken. Die Ränder neben dem Display fallen wieder sehr schmal aus, sodass das Smartphone trotz gewaltigem 5,9 Zoll-Display recht kompakt wirkt. Wie hart an der Kante Huawei baut, macht der Vergleich mit dem iPhone 7 Plus deutlich, das trotz kleinerem Display (5,5 Zoll) mit 158 x 77 x 8 Millimeter in etwa genauso groß ist (Mate 9: 157 x 79 x 8 Millimeter). Beide Geräte spielen zwar in der Schwergewichtsklasse, bleiben mit 188 Gramm (iPhone) beziehungsweise 190 Gramm (Mate 9) aber deutlich unter der 200-Gramm-Marke.

Huawei Mate 9

© connect

Das Design hat Huawei fast unverändert vom Vorgänger Mate 8 übernommen, hier rechts im Bild.

Zwei Dinge möchten wir an dieser Stelle kritisieren: Zum einen wirkt das glatte Design etwas uninspiriert und austauschbar, zum anderen zeigt das leuchtstarke Display nur 1920 x 1080 Pixel, während die Konkurrenz bereits bei 2K angekommen ist.  Letzteres begründet Huawei mit dem Fokus auf eine lange Akkulaufzeit. Ein 2K-Display wäre zwar technisch möglich gewesen, hätte aber mehr Energie verbraucht und damit die Laufzeit verkürzt. Da die Mate-Serie einen Business-Schwerpunkt hat, wollte man diesen Kompromiss nicht eingehen.

Power-Prozessor und starke Kamera

Aber das Mate 9 ist nicht nur fürs Business gemacht. Während man bei vielen Smartphones, die primär an berufliche Anforderungen angepasst wurden, an anderer Stelle Abstriche machen muss, überzeugt das Mate 9 auch als Multimedia-Maschine und Kamera-Smartphone. Das liegt unter anderem am neuen Star der hauseigenen Prozessor-Schmiede HiSilicon: Der Achtkern-Prozessor Kirin 960 taktet mit 2,5 GHz und kann auf üppige 4 GB Arbeitsspeicher zugreifen - es gibt derzeit keine App, die diese starke Kombination in die Knie zwingen könnte.

Der 960er stellt gleich in zweifacher Hinsicht neue Rekorde auf. Erstmals wird die moderne ARM-Architektur A73 genutzt, erstmals kommt die Achtkern-GPU Mali G71 zum Einsatz. Wenn Huawei-Produkt-Manager Michael Seitz das Mate 9 zum "performantesten Smartphone in unserem Portfolio" erklärt, wird ihm daher niemand widersprechen.

Auf dem Smartphone werden auch Spiele butterweich laufen, die die neue Grafik-Engine Vulkan unterstützen, die Google mit Android 7.0 Nougat einführt. Die neue Android-Version ist vorinstalliert - wenn das Mate 9 Mitte November in den Handel kommt, wird es zu den ersten Modellen überhaupt gehören, die mit der neuesten Version des Google-Systems laufen. Über das System legt Huawei seine Benutzeroberfläche EMUI 5.0, die mit den azurblauen Farbtönen und den feinen Schriften einen komplett neuen Anstrich bekommen hat

Bildergalerie: Huawei Mate 9 in Bildern

Bildergalerie

Huawei Mate 9
Galerie
Smartphone mit Dual-Kamera

In der Bildergalerie zeigen wir das Huawei P9 mit Doppelkamera und vergleichen es mit dem Vorgänger Mate 8 und dem iPhone 7 Plus.

Das absolute Highlight ist aber die Kamera. Es handelt sich um die zweite Generation der zusammen mit Leica entwickelten Dual-Optik, die nun mit unterschiedlicher Auflösung knipst: Während der Farbsensor weiter mit 12 Megapixel knipst, wurde der Monochrom-Sensor auf 20 Megapixel aufgebohrt. Die höhere Pixelzahl ermöglicht unter anderem einen digitalen Zoom, der Motive nahezu verlustfrei zweifach vergrößert. Auch der Autofokus und die Bildsignalverarbeitung wurden optimiert, sodass der Bokeh-Effekt, bei dem ein Motiv scharf vor einem unscharfen Hintergrund dargestellt wird, noch überzeugender von der Doppellinse simuliert wird.

Der Farbsensor wird außerdem von einem optischen Bildstabilisator unterstützt, was vor allem bei Videoaufnahmen Verwackler besser ausgleichen dürfte. Videos macht das Mate 9 in ultrascharfer 4K-Auflösung - dabei werden die Dateien dank dem Komprimierungsstandard HEVK nicht viel größer als ein Full-HD-Video.

Fazit: Starke Alternative zum Note 7

Huawei will in ein paar Jahren Samsung als Weltmarktführer ablösen und das Mate 9 zeigt, dass dieser mehr als ambitionierte Plan aufgehen könnte. Der 6-Zöller taugt nicht nur als Business-Phablet mit extralanger Akkulaufzeit, auch die Leica-Kamera und der starke Prozessor überzeugen. Die gute Mischung lässt einen gerne über die Schwächen bei Display und Design hinwegsehen. Im November soll das Mate 9 für 699 Euro in den Handel kommen und wir sind uns sicher, dass es sich gut verkaufen wird.

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