Huawei Detachable

Huawei Matebook im Test (Notebook-Wertung)

Die Tablet-Tauglichkeit von Huaweis 2-in-1 Detachable haben wir bereits überprüft. Doch wie schlägt sich das Matebook als Laptop-Ersatz?

Huawei Matebook

© Huawei

Huawei Matebook

EUR 1.176,61

Pro

  • sehr schlankes und leichtes 2-in-1-Gerät
  • brillantes, extrem helles Touch-Display
  • lüfter- und somit lautlos
  • schnelle USB-C-Schnittstelle
  • Fingerabdruckscanner

Contra

  • nur ein Anschluss zum Laden und Verbinden
  • Gerät wird bei Last sehr heiß
  • keine Speichererweiterung
  • relativ schwache Systemleistung
  • Dock und Stift nur gegen Aufpreis
  • vergleichsweise hoher Preis

Fazit

connect-Testurteil: befriedigend (359 von 500 Punkten)
71,8%

Während die Verkaufszahlen der klassischen Tablets immer weiter zurückgehen, steigt das Interesse der Kunden an Windows-basierten Kombigeräten mit Andocktastatur rapide an. Kein Wunder also, dass inzwischen nicht mehr nur traditionelle Notebook-Hersteller wie HP, Acer oder Lenovo sogenannte Detachables auf den Markt werfen, sondern auch Anbieter, die im Smartphone- und Tablet-Segment zu Hause sind. Den Anfang machte Samsung mit dem Galaxy TabPro S?, später folgte Huawei mit dem Matebook.?

Wie sich das multifunktionale Gerät als Tablet schlägt, haben wir bereits im Tablet-Test des Huawei Matebook? ausführlich beschrieben. Dank des zum Lieferumfang gehörenden Tastaturcovers ist das Matebook – der Name deutet es bereits an – jedoch vor allem auch als Notebook-Ersatz konzipiert. Deshalb durfte es gleich noch einmal ins Testlabor und im kombinierten Testverfahren für Ultrabooks und 2-in-1-Geräte zeigen, wie es sich gegen Microsoft Surface und Co. behauptet.?

Gehäuse und Display: Top!

Auf den ersten (und auch auf den zweiten) Blick weiß der Detachable-Erstling der Chinesen sichtlich? zu beeindrucken: Das Matebook ist mit 7 Millimetern nicht nur eines der dünnsten Windows-Tablets, die uns bis dato untergekommen sind, sondern mit 650 Gramm auch eines der leichtesten. Zudem sieht es in seinem ebenso eleganten wie robusten Aluminiumrahmen einfach gut aus. 

Huawei Matebook Gehäuse

© Huawei

Keine rückseitige Kamera, die Lautsprecher liefern zu wenig Bass – hier hapert es noch. Dafür ist das Matebook außergewöhnlich dünn.

Eine Augenweide ist auch das 12-Zoll-Display, das mit einer Pixeldichte von 216 ppi zwar nicht mit dem Microsoft Surface Pro 4? mithalten kann, aber eine für Detachable- Verhältnisse ungewohnte Brillanz auf den Touchscreen zaubert, ohne dabei übermäßig zu spiegeln. Einzigartig ist darüber hinaus die Helligkeit des Bildschirms: 473 cd/m² haben wir noch bei keinem 2-in-1-Gerät gemessen. 

Einen ersten Dämpfer bekam unsere Begeisterung nach dem Andocken der ungewöhnlichen Coverkonstruktion: In der edlen Lederoptik sieht das Tastaturdock zwar genauso gut aus wie das Tablet selbst, allerdings ist es etwas umständlich zu bedienen. Mangels Klappständer lässt sich das Matebook nur durch mühsames Falten der Cover-Rückseite in eine – wenig stabile – aufrechte Position bringen, es sind auch nur zwei verschiedene Aufstellwinkel möglich. 

Zusammengeklappt ist das Tablet zwar rundherum gut geschützt, weil die Hülle nicht nur das Display, sondern auch die Rückseite bedeckt. Genau deshalb ist die Gesamtkonstruktion – trotz des schlanken Displays – allerdings vergleichsweise klobig geraten. Weiteres Manko: Angedockt liegt das Keyboard nicht ganz plan auf, sodass die Tasten beim Tippen etwas nachwippen. Die mehrstufig beleuchtbare Tastatur selbst bietet dagegen keinen Anlass zur Klage. Und auch an dem präzise bedienbaren Clickpad gibt es absolut nichts auszusetzen.

Huawei Matebook

© Hersteller

Das Matebook ist das erste Windows-10-Gerät von Huawei.

Ausstattung: Flop! 

Ebenfalls gefallen hat uns – zunächst jedenfalls – das lüfterlose Design des Matebooks: Im Innern des 2-in-1-Geräts werkelt ein auf ultramobile Computer spezialisierter Intel-Core-m5-Prozessor der sechsten Generation, der nicht aktiv gekühlt werden muss und deshalb ohne lästiges Gebläse auskommt.

Doch kein Licht ohne Schatten: Der Fokus aufs Stromsparen geht zu Lasten der Systemleistung, sodass das Matebook in dieser Disziplin nicht mit den Top- Detachables mithalten kann, auch wenn die verfügbare Rechenpower für Standardaufgaben? durchaus reicht. Ärgerlicher ist da schon, dass das Gerät im Lastbetrieb auf der Rückseite unangenehm heiß wird. 

Nicht akzeptabel ist darüber hinaus die Schnittstellenausstattung des 2-in-1-Geräts. Eine einsame USB-3.1-Schnittstelle, die zudem auch noch fürs Laden zuständig ist, hat Huawei dem Matebook spendiert – für einen Notebook-Ersatz ist das eindeutig zu wenig. 

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Huawei Matebook Display

© Huawei

Das Display des Matebooks ist sehr brilliant und extrem hell. Huawei-typisch​: Der Displayrand ist schön schmal.

Der Hersteller hat diesen Mangel zwar erkannt und sorgt mit dem „MateDock“ für Abhilfe. Leider gibt es die zusätzlichen Anschlüsse – zweimal USB 3.0, Ethernet, VGA und HDMI aber nur gegen einen saftigen Aufpreis. Selbiges gilt für den optional erhältlichen Eingabestift namens „MatePen“, der für rund 80 Euro zu haben ist. 

Auch auf den sonst üblichen Kartenleser hat Huawei verzichtet. Das ist vor allem in der einfachen Gerätevariante mit lediglich 128 GB SSD-Speicher ein echtes Manko. Dass das Matebook ab Werk einen Fingerabdrucksensor mitbringt, ist lobenswert, ändert aber kaum etwas an dem Ausstattungsdesaster. 

Bliebe die Möglichkeit, mit einer überzeugenden Laufzeit Boden gut zu machen. Doch das gelingt den Chinesen leider nicht, denn im Lastbetrieb muss der Mobilrechner bereits nach knapp dreieinhalb Stunden wieder an die Steckdose.?

Huawei Matebook MateDock

© Huawei

Da das Matebook mit Anschlüssen geizt, ist das Dock eine feine Sache. Leider gehört es wie der Stift nicht zum Standardumfang dazu. 

Fazit: zu kurz gesprungen 

Huawei hat bei seiner 2-in-1-Premiere vieles richtig gemacht: Das Matebook ist ein hervorragend verarbeitetes, ebenso schlankes wie leichtes Detachable mit einem brillanten und unglaublich hellen Display. Das allein reicht aber nicht, um Surface und Co. ernsthaft Paroli bieten zu können – zumal das Gerät angesichts seiner Ausstattungsmängel insgesamt etwas zu teuer geraten ist.?

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