Günstiges Android-Tablet

Huawei Mediapad M2 im Test

Das Huawei Mediapad M2 übertrifft in Material und Optik die Erwartungen an ein 279 Euro günstiges Tablet deutlich. Das Android-Tablet von Huawei im Test.

Huawei Mediapad M2

© Huawei

Huawei Mediapad M2

EUR 252,99

Pro

  • hochwertige Optik, flache Bauform
  • gute Helligkeit
  • Full-HD-Display
  • gute Ausdauer
  • ac-WLAN
  • viele Kamerafunktionen
  • Zusatzlicht für Front- und Rückkamera
  • GPS
  • komfortable Software

Contra

  • Lautsprecher werden beim Halten leicht verdeckt
  • schwaches Kontrastverhältnis
  • Speicherkarten größer 32 GB nicht garantiert

Fazit

connect-Urteil: befriedigend (362 von 500 Punkten)
72,4%

Bei Smartphones ist Huawei längst auf der Überholspur. Im eigenen Land auf Platz eins, sind die Chinesen als Anbieter von Android-Telefonen inzwischen in Europa auf Platz zwei vorgerückt. Auch im Tablet-Segment belegt ein zierlicher 7-Zöller von Huawei mit exzellenten Messwerten und sagenhafter Ausdauer immer noch Platz zwei der connect-Bestenliste Tablets.

Guter Akku, Schwäche bei Display

Für eine Wiederholung des Erfolgs fehlen dem Mediapad M2 trotz guter acht Stunden Laufzeit immer noch vier auf das ältere X1. Das Energiemanagement des hauseigenen Prozessors Kirin 930, der wie schon der Vorgänger das Potenzial der acht unterschiedlich getakteten Kerne effizient bündelt, ist hierfür nicht verantwortlich. Eher der naturgemäß höhere Verbrauch des größeren Displays und der kleinere Akku.

Zudem lässt das Mediapad M2 im Labor wichtige Punkte liegen. Die schwerste Bürde ist sein mageres Kontrastverhältnis, das unter Tageslichtbedingungen stark abfällt und draußen vor allem die Lesbarkeit von Texten beeinträchtigt.

Huawei Mediapad M2 Gold

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Die Premium-Edition des Mediapad M2 in Gold ist mit 3 Gigabyte Arbeits- und 32 GB Datenspeicher besser bestückt und dementsprechend teurer: Die Wi-Fi-Variante kostet 329 Euro, mit LTE werden 399 Euro fällig.

Beidseitig aufhellbare Kamera

Wo Schrift weniger von Bedeutung ist, etwa bei der Überprüfung von Fotoaufnahmen, profitiert das Mediapad dagegen auch im Freien von einer guten Helligkeit. Drinnen kann die 8-Megapixel-Hauptkamera auf eine bei Tablets eher seltene LED bauen. Eine Front-LED, mit der Huawei beim Smartphone Mate S zu den Vorreitern gehört, hat das Mediapad zwar nicht, setzt bei Selfies aber das Display mit einer Extraportion Licht ein, das zum Aufnahmezeitpunkt kurz aufleuchtet.

In den Einstellungen präsentiert sich die Kamera-Software vielseitiger, als wir das von Tablets gewohnt sind: Sie kann Aufnahmen mit der Stimme oder einem Lächeln auslösen, den Fokus nachträglich verändern oder ihn während der Aufnahme an ein bewegtes Objekt heften. Dank HDR lässt sich die Belichtung für unterschiedliche Helligkeitsbereiche im gleichen Bild optimieren. Viele Kamerafunktionen erbt das Mediapad M2 von aktuellen Huawei-Smartphones. Das liegt unter anderem daran, dass sie Teil von Emui sind, der Nutzeroberfläche, die der China-Marktführer auf all seinen Smartphones und Tablets über das Android-Betriebssystem installiert.

Huawei Mediapad M2

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Beim Halten im Querformat muss man auf­passen, die Lautsprecher des Mediapad M2 nicht zu verdecken.

Emui 3.1

Auch die vorliegende Version verzichtet auf die App-Gesamtansicht, weshalb alle Apps irgendwo auf dem Homescreen platziert werden, direkt oder in Ordnern. Dafür fließen zahlreiche Zusatzfunktionen ein. Dazu gehört beispielsweise ein teilbarer Bildschirm, der es möglich macht, mit zwei Apps parallel zu arbeiten. Ein Datentresor für Bilder und Dokumente ermöglicht, das Tablet unbesorgt aus der Hand geben zu können.

Das Telefonbuch findet doppelte Kontakte und führt sie auf Wunsch zusammen oder verschiebt sie aus dem beruflichen Exchange- in das private Google-Konto wie auch umgekehrt. Einen QR-Code, aus den eigenen Kontaktdaten generiert, kann der Empfänger scannen und ins eigene Adressbuch importieren, wenn gerade mal keine Visitenkarte zur Hand ist.

Das Mediapad und die Medien

Mehr Platz für Medien als der 10 Gigabyte große, freie interne Speicher bringt für gewöhnlich eine Speicherkarte. Erstaunlich ist, dass Huawei deren Maximum mit nur 32 Gigabyte angibt. In der Regel können größere Karten in solchen Fällen nicht verarbeitet werden, weil ihre Verwaltung intern anders läuft. Im Test gab es mit einer 128 Gigabyte Micro-SD der Klasse 10 keine Probleme. Eine Garantie für Kartengrößen jenseits der Herstellerangabe kann der Test allerdings nicht geben.

Die weitere Ausstattung weist einige Lücken auf, die zu füllen einem Mediapad gut gestanden hätte und dem Testergebnis zuträglich gewesen wäre. So fehlen HDMI und NFC für die einfache Verbindung mit externen Wiedergabegeräten und Stereokopfhörer im Lieferumfang. Dafür ist das Huawei-Tablet bei der kabellosen Übertragung flexibel und versteht sich sowohl auf Miracast als auch auf DLNA, während Fernsehgeräte meist nur einen der beiden Standards unterstützen - und das ist nicht immer gerade der, den man braucht.

Auch die Lautsprecher von Harman-Kardon machen einem Medien-Tablet Ehre: Sie bieten einen guten Klang und lassen sich per Software verstärken. Freihand muss man darauf achten, sie nicht zu verdecken, denn sie sind direkt im Rahmen untergebracht.

Huawei Mediapad M2

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Die Kamera des Mediapad M2 erbt von Audiosteuerung über Objektverfolgung bis zu manuellen Ein­stellungen vieles vom Smartphone.

Für diesen Preis: Top-Angebot

Die Verarbeitung des acht Millimeter dünnen Tablets ist tadellos. Vorne setzt eine glänzende Bildschirmeinfassung Akzente, auf der Rückseite die geschliffene Kante des silberfarbenen Aluminiumgehäuses. Material und Optik übertreffen die Er-wartungen an ein 279-Euro-Tablet bei Weitem. Zu diesem Preis ist das Fehlen von HDMI und Kopfhörern gut zu verschmerzen.

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