Testbericht

Huawei Mediapad X1 7.0 im Test

Das Huawei Mediapad X1 7.0 mit Telefonfunktion sprengt nicht nur die Grenzen zwischen Tablet und Smartphone, sondern auch die connect-Tablet-Charts: Es zieht im Test an allen vorbei und holt sich Platz eins.

  1. Huawei Mediapad X1 7.0 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Huawei Mediapad X1 7.0

© Huawei

Huawei Mediapad X1 7.0
EUR 377,99

Pro

  • flache und handliche Bauform
  • überragende Ausdauer
  • brillantes Display
  • Telefonie
  • kann andere Geräte aufladen

Contra

  • ältere Android-Version
  • Speichererweiterung nur bis 32 GB
84,0%

Huawei bezeichnet das Huawei Mediapad X1 7.0 augenzwinkernd als ,,das Tabletphone-Dingsbums". Dass Smartphones immer größer und Tablets immer kleiner werden, dass hatte Huaweis CEO Richard Yu  bereits im Februar auf dem Mobile World Congress prognostiziert. Da dürfte er freilich kaum geahnt haben, dass nur ein halbes Jahr später sogar Apple mit dem iPhone 6 Plus auf die für ein iPhone astronomische Größe von 5,5 Zoll gehen würde.

Viel Display, wenig Rand

Dagegen klingen die 7 Zoll des Mediapad X1 7.0 für ein Tablet nicht außergewöhnlich. Aber schon auf den ersten Blick sieht man: Es ist außergewöhnlich - wie von Yu angekündigt. 10 Millimeter schmaler und 17 Millimeter kürzer als Googles Nexus 7 (Test), bei identischer Auflösung und Pixeldichte, 9 und 14 Millimeter weniger breit und hoch als das kürzlich getestete Dell Venue 7 (Test), das eine niedrigere Auflösung hat. Bei gleicher Diagonale ist das Mediapad X1 also deutlich kleiner als die beiden und mit 250 gegenüber 289 und 296 Gramm auch leichter.

Hier spielt nicht nur die Minimierung des Drumherums eine Rolle, sondern auch, dass Huawei das edle Aluminium des Backcovers auf hauchdünne 0,6 Millimeter gebracht hat. Aus einem Guss ist das Gehäuse allerdings nicht: Im Bereich der Antennen oben und unten kommt Kunststoff zum Einsatz. Trotz der farblichen Anpassung sind die Absätze deutlich sichtbar.

Telefonieren wie ein Großer

Telefonieren kann man mit dem Mediapad X1 7.0 auch: Ein Headset ist im Lieferumfang enthalten. Auch ohne profitiert der Gesprächspartner von dem zweiten Mikrofon, dem die Aufgabe zufällt, Umgebungsgeräusche herauszufiltern. Gegenüber Störgeräuschen zeigt sich das Mediapad auch im connect-Labor abweisend und zeichnet sich überdies beim Empfang durch eine sehr gute Akustik aus.

Die Sende- und Empfangsqualität überzeugt allerdings nur im LTE-Netz. Dank LTE CAT 4 mit möglichen Übertragungsraten bis zu 150 Megabit pro Sekunde empfiehlt sich das Tablet unterwegs auch als Hotspot. Die Telefonmessungen sind im connect-Labor üblicherweise Geräten bis maximal 6 Zoll vorbehalten und liefen beim Mediapad, das mit 104 Millimetern Breite immer noch problemlos in die geöffnete Hand passt, außer Konkurrenz - auch connect lotet hin und wieder die Grenzen aus.

Dank seines 5000 Milliampere großen Akkus tut sich der Telefonriese selbst mit außergewöhnlichen Gesprächszeiten hervor: 30 und fast 40 Stunden schafft er im D- und E-Netz, weit über 16 Stunden im UMTS-Netz.

Energiewende

Dass die Gesprächsdauer im D- und E-Netz nicht nur dem Akku zuzurechnen ist, zeigt erst der Vergleich mit anderen 7-Zöllern mit ähnlichen Energievorräten. Deren Ausdauer im typischen Nutzungsmix liegt zwischen fünf und acht Stunden deutlich unter der des Mediapad X1 7.0, das mehr als zwölf Stunden durchhält. Länger macht es nur das Nexus-Tablet mit knapp 15 Stunden, dessen Akku mit 6800 Milliampere allerdings größer ist.

Demnach zeigt beim Mediapad auch ein cleveres Energiemanagement Wirkung. So passt die Huawei Battery Saving Technology unter anderem den Stromhaushalt im Mobilfunknetz an die Netzverhältnisse an. Kluges Prozessmanagement beim Ansteuern der vier Kerne des Kirin 910 kann ebenfalls helfen, Energie zu erhalten. Das beweist besonders eindrucksvoll der connect-Test, bei dem das Mediapad X1 7.0 in den aktiven Disziplinen Scrolling, Download oder Videoplayback Tiefstwerte im Verbrauch erzielt. Für den Kirin 925 im Ascent Mate 7 (Test auf Seite 54) wurde das Prozessmanagement noch weiter optimiert. Dessen acht Kerne (4 x A7 und 4 x A15) sind in Leistung und Energiebedarf unterschiedlich.

Bildergalerie

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Galerie
Tablet

Wir stellen das Huawei Mediapad X1 7.0 vor und zeigen, wie das Tablet bedient wird.

Die danach benannte big.LITTLE-Architektur schöpft ihr Energiesparpotenzial unter anderem daraus, dass die Kerne in Abhängigkeit der geforderten Power kombiniert werden. Der Energieverbrauch lässt sich so auf das Nötigste reduzieren. Letztlich: Wer hat, kann auch geben; und so macht das Mediapad X1 7.0 bei geringem Eigenverbrauch dank Reverse Charging mit einem passenden Kabel (optional) auch mal ein leeres Bluetooth-Headset wieder flott.

Technisch nicht am Limit

Wie schnell die Zeit vergeht, wenn es um technische Aktualität geht, zeigt unter anderem die Systembasis des Mediapad X1 7.0: Android 4.4 ist auf dem Testgerät noch nicht installiert, soll aber in Kürze als Update folgen. Unter 4.2 bleiben im Auslieferungszustand 12 von 16 Gigabyte frei. Das ist gut, externe Speichermedien sind jedoch laut Huawei auf 32 Gigabyte begrenzt.

Andere Tablets lassen sich zunehmend um 64 oder sogar 128 Gigabyte erweitern - oder gar nicht, wie wiederum die Google-eigenen Tablets und Smartphones. Was ebenfalls fehlt: WLAN nach dem schnellen ac-Standard, über den kompatible Router bis zum Vierfachen der herkömmlichen Übertragungsraten herausholen. Das Testgerät fand zudem im connect-Labor zwar die hierfür relevanten 5-Gigahertz-WLANs, konnte sich aber mit keinem von ihnen verbinden.

Unbegründet ist dagegen die Sorge, dass das Mediapad X1 7.0 kein HDMI unterstützt: Zwar ist weder ein HDMI-Port zu sehen noch zeugen Verpackung oder Datenblatt von seiner Existenz. Das Testgerät ließ sich aber mit Hilfe eines MHL-Kabels für den Micro-USB-Port über den HDMI-Eingang mit einem Fernseher verbinden und spielte auch Filme im MPEG-2-Format ab. Zudem geht es sogar drahtlos auf Sendung: als Medien-Player oder -Server im Heimnetz, über eine hübsch gestaltete DLNA-App.

Wer gerne selbst aktiv wird, wird sich bei der 13-Megapixel-Kamera mit LED und Vidoeaufnahmen in Full-HD über Sonys Exmor RS-Sensor freuen.

Fazit: Auf der Überholspur

Vor allem dank sehr guter Messwerte und seiner überragenden Ausdauer erklimmt das Huawei Mediapad X1 7.0 die Spitze der Tablet-Bestenliste von connect. Mit dem auf den Plätzen folgenden Sony 10-Zöller Xperia Z2 Tablet sowie Samsungs Galaxy Note 12.2 LTE Test) und ihren teils spezifischen Ausstattungsmerkmalen besetzen somit drei ganz unterschiedliche Vertreter die ersten Ränge - da dürfte für jeden Geschmack etwas Gutes dabei sein.

Dass Huawei die Goalgetter Samsung und Sony hinter sich lässt, ist neu - zumindest im Tablet-Markt. Hierzulande kaum bekannt ist nämlich, dass das Unternehmen bei Smartphones, wo es seinen Absatz allein in den letzten drei Jahren vervierfacht hat, international den drittgrößten Marktanteil hält. Nun suchen die Chinesen den Erfolg auf ganzer Linie.

Wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis weiter so gut bleibt wie beim Mediapad X1 7.0 für 399 Euro UVP, stehen die Chancen gut. Wobei Sony mit dem Xperia Z3 Tablet Compact (Test) ebenfalls einen heißen Anwärter auf die Spitze in petto hat.

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