Schnelles, preiswertes Smartphone

Huawei P8 Lite im Test

Obwohl Ausstattung und Preis beim Huawei P8 Lite stimmen, kann die abgespeckte Variante des Huawei P8 im Test nicht vollständig überzeugen.

Huawei P8 Lite

© Huawei

Huawei P8 Lite

EUR 170,00

Pro

  • relativ leicht und kompakt
  • 13 GB interner Speicher
  • Dual-SIM
  • 13-Megapixel- Kamera mit akzeptabler Qualität und vielen Funktionen
  • ansprechende Benutzeroberfläche mit zahlreichen Extras
  • exzellente Funkeigenschaften

Contra

  • Display vergleichsweise leuchtschwach
  • keine lange Akkulaufzeit

Fazit

Das schicke Design, die gute Ausstattung und der günstige Preis sprechen für das Huawei P8 Lite. Die Funkleistungen sind hervorragend, besonders im UMTS-Netz. Der gute Gesamteindruck wird allerdings vom schwachen Akku getrübt.
81,6%

So viel gleich vorweg: Mit dem Oberklasse-Smartphone P8 hat das Lite- Modell abgesehen vom Namen nur wenige Gemeinsamkeiten – was angesichts des großen Preisunterschiedes aber keine große Überraschung ist. Während das P8 erst ab 450 Euro zu haben ist, muss man für das P8 Lite nur 250 Euro hinblättern. Immerhin gelingt es dem Hersteller, das Design stark an das Spitzenmodell anzulehnen: Auf den ersten Blick sehen sich die beiden Smartphones zum Verwechseln ähnlich. Bei genauerem Hinschauen werden die Unterschiede allerdings überdeutlich. Das Gehäuse besteht beim Lite nicht aus einem Metall-Unibody, sondern aus Kunststoff, der allerdings sehr ansprechend gestaltet wurde.

Huawei P8 Lite

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Huawei P8 Lite

Die Metalloptik des Rahmens sieht täuschend echt aus und die Rückseite gefällt mit einer leicht geriffelten Textur. Die Verarbeitung ist top, auch wenn das P8 Lite mit seinem Kunststoffrahmen nicht ganz so verwindungssteif ist wie das teurere Schwestermodell. Ein positiver Nebeneffekt des Materials: Mit einer Größe von 143 x 71 Millimetern und 132 Gramm Gewicht gehört das P8 Lite zu den leichtesten und kompaktesten Vertretern in der 5-Zoll-Klasse.

Das Display setzt dagegen keine Glanzpunkte. Während die Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln klassentypisch und noch ausreichend scharf ist, erwies sich die Leuchtkraft im Labortest mit nur 354 Candela als unterdurchschnittlich. Aufgrund eines niedrigen Schwarzwertes ist die Darstellung zwar immer noch kontrastreich, an einem hellen Sommertag bekommt man aber schneller Probleme mit der Ablesbarkeit als andere Smartphone-Besitzer. Dass das in dieser Preisklasse auch besser geht, demonstriert das Xperia M4 Aqua.

Huawei p8 lite screenshot

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Mit der App „Designs“ kann man die Oberfläche anpassen. Das angebundene Internetportal bietet dafür Hunderte Vorlagen.

Unter dem Display gibt ein Achtkern-Prozessor den Takt vor, dabei handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Huawei. Den HiSilicon Kirin 620 findet man auch in anderen Huawei-Smartphones, etwa dem Honor 4C. Die Kerne sind mit maximal 1,2 GHz relativ langsam getaktet, aber Sorgen über mangelnde Leistungsreserven muss man sich nicht machen. Das P8 Lite bietet sowohl in Benchmarks als auch im Alltag eine sehr gute Performance, was auch daran liegt, dass der Arbeitsspeicher mit 2 GB sehr üppig ausfällt.

Huawei p6 lite screenshot

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Der Telefonmanager bündelt zahlreiche Tools, unter anderem eine Speicherbereinigung, um Platz zu schaffen.

Ordentliche Kamera

Die Kamera auf der Rückseite nimmt Fotos mit einer Auflösung von bis zu 13 Megapixeln auf und dreht Videos mit maximal Full-HD-Auflösung. Sie bietet einen Autofokus, eine große f/2.0-Blende und einen einfachen LED-Blitz. Auch wenn sich die Qualität der Bilder bei optimalen Lichtverhältnissen auf einem hohen Niveau bewegt, das sich kaum von Top-Smartphones wie dem P8 unterscheidet, sollte man von der Kamera keine Wunderdinge erwarten. Die Klassenunterschiede werden sehr deutlich, wenn wenig Licht zur Verfügung steht, weil dann das Bildrauschen überproportional zunimmt und die Aufnahmen schneller verwackeln.

Insgesamt ist die Qualität aber dem Preis mehr als angemessen. Gut gefallen hat uns außerdem das Kameramenü, das nicht nur sehr übersichtlich strukturiert ist, sondern auch viele Extras bereithält – von der möglichen Anpassung der Farbsättigung bis hin zu Zeitraffer- Aufnahmen. Im Vergleich mit dem P8 fehlen eigentlich nur die Lichtmalerei- Funktion und der Regisseur-Modus bei Videoaufnahmen.

Huawei p8 lite screenshot

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Die Verwaltung der SIM-Karten ist kinderleicht. Der Nutzer kann genau festlegen, welche Karte welche Aufgabe übernehmen soll.

Das Betriebssystem wurde dagegen 1:1 übernommen, auf dem Lite-Modell sind Android 5 und die Huawei Benutzeroberfläche EMUI in der neuesten Version 3.1 installiert. Die gefällt mit zahlreichen sinnvollen Funktionen und einem modernen Look, der an Apples iOS angelehnt ist. Zu den Extras gehören ein Telefonmanager mit Speicherverwaltung, ein Energiesparmodus und ein Berechtigungsmanager für Apps, mit dem man festlegen kann, welche App auf welche Weise auf das Internet zugreifen darf. Stark sind die vielen Personalisierungsmöglichkeiten, die eine umfangreiche Anpassung der Oberfläche erlauben. Wir haben eigentlich nur einen Equalizer vermisst, um den Sound einzustellen.

Huawei P8 Lite

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Das Design ist gelungen, trotz Kunststoffgehäuse macht das P8 Lite einen sehr wertigen Eindruck.

Dual-SIM oder mehr Speicher

In Deutschland ist das Huawei P8 Lite mit und ohne Dual-SIM erhältlich. Die Variante mit einem SIM-Steckplatz wird momentan von Vodafone verkauft, die mit zwei bekommt man im freien Handel oder auf Online-Plattformen wie Amazon. Die Einschübe für die SIM-Karten sind unterschiedlich groß (Micro-SIM und Nano-SIM), dabei ist der zweite Steckplatz gleichzeitig auch die Schnittstelle für die Micro-SD. Das bedeutet, dass keine Speichererweiterung möglich ist, wenn man zwei SIM-Karten nutzen will.

Da der interne Speicher mit 10 GB nicht gerade üppig ausfällt, sollte man sich also gut überlegen, was wichtiger ist. Die Verwaltung der beiden SIM-Karten über das Einstellungsmenü ist sehr gut gelöst, man kann genau einstellen, welche Karte welche Aufgaben übernehmen soll. Beide Steckplätze unterstützen alle Funkstandards von GSM bis LTE.

Fazit: Empfang top, Akku schwach

Die Funkleistungen sind durch die Bank hervorragend, im UMTS-Netz schafft das P8 Lite sogar die Bestnote. Auch die Sprachqualität bewegt sich auf einem guten Niveau. Nur bei den Laufzeiten kann das P8 Lite nicht überzeugen, der 2200-mAh-Akku hält das Smartphone im connect-Nutzungsmix nur unterdurchschnittliche 5:17 Stunden am Leben. Bei normaler Nutzung dürfte es schwierig werden, mit dem P8 Lite über einen Tag zu kommen. Das ist allerdings der einzige große Patzer, den sich das Smartphone leistet. Auf der Habenseite stehen das schicke Design, die gute Ausstattung und der günstige Preis.

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