Smartphone

Huawei P9 Lite im Test

Eines der besten Mittelklasse-Smartphones kommt in diesem Jahr von Huawei. Beim P9 Lite machen die Chinesen alles richtig, wie der Test zeigt.

Huawei P9 Lite

© Huawei

Der Rahmen besteht zwar aus Aluminium, der Kunststoffrücken verhindert aber einen wirklich eleganten Auftritt.

EUR 271,00

Pro

  • leuchtstarkes Display mit Full-HDAuflösung
  • gute Kamera- Ausstattung
  • Hybrid-Fach (zweite SIM oder Micro-SD)
  • Fingerabdrucksensor
  • Android 6 mit vielen Extras
  • sehr gute Funkeigenschaften
  • sehr gute Akkulaufzeit

Contra

  • kunststofflastiges Design
  • Software-Support ist bei anderen Herstellern besser

Fazit

connect Testurteil: sehr gut (429 von 500 Punkten)
85,8%

Huawei gehört zu den wenigen Smartphone-Herstellern, die in den letzten Jahren trotz eines immer härteren Wettbewerbs wachsen konnten. Das P9 Lite zeigt, dass dieses Wachstum von einer hohen Produktqualität und einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis getragen wird. Auf den ersten Blick sieht man allerdings, dass das Produktdesign keine Stärke der Chinesen ist.

Das nur 7,5 Millimeter dünne Smartphone liegt dank eines angeschliffenen Rahmens und einer zu den Rändern hin gewölbten Rückseite zwar gut in der Hand, der Gesamteindruck ist aber nicht besonders edel. Was auch am matten und leicht texturierten Kunststoff liegt, der das Gehäuse dominiert - obwohl optisch eng an das 500-Euro-Flaggschiff Huawei P9 (Test) angelehnt, kann der Plastikrücken gegen den Metallanzug natürlich keinen Stich machen. Geboten wird hier solide Mittelklasse-Kost, die dem Preis angemessen ist - nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Exzellente Ausstattung

Die Verarbeitung ist dagegen top, hier gibt sich Huawei keine Blöße, genauso wenig wie bei der technischen Ausstattung. Das Display ist 5,2 Zoll groß und zeigt 1920 x 1080 Pixel, was für eine sehr scharfe Darstellung sorgt. Auch die Helligkeits- und Kontrastwerte überzeugen, vor allem mit Blick auf den Preis.

Unter dem Display gibt ein Chipsatz mit acht Kernen den Takt vor: der Kirin 960, der von der Huawei-Tochter HiSilicon erst Anfang 2016 vorgestellt wurde. Er wird im modernen 16-Nanometer- Verfahren gefertigt, was trotz der hohen Taktraten der beiden 4-Kern-Cluster (2/1,7 GHz) einen moderaten Energieverbrauch verspricht. Die Performance reicht natürlich nicht an teure Top-Smartphones heran, ist aber für den Alltag völlig ausreichend, zumal üppige 3 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Das Betriebssystem reagiert in jeder Situation zackig auf Eingaben, Aussetzer oder Hänger haben wir nicht beobachten können.

Huawei P9 Lite Micro-USB-Anschluss

© Huawei

Kein modernes USB-C: Huawei setzt beim P9 Lite auf den Micro-USB-Anschluss.

Huawei installiert Android in der aktuellen Version 6.0.1, die von der Benutzeroberfläche EMUI 4.1 ergänzt wird - in beiden Fällen handelt es sich um die momentan aktuellsten Versionen, Huawei speist den Käufer also nicht mit alter Software ab. Das kann sich aber ändern, wenn Google im Herbst eine neue Android-Version veröffentlicht. Denn im Gegensatz zu Unternehmen wie Sony oder Lenovo ist ein guter Software-Support über einen längeren Zeitraum kein Markenzeichen von Huawei.

Die Oberfläche EMUI, die mit Googles nativem Android nur noch wenig gemein hat, gefällt mit einer an das iPhone angelehnten Optik und Menüstruktur. Die Chinesen haben einige Verbesserungen ausgetüftelt, die Android sonst nicht bietet, etwa einen Telefonmanager, der diverse Systemoptimierungen erlaubt.

Besonders gut gefallen hat uns aber die Einbindung des rückseitigen Fingerabdrucksensors in die Bedienung: Wenn man in der Bildergalerie horizontal darüber streicht, blättert man durch Fotos, der Fingerwisch von oben nach unten klappt die Statuszeile aus. Ab Werk ist dieses Extra allerdings deaktiviert, um es zu nutzen, müssen in den Einstellungen (unter "Fingerabdruck-ID") zwei virtuelle Schalter umgelegt werden. Der Sensor bietet übrigens eine exzellente Erkennungsrate und reagiert sehr schnell auf Berührungen.

Selfies mit hoher Qualität

Bei der Kamera setzt Huawei auf einen 13-Megapixel-Sensor von Sony, der eine klassentypische Bildqualität liefert. Das bedeutet: Ein hoher Dynamikumfang und schlechte Lichtverhältnisse zeigen dem P9 Lite schnell die Grenzen auf. Hier sollte man also keine allzu hohen Erwartungen haben. Die 8-Megapixel-Frontkamera überzeugt dagegen mit einer starken Bildqualität.

Auch die klare Menüstruktur, die alle Einstellungen mit nur einem Fingerstreich zugänglich macht, gefällt. Der Profimodus ermöglicht außerdem das Experimentieren mit einer Vielzahl von Parametern, vom Weißabgleich bis zur manuellen Fokussierung. Videos werden maximal mit HD-Auflösung aufgezeichnet und verwackeln relativ schnell. Doch insgesamt hinterlässt das P9 Lite hier einen guten Eindruck.

Werkzeuge und intelligente Unterstützeung

© Screenshot WEKA / connect

Prall gefüllt: Im Ordner „Werkzeuge“ findet man viele praktische Helfer (links). Easy going: Unter dem Menüpunkt „Intelligente Unterstützung“ hat Huawei smarte Extras für eine erleichterte Bedienung versammelt (rechts).

Überraschende Ausdauer

Obwohl der Akku des P9 Lite die gleiche Kapazität bietet wie das P9 (3000 mAh), ist die Laufzeit deutlich länger. Mehr noch: Beeindruckende 8:24 Stunden in unserem Nutzungsmix katapultieren den Neuzugang in das obere Drittel der Ausdauerrangliste - es gibt nicht viele Mittelklässler, die das schaffen.

Überzeugend sind auch die Funkeigenschaften: In allen drei Netzen werden sehr gute Messwerte erreicht. Dabei ist das P9 Lite Dual-SIM-fähig, über ein Hybrid-Fach kann man entweder eine Micro-SD oder eine zweite SIM-Karte einlegen. In der Summe reicht das für die Gesamnote "sehr gut" und eine Top-Platzierung in der Bestenliste - vor zahlreichen anderen Kollegen, die deutlich teurer sind. Es sieht so aus, als ob Huawei hier einen echten Hit gelandet hat.

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