Testbericht

Im Test: AV-Receiver Yamaha RX-V 3067

Ein großer AV-Receiver von Yamaha weckt stets auch große Erwartungen. Doch kann der neue RX-V 3067 (1750 Euro) auch halten, was sich Mehrkanal-Fans von ihm versprechen?

  1. Im Test: AV-Receiver Yamaha RX-V 3067
  2. Datenblatt
Yamaha RX-V 3067

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Yamaha RX-V 3067

Mindestens zwei Gründe verhalfen dem Surround-Receiver RX-V 3067 zu diesem Einzeltest. Erst kam er leider zu spät in die Redaktion, um sich dem Klassenkampf der Konkurrenz um 2000 Euro in der Ausgabe 2/2011 zu stellen. Zweitens eilt ihm ein dermaßen guter Ruf unter den AUDIO-Lesern im Forum voraus, dass die AUDIO-Redaktion gar nicht umhin kam, sich den 3067er Yamaha genauer anzusehen.

Yamaha RX-V 3067

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Der Yamaha RX-V 3067 ist neben silber auch in schwarz erhältlich.

Wobei Vorschusslorbeeren auch eine gefährliche Sache sind. Ist der Nimbus nur Mythos? Kann der vorauseilend Gelobte sein Können unter Beweis stellen? Oder entpuppt sich der Kandidat gar als schlechtes Plagiat?

In der Ausstattungsliste jedenfalls finden sich keine Hinweise auf stumpfes Kopieren, im Gegenteil. Wo die Konkurrenz auf Technologien von Dolby oder Audyssey setzt, um die eigene Klangabstimmung an Raum und Lautsprecher anzupassen, hat Yamaha konsequent das eigene Verfahren weiterentwickelt. Der "Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer", kurz YPAO, vermag nun auch den Einfluss von Raumreflektionen zu ermitteln und zu entschärfen. Für den Surround-Genuss ohne anschließende Nachbarschaftsstreitigkeiten errechnet der RX-V 3067 gleich noch mit, wie auch bei leisen Lautstärken das Optimum aus den Boxen herausgekitzelt werden kann.

Ohnehin dürfen die Signalprozessoren im Yamaha häufiger ran - die 17 Klangprogramme können nun auch reinrassigen HD-Ton veredeln, und passend zum per HDMI durchgeschleusten 3D-Bild gibt es auch den 3D-Sound: Lange bevor Audyssey & Co. auf die Idee (und Einnahmequelle) mit zusätzlichen Front-Lautsprechern kamen, räumte Yamaha schon serienmäßig den "Presence-Speakern" Platz im Anschlussfeld ein. Was einst öfter für ratloses Schulterzucken sorgte, hat nun mit "Cinema DSP 3D" den richtigen werbewirksamen Namen.

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Yamaha RX-V 3067
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AV-Receiver

Für Puristen freilich ist nach wie vor die "Pure Direct"-Taste auf Fernbedienung und Gerätefront eingebaut, deren Befehlsgewalt im Setup eigens definiert werden kann - soll die Videosektion mit auf Eis gelegt werden oder reicht es, wenn einfach alle Klangprogramme umgangen werden?

Auch mit den acht HDMI-Eingängen (einer davon praktischerweise unter der Frontklappe) und zwei HDMI-Ausgängen bleibt dem Benutzer viel Spielraum. Und mehr als eine Fußnote wert sind die Fähigkeiten der Ethernet-Buchse und des dahinter sitzenden Netzwerk-Prozessors. So versteht sich der RX-V 3067 für einen Surround-Receiver sehr gut aufs Musik-Streaming, spielt Flacs bis zur HighRes-Auflösung 96/24, bietet Cover-Abbildungen auf dem gut gelungenen OSD feil und vermag auch umfangreichere Albensamlungen dank der 10-Seiten-Blätter-Funktion zügig zu durchforsten.

Yamaha RX-V 3067

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Bis dato also summa cum laude - nur noch der Hörtest könnte den Yamaha diskreditieren. Im Stereo-Durchgang gefiel den Testern das feindynamische, leichtfüßige Spiel, auch wenn der Vergleichs-Gegner Denon AVR-4310 insgesamt mehr Saft und Herzblut in den Grundton und Rhythmus legte, somit mitreißender und musikalischer wirkte. Schon im HD-Durchgang schlug der Yamaha RX-V 3067 aber zurück, malte die leisen Tonhöheschwankungen eines Streicherbogens liebevoller aus, ließ Bässe natürlicher knarzen und Stimmen facettenreicher tönen.

Fazit

Yamaha hat ganz in der Tradition alter Helden wie dem RX-V 3800 erneut ein Rundum-Glücklich-Paket zum Sparpreis gebunden. Ohne Schummeln. Diese Preis-Leistung ist tatsächlich spitze.

Yamaha RX-V 3067

HerstellerYamaha
Preis1750.00 €
Wertung95.0 Punkte
Testverfahren1.0

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