Testbericht

Im Test: Canton Chrono 508.2

Die neue Canton Chrono 508.2 (1200 Euro pro Paar) mit ihrer Alu-Mangan-Kalotte ist eine ausgewogene und stimmige Box mit vollem Volumen und knackigem Bass.

  1. Im Test: Canton Chrono 508.2
  2. Datenblatt
CAnton Chrono 508.2

© Archiv

CAnton Chrono 508.2
Jetzt kaufen
EUR 449,00

Pro

  • ausgewogene und stimmige Box
  • volles Volumen
  • knackiger Bass

Contra

  • könnte etwas dynamischer spielen
Hervorragend

Es gab mal eine Zeit, in der Metallkalotten einen schlechten Ruf hatten: Einige etwas voreilige Zeitgenossen schlossen direkt vom Material auf den Klang und pflegten Vorurteile über "metallischen Klang". Die Erkenntnis, dass Metallkalotten aber auch besonders sanft klingen, wenn man ihnen die gefürchteten Eigenresonanzen und Interferenzen abgewöhnt, setzt sich langsam durch.

Canton Chrono 508.2

© MPS

Die Bi-Wiring-Klemmen verbindet Canton mit vergoldeten, massiven Brücken, um Kontaktprobleme auszuschließen. Das Bassreflexohr arbeitet auf einen definierten Luftspalt

Einer der Pioniere dabei war Canton: Hier setzte man schon vor Jahren auf eine Ausstattung der High-End-Boxen mit Alu-Membranen; lediglich die preiswerte GLE-Serie muss heute mit Gewebekalotten Vorlieb nehmen.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Eine Stufe höher ist die Chrono-Serie positioniert, die jetzt in überarbeiteter ".2"-Fassung vorliegt und somit den Einstieg in die "Voll-Metall"-Welt bei Canton darstellt. Die drei Konus-Töner arbeiten dabei mit tiefgezogenen Aluminium-Schalen, die durch eine spezielle Formgebung und eine verklebte Staubschutzkalotte gegen Verwindungen und Partialschwingungen resistent gemacht wurden.

T+A Music Receiver

© Archiv

Die Canton verlangt nicht nach viel Leistung, wohl aber nach Stabilität vom Amp. Röhren reagieren auf ihren Impedanzverlauf oft mit Verfärbungen und Klirr im Bass, hier ist Vorsicht geboten. Ausgesprochen gut harmonierte die Canton mit kleinen, stabilen Transistoren oder audiophil angehauchten Schaltverstärkern wie dem T+A Music Receiver.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die drei kaum, doch die völlig verschiedenen Wege in Sachen Antrieb und Aufhängung weisen einen als reinen Mitteltöner und zwei als reine Bass-Spezialisten aus. Mithin ist die Chrono 508.2 ein klassisches 3-Wege-Konzept mit eher großem Mitteltöner. Die 25mm-Alu-Mangan-Kalotte mit sehr sanft eingreifender Schallführung zeigt ebenso die Liebe zum Herstellungsdetail wie das untenliegende Bassreflexrohr nebst Bodenplatte und glänzenden Alu-Füßen sowie die sauber eingelassenen Zierringe um die Töner.

Canton Chrono 508.2

© AUDIO

Ungefähr auf den Hörer richten, Hörabstände zwischen 2,5-3 Meter sind ideal. Wandnah etwas viel Kick, aber noch ausgewogen.

Hörtest

Als Maßstab in der 1000 Euro-Klasse steht die ungemein audiophile KEF Q500. Die zeigte im ersten Durchgang eine erstaunliche Verwandtschaft mit der Canton Chrono 508.2: Beide gaben sich bei Schönbergs Liedern audiophil-stimmig und überzeugten mit unaufgeregt durchgezeichneten, wahrhaft realistischen Klangbildern. Die KEF konnte dabei etwas mehr Raumwirkung und Live-Feeling erzeugen, die Canton bot das zwar nüchterne, aber dafür sattere und dynamischere Klangbild.

Canton Chrono 508.2

© AUDIO

Tief, ausgewogen mit leichter Oberbassbetonung. Hoher Kennschalldruck, aber recht niederohmig (3 Ohm)

Mit ihrer selbstverständlichen Neutralität wusste sie besonders Klassik- und Jazzhörer zu begeistern, doch auch die von ihr herausgearbeiteten rhythmischen Feinheiten in Steve Vais "The Audience Is Listening" und die homogene und ganzheitliche Tonalität gaben Anlass zu Applaus.

Ihr konturierter und erstaunlich tiefer Bass überzeugte auch bei tieftonstarken Aufnahmen wie Jeff Becks "You Had It Coming", doch obwohl ihr Mittelhochtonbereich Sauberkeit und Übersicht bewahrte, ging ihr bei höheren Lautstärken etwas der dynamische Tiefton-Kraftstoff aus. Keine ideale Wahl also für Rocker und Techno-Kids, aber für kultivierte Hörer eine Box für alle Fälle.

Canton Chrono 508-2

  
HerstellerCanton
Preis1200.00 €
Wertung81.0 Punkte
Testverfahren1.0

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