Testbericht

Im Test: D/A-Wandler Calyx DAC 24/192

Vier Kilo massives Aluminium umhüllen einen außergewöhnlichen USB-D/A-Wandler aus Südkorea. Klanglich gibt sich der Calyx DAC 24/192 erstaunlich leichtfüßig.

  1. Im Test: D/A-Wandler Calyx DAC 24/192
  2. Datenblatt
Calyx DAC 24/192

© Julian Bauer

Calyx DAC 24/192

Nein, es ist bestimmt kein Zufall, dass dieses HiFi-Gerät äußerlich wie ein neuer MacMini aussieht. Auch das Namens-Kürzel 24/192 hat eine klare Signalwirkung, indem es an eine beliebte und in der audiophilen Welt gern angestrebte HighRes-Auflösung erinnert: 24 Bit, 192 Kilohertz. Selbst den unbedarftesten Zeitgenossen dürfte so dämmern, dass es sich bei diesem extravaganten Monolithen um einen ziemlich ehrgeizigen USB-DAC handelt, der sich bevorzugt in der Nähe von schicker Hardware aus Cupertino aufhält und - die entsprechend neueste Betriebssystem-Version auf dem Apple vorausgesetzt - sich mit hochaufgelöster Musik per USB füttern lässt.

Calyx DAC 24/192

© MPS

Mehr als zwei Drittel des Aluminium Gehäuses bleiben ungenutzt, nur diese Platine residiert in der ausgefrästen Mulde. Darauf gut zu erkennen: der XMOS-Chip, der die USB-Kommunikation überwacht und der D/A-Wandler von ESS.

Dabei stammt der Calyx DAC 24/192, so sein voller Name, gar nicht aus dem Umfeld der kalifornischen Erfolgscomputer und kann theoretisch auch mit einem Wald-und-Wiesen-PC Kontakt aufnehmen (die passenden Treiber liegen sogar bei). Seine eigentliche Geburtsstätte liegt in Südkorea, bei der hierzulande noch recht unbekannten, aber deswegen nicht unbedarften Firma Digital & Analog.

Südkoreanische HiFi-Firmen neigen ja gerne zu einer gewissen Exzentrik - in höchst positiver Hinsicht (man denke nur an die sympathischen Bastler von Silbatone, die ihre eigenwilligen Röhrenkreationen gerne mit gigantischen Western-Electric-Hörnern aus den 20er Jahren vorführen). So verwundert es nicht weiter, dass der Calyx äußerlich gediegende Apple-Maße aufweist, mit seinen satten viereinhalb Kilo aber jede Ähnlichkeit zur Computer-Peripherie mit einem Hebeversuch sofort verliert.

Calyx DAC 24/192

© AUDIO

Schnurgerade und bis zum technischen Maximum ausgereizt sind die Frequenzgänge mit 44,1 bis 192 Kilohertz Abtastrate. Hervorragend die Störabstände (118dB am Cinch- und 124dB am XLR-Ausgang) und der Cinch-Ausgangswiderstand (sehr niedrige 0,4Ω). Ungünstig dagegen der zu hochohmige XLR-Ausgang (3,5kΩ).

Das aus dem vollen (und erstaunlich dicken) Aluminium-Block gefräste Gehäuse verblüfft umso mehr, weil es eigentlich nur zu einem Bruchteil bewohnt ist. Gerade mal eine kleine Platine findet sich als Mieter ein, nicht mal ein dicker Netz-Trafo stört die kühle Ruhe. Doch dahinter steckt keine Verschwendung, sondern eher Hochachtung der Entwickler für die Arbeit, die das Digital-Board zu leisten hat.

Für die nicht ganz unproblematische USB-Übertragung (siehe auch die folgenden Seiten zum Thema USB) haben sich die Südkoreaner konsequenterweise für die einzig audiophile Möglichkeit entschieden: den Asynchronous Mode, bei dem der Wandler dem Computer das Tempo vorschreibt anstatt umgekehrt. Für die entsprechenden Taktfrequenzen sorgen gleich zwei Oszillatoren: Einer übernimmt die 44,1-Kiloherz-Frequenz und deren Vielfache, der zweite sorgt sich um die 48-kHz-Familie bis hinauf zu 192 Kilohertz.

Dieser Aufwand lohnt sich nur, wenn der Wandler-Baustein die Präzision auch zu nutzen vermag. Beim 32-Bit-fähigen, aus acht Einzel-DACs bestehenden ESS Sabre 9018 muss man sich darüber keine Gedanken machen - er gehört zum edelsten, was der aktuelle Chipmarkt hergibt. Von dort aus nimmt das Signal seinen Lauf zu den RCA-Buchsen oder zu den symmetrischen Ausgängen.

Fazit

Mit perfekter Verarbeitung und der Fähigkeit, HiRes-Dateien über USB wiederzugeben, ist der Calyx ein interessanter Neuzugang auf dem D/A-Wandler-Markt, der vor allem Freunde eines betont feinen, hochauflösenden Klangs anspricht.

Calyx DAC 24/192

HerstellerCalyx
Preis1500.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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