Testbericht

Dali Ikon 5 MK II

Die Mark 2-Version der Dali Ikon 5 (1100 Euro pro Paar) mit ihren beiden Hochtönern, spielte derart feinzeichnend und voll auch bei Zimmer- und Flüsterlautstärke wie kaum eine Box die je bei AUDIO gespielt hat.

  1. Dali Ikon 5 MK II
  2. Datenblatt
Dali Ikon 5 MK 2

© Archiv

Dali Ikon 5 MK 2

Pro

  • auch leise betont voll
  • fein und hochauflösend
  • für die Größe sehr voluminös

Contra

  • kein Pegelwunder
  • wegen des kräftigen Basses nicht so leicht aufzustellen
Gut

Bei der "Danish Audiophile Loudspeaker Industries", kurz Dali, macht man gern so einiges anders als andere Hersteller. Zu den augenfälligsten Besonderheiten vieler Dali-Boxen gehört das Konzept der zwei Hochtöner, was die Ikon 5 Mk2 zu einer 3,5-Wege-Konstruktion macht: zwischen 2500 und 14000 Hz spielt eine sehr leichte und feiner Gewebekalotte, nominell erst darüber koppelt ein noch leichteres Hochtonbändchen an.

Die obere Trennfrequenz, bereits nahe an der Hörgrenze vieler Hörer jenseits der 50, ist jedoch eine rein theoretische Angabe, spielt doch das Bändchen dank einer flachen Ankopplung auch darunter noch hörbar mit. Die Dali-Entwickler versprechen sich von diesem Hybrid, die Vorteile beider Hochtonkonzepte zu verbinden - die einfache tiefe Ankopplung der Kalotte und die klangliche Offenheit wie horizontal breite Abstrahlung des Bändchens.

Dali Ikon 5 MK2

© MPS

Die Membran der Tieftöner besteht aus gepressten Holzfasern. Im Hintergrund die Kombi aus 28mm-Gewebekalotte und Superhochton-Bändchen.

Unter 2500 Hz arbeiten zwei recht kompakte Konustöner im 5-Zoll-Format, deren Membranen aus gepressten Holzfasern verschiedener Konsistenten und Formen bestehen. Nach der Philosophie von Dali ist das die beste Möglichkeit, unerwünschte Partialschwingungen und Resonanzen zu verhindern. Die Einsatzfrequenz des Bassreflexrohrs gibt Dali mit 45 Hz an - das bedeutet in realitas einen Tiefgang unter 40 Hz und wäre für eine so kleine Box wahrlich beeindruckend.

Hörtest

Auch für die Dali Ikon 5 MK2 galt neben der Canton Chrono 508.2 die 1000 Euro teure, aber ungemein audiophile KEF Q500 als das Maßstab.

Dali Ikon 5 MK2

© AUDIO

Betonter, tiefer Bass, ausgewogen, Höhen nur auf Achse betont. Wenig Schalldruck, aber sanfte Impedanz. (6 Ohm)
Lyric Ti-60

© Archiv

Die Dali ist trotz niedriger AK ausgesprochen harmonisch mit schwierigen Verstärkern zu kombinieren und bevorzugt sogar instabile Vintage-Verstärker. Wenn diese nicht gerade zu spannungsarm sind, gehen sogar Röhren. Mit dem Lyric Ti-60 klang sie etwas leiser und schlanker als an Transistoren, aber ausgesprochen fein.

Eine völlig andere Abstimmung als die beiden Vergleichsboxen bot die Dali: So deklassierte sie die mit ihrem unendlich tiefen und fast schon übertriebenen Bass, dem man eher einem großvolumigen Lautsprechermöbel zugetraut hätte als einer so zierlichen und kompakten Standbox. Dazu gesellte sich eine silbrig-feine, in den Höhen geradezu verschwenderisch detaillierte und gestaffelte Wiedergabe, in der jedes Instrumentationsdetail von Mahlers 10. Sinfonie (Rattle, EMI) nur so blitzte und hervorstach.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Das war in den fortissimo-Passagen schon fast übertrieben, genehmigte sich die Dali doch eine leichte Übertreibung an den Enden des Frequenzbereiches. Doch das änderte sich, sobald man die Box etwas leiser hörte: Kaum eine andere je bei AUDIO gespielte Box konnte derart feinzeichnend und voll auch bei Zimmer- und Flüsterlautstärke spielen - allenfalls die mehrfach teurere PMC Fact8 vermochte hier mitzuhalten.

Bei Steve Vais "Erotic Nightmares" war es schon furchterregend, wie kräftig der Sound der Dali blieb und wie gut sie die Feindynamik hielt, selbst wenn man eigentlich unangemessen leise hörte. Dabei kann die Box angesichts ihrer Größe und des echten Tiefbasses durchaus ordentliche Lautstärken - keine Rocker-tauglichen, aber für den Genusshörer, der auch abends eine gänsehauterzeugende Performance will und eine intime Hörsituation bevorzugt, ein echter Geheimtipp.

Dali Ikon 5 MK2

  
HerstellerDali
Preis1100.00 €
Wertung79.0 Punkte
Testverfahren1.0

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