Testbericht

Im Test: Kompaktbox Nubert nuVero 3

Das allseits beliebte Motto "Kleiner ist feiner" hat auch bei Lautsprechern seine Berechtigung. Kompakte sind unauffälliger und leichter unterzubringen als Standboxen, da sie meist keine eigene Stellfläche benötigen. Die Nubert nuVero 3 (1090 Euro pro Paar) soll trotz knappster Abmessungen klanglich mit deutlich größeren Boxen mithalten. Vielfältig einsetzbar ist sie auf jeden Fall.

  1. Im Test: Kompaktbox Nubert nuVero 3
  2. Datenblatt
Nubert nuVero 3

© Nubert

Nubert nuVero 3
Nubert nuVero 3

© Nubert

Drei Lackfarben stehen zur Wahl: neben Perlweiß ist die nuVero 3 auch in Mocca und Anthrazit erhältlich.

Dass viele Kunden sehr an kleinen und doch leistungsfähigen Boxen interessiert sind, spürt auch der schwäbische Direktvermarkter Nubert, der die in vornehmem Lack gehaltene nuVero-Baureihe nach und nach mit Spezialitäten wie Dipolen oder Wandlautsprechern abrundet. Jüngster Coup ist die betont kompakte nuVero 3 im DIN-A4-Format.

Wie knapp das neue Einstiegsmodell tatsächlich geschnitten ist, zeigt der Vergleich mit der ungleich größeren nuVero 14, die stereoplay bereits im Oktober 2008 testen konnte. Die anerkannt hochauflösende, extrem basspotente Standbox ist fünfmal so hoch, annähernd doppelt so tief und auf der Basis der Außenabmessungen fast um Faktor 20 voluminöser.

Nubert nuVero 3

© Nubert

Der zweite Hochtöner ist an der Rückseite montiert, unterhalb des Bassreflexrohrs. Die beiden Chassis sind baugleich.Der breite Schalter links ist dem Bass zugeordnet. Rechts werden Hochton und Abstrahlverhalten kontrolliert.

Kann eine derart kleine Box vollwertig klingen? Die Skepsis ist berechtigt, denn mit jedem Quadratzentimeter Membranfläche weniger wird eine Passivbox bei sonst gleicher Auslegung leiser und wattgieriger. Kleinere Antriebe vertragen weniger Leistung, fehlendes Gehäusvolumen erschwert die Ausbildung tiefer Bässe.

Nubert nuVero 3

© Nubert

Die bauteilereiche Frequenzweiche sitzt hinter dem Terminal und belegt zwei volle Platinen. Verkabelt wird von unten.

Zur Kompensation der knapp bemessenen Membranfläche ist der 15 Zentimeter große Tiefmitteltöner extrem langhubig gestaltet. Es handelt sich im Kern um das Basschassis der nuVero 11, zusätzlich optimiert für die Mittenwiedergabe. Ein separat schaltbarer, bei rund 80 Hertz einsetzender Hochpass erleichtert das Zusammenspiel mit Subwoofern. Das Filter reduziert die Membranauslenkungen und steigert den sauber nutzbaren Pegel.

Auch ohne den Hochpass ist die Pegelfestigkeit mit bis zu 99 Dezibel beachtlich, zumal sich im Tiefbass satte 46 Hertz ohne größere Absenkung erzielen lassen. Die nuVero 14 kam auf 30 Hertz und 107 Dezibel.

Nubert nuVero 3

© Stereoplay

Winzige Senke um 3 kHz, sonst sehr ausgewogen mit erstaunlich tief reichendem Bass; Impedanzmin. 3,8 Ω

Der Kalottenhochtöner mit weicher Textilmembran (der gleiche wie in den größeren nuVeros) hat eine eigene kleine Dämpfungskammer. Auf der Rückseite ist ein zweiter Hochtöner verbaut, der einen Teil der Energie nach hinten lenkt und das Nobel-Böxle so zum Semi-Dipol erhebt. Bei Stereo lässt sich mit diesem Kniff das räumliche Gefüge auffächern, beim Einsatz als Rear-Speaker wird eine möglicherweise übertriebene Direktheit vermieden.

Nubert nuVero 3

© Stereoplay

Im Grundton erhöhter Klirr mit leichter Kompression bei 100 dB SPL. Benötigt für HiFi-gerechte Pegel Verstärker ab 99 Watt an 4 Ohm.

Die tonale Balance erfährt durch den Dipolcharakter keine Änderung, denn mit dem Zuschalten des hinteren Hochtöners wird der vordere entsprechend abgesenkt. Zusätzlich lässt sich der Hochtonpegel wie bei den größeren nuVero-Modellen dreistufig justieren, für Geschmackskorrekturen und unterschiedliche Räume.

Wie ihre Geschwister zählt die nuVero 3 zur Gattung der betont neutral abgestimmten Schallwandler, die alle klanglichen Aspekte gleichermaßen aufmerksam behandeln und die Dinge nicht schöner machen, als sie im Original sind.

Hörtest

Wenn Peter Gabriel sein bassbetontes, sehr getragenes "Don't Give Up" darbot, klang die kleine Nubert tatsächlich so ausladend souverän und breitbandig, als stünde eine ausgewachsene Standbox im Raum. Des Meisters rauchige Stimme schien weder glatt gebügelt noch emotional kastriert, selbst die drückend-tiefe Bassbegleitung kam machtvoll und prall.

Das flottere "Space Captain" mit Herbie Hancock offenbarte ein für kleine Boxen typisches Verhalten. Bei Zimmerlautstärke war die Welt voll in Ordnung, doch bei stärkeren Herausforderungen wurden im gut bedämpften stereoplay-Hörraum die Reserven schnell knapp.

Dennoch geriet die kleine nuVero weder tonal aus der Spur, noch nervte sie mit harten Verzerrungen. Lediglich einige Dynamikspitzen wurden kaum merklich gekappt, als würde ein elektronischer Limiter wie von Geisterhand eingrätschen. Dies gelang der 3er so anmutig und klangschonend, dass am Ende alle hochzufrieden waren. Wer große Boxen will, soll sie kaufen. Kenner können  mit der zuckersüßen nuVero 3 viel Geld und Platz sparen.

Nubert nuVero 3

HerstellerNubert
Preis1090.00 €
Wertung46.0 Punkte
Testverfahren1.0

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