Testbericht

Im Test: Netzwerkplayer Ayon S 3

Der Ayon S 3 (5700 euro) verbindet das Beste aus drei Welten: Er kombiniert Hightech-D/A-Wandler und -Netzwerk-Player mit einer hochwertigen Röhrenvorstufe.

  1. Im Test: Netzwerkplayer Ayon S 3
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Ayon S 3

© Julian Bauer

Ayon S 3

Röhre und Hightech-Chip: Damit solch ein Technik-Joint-Venture nicht bloß in einen netten HiFi-Anachronismus mündet, gilt es, die jeweiligen Techniken so aufeinander abzustimmen, dass sich ihre prinzipbedingten positiven Eigenschaften auch wirklich ergänzen. Genau diesen Weg beschreitet der noble S 3 des österreichischen HiFi-Spezialisten Ayon .

Rein funktionell kombiniert der S 3 einen D/A-Wandler plus einen Netzwerkspieler mit einer fernbedienbaren Vorstufe. Damit bildet er den Mittelpunkt eines HiFi-Systems, und im einfachsten Fall verbindet er sich mit Aktivlautsprechern bereits zu einer spielfähigen Anlage. Da die Vorstufe zudem über zwei Analogeingänge plus Aufnahmeausgang verfügt, verdient sie das Prädikat "absolut vollwertig".

Mit sieben Eingängen von AES/EBU über I2S bis hin zu USB kommen auch beim D/A-Wandler keine Anschlussnöte auf. Die rückseitige USB-A-Buchse, als Host-Schnittstelle angelegt, erlaubt den digitalen Anschluss eines iPod, der sich hernach auch über die Benutzeroberfläche des Ayon steuern lässt. Der frontseitige USB-A-Anschluss hingegen dient zur Wiedergabe von Musik auf Speichermedien wie USB-Sticks oder Festplatten.

Für Musikwiedergabe vom Computer ist hingegen der integrierte Netzwerkspieler zuständig: Er verbindet sich mit dem Musikserver entweder drahtlos via WiFi oder aber drahtgebunden per Ethernet-Kabel. Der Lohn fürs Verkabeln ist uneingeschränkte Hi-Res-Wiedergabe bis hin zum 192/24-Format - per Funk klappt's nur bis 96/24. In einem Netzwerk mit Internetzugang kann der S 3 natürlich auch Webradio-Stationen wiedergeben. Als komfortable Plattform zum Auswählen und Organisieren der Sender nutzt er dabei den kostenlosen Web-Service von VTuner.

Was die Technik für den Netzwerkspieler betrifft, setzt Ayon auf den österreichischen Anbieter StreamUnlimited . So verwendet der S 3 das sehr zuverlässige Stream-700-Modul in einer eigens für ihn modifizierten Ausführung mit extra Masterclock zur Taktung des D/A-Konverter-Chips. Gapless Play und eine geradezu narrensichere Navigation sind für den S 3 selbstverständlich.

Technik-Flair der besonderen Art bietet die Hauptplatine des S 3, welche die komplette Audio-Elektronik beherbergt: Winzige SMD-Chips plus vergleichsweise großvolumige Röhren tummeln sich in friedlicher Koexistenz; vergoldete Leiterbahnen übernehmen den Signaltransfer zwischen den Bauelementen.

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Netzwerkplayer Ayon S 3
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Netzwerkplayer

Der Ayon S 3 verbindet das Beste aus drei Welten: Er kombiniert Hightech-D/A-Wandler und -Netzwerk-Player mit einer hochwertigen Röhrenvorstufe.

Ohnehin geizt der Ayon S 3 nicht mit technischen Besonderheiten: Pro Kanal arbeitet in der Ausgangsstufe eine kräftige 6H30-Doppeltriode. Dieser einst fürs russische Militär entwickelte Edel-Glaskolben erfreut sich in High-End-Kreisen höchster Reputation. Ihre Anodenspannung bezieht die Doppeltriode aus einer Stromversorgung, die mit Gleichrichter-Röhren bestückt ist. Diese zeichnen sich durch hohe Spannungsfestigkeit und geringe Eigenkapazität aus. Ihr Klanggeheimnis: Durch den relativ hohen Innenwiderstand wirken sie impulsartigen, hohen Stromspitzen beim Laden der Sieb-Kondensatoren entgegen, die sich rückwirkend als klangtrübender Störnebel selbst in anderen Geräten breitmachen könnten. Unterstützt wird diese Wirkung durch eine Siebdrossel, die darüber hinaus noch sehr effizient das Restbrummen unterdrückt. 

Als fernbedienbaren Lautstärkesteller verwendet der S 3 den exzellenten PGA 2320 von Burr-Brown , der das Signal auf analogem Weg mittels umschaltbarer Präzisionswiderstände abschwächt. Der Edel-Chip lässt sich jedoch aus dem Signalweg schalten, wenn man den Ayon an eine Vorstufe anschließt.

Dieser Wunsch dürfte aber nur selten aufkommen, wie der Hörtest eindrücklich zeigte. So kann man Vorstufen finden, die noch besser klingen - aber beim Suchen darf man sich getrost Zeit lassen und erst mal mit dem Ayon S 3 sehr viel Spaß haben. Denn über die Analogeingänge mit Musik versorgt, zeigte sich der Österreicher als überraschend souveräner Preamp. So spielte er ausgesprochen frei und atmend, agierte dabei unglaublich energisch und feinfühlig zugleich - bei unsymmetrischer Anschlussweise noch eine Winzigkeit ungezwungener als bei der minimal strenger wirkenden symmetrischen XLR-Alternative.

Da wundert es nicht, dass sich der S 3 im Netzwerk-Betrieb gleich mit dem stereoplay Highlight Linn Akurate , anlegte: Okay, der Linn reproduzierte noch eine Winzigkeit genauer, neutraler, dafür kam er gegenüber dem ungebremst aufspielenden S 3 auch etwas blutleerer daher.

Als via AES-EBU oder S/P-DIF gefütterter D/A-Wandler verband der Ayon wieder klanglich das Beste aus drei Welten. So kombinierte er Stabilität und Verve eines Naim DAC sowie die Leichtigkeit und Offenheit eines Ayre QB 9 mit Röhren-typischer Wärme und Charisma. Mit der in allen digitalen Betriebsarten zuschaltbaren 192-kHz/24-Bit-Upsampling-Funktion gewann das Klangbild noch mehr an Kontur, es verlor jedoch auch ein wenig von seiner charmanten Anmut.

Ayon S 3

HerstellerAyon
Preis5700.00 €
Wertung67.0 Punkte
Testverfahren1.0

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