Testbericht

Im Test: Subwoofer B&W DB 1

Der B&W DB 1 (4250 Euro) ist ein Subwoofer der Extraklasse: Die zwei gegenläufig montierten Treiber ohne Reflexöffnung tönen ultra-machtvoll, fasziniert und mit einer unglaublicher Basstiefe.

  1. Im Test: Subwoofer B&W DB 1
  2. Bassoptimierung am Rechner
  3. Datenblatt
B&W DB 1

© Archiv

B&W DB 1

Mit dem DB 1 hat B&W einen Wahnsinns-Woofer geschaffen, den es so kompromisslos und doch bezahlbar kein zweites Mal gibt. Bestückt ist das nicht ganz würfelförmige Gerät mit zwei 12-Zoll-Chassis der Extraklasse, die um 180 Grad zueinander versetzt montiert wurden. Der Kunstgriff schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

B&W DB 1

© MPS

Das Prachtgerät ist in furniert in Kirschholz wie auch Nussbaum oder schwarzem Glanzlack zu haben. Der Sockel kann um 90 Grad gedreht werden, wenn die Chassis nicht zur Seite, sondern nach vorne und hinten zeigen sollen. Das Messmikrofon wie die notwendigen Kabel liegen bei.

Die Membranfläche ist größer als bei einem optisch wesentlich dominanteren 15-Zöller, die Belastung des Gehäuses durch Rückstosskräfte gleich null. Da beide Membranen gleichphasig angesteuert werden, bewegen sie sich stets gegenläufig: Die Kräfte heben sich auf. Der DB 1 bleibt daher auch bei größten Lautstärken ortsfest, er hüpft nie und entfernt sich auch auf glatten Böden nicht von seinem Platz, was bei solch monodirektionalen Geräten durchaus vorkommt.

Das Gehäuse vibriert sehr viel weniger als bei Woofern üblich. Eine Innenverstrebung im Bereich der halben Gehäusebreite unterstützt die Stabilität. Die neu entwickelten Chassis arbeiten extrem linear und werden am Wendepunkt ihres Arbeitsweges weniger durch Sicken und Zentrierungen gebremst als durch die Federsteife der Luft. Die Auslegung verbessert den Wirkungsgrad, weil die Elektronik nicht gegen irrsinnig harte Aufhängungen ankämpfen muss. Daher genügen dem DB 1 vergleichsweise moderate 1000 Watt, je zur Hälfte auf beide Chassis verteilt, um Lautstärken bis zu 111 Dezibel frei von nennenswerter Kompression oder Verzerrung zu erzeugen.

Fast noch spektakulärer ist die ermittelte Bandbreite, die bezogen auf -3 dB intergalaktische 15 (!) Hertz erreicht. Die wesentlichen Funktionen sind über Tipptasten an der Front zugänglich, ein mehrzeiliges Display quittiert die Eingaben. Um die Einmessfunktion zu nutzen, muss man eine Software installieren, die auf der Website des Herstellers zum Download bereitsteht.

B&W DB 1

© stereoplay

Sehr ausgewogen mit extrem tief reichendem Bass und vielen praxisgerechten Einstellmöglichkeiten.

Um die Fähigkeiten des DB 1 auszuloten, wuchteten die Tester zwei B&W 804 Diamond in den Hörraum, die mit ihrer überragenden Feindynamik für diesen Zweck wie geschaffen sind. Anfangs wurden, wie bei Woofer-Tests üblich, vor allem Musikbeispiele mit besonders intensiven oder tiefschürfenden Bassanteilen eingesetzt.

B&W DB 1

© stereoplay

Nur im Supertiefbass steil ansteigender Klirr ohne nennenswerte Kompression.

Der Doppelwoofer steigerte die Über-Alles-Souveränität der Standboxen derart eindeutig, dass nicht der geringste Zweifel an seiner Sinnhaftigkeit aufkam. Das Ergebnis ist faszinierend und grausam zugleich, denn schon nach kurzer Zeit möchte man die 804er ohne Ergänzung durch den Woofer nicht mehr hören.

An der etwas größeren und von Haus aus bassstärkeren B&W 802 Diamond war der Zugewinn an Autorität und Gelassenheit minimal geringer, aber kaum weniger spektakulär. Die größte Überzeugungsarbeit leistete der Woofer mit Klangbeispielen, die vermeintlich tiefbassfrei sind; Kammermusik zum Beispiel oder Höbücher. Tatsächlich entstand auch da ein tiefes, emotionales Loch, sobald der Sub ausging.

Wer den DB 1 nicht kennt, ahnt nicht, was ihm entgeht.

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