Testbericht

Im Test: Vorverstärker McIntosh C 50

McIntosh setzt beim Design konsequent auf Kontinuität. In der Technik gehen die Amerikaner aber mit der Zeit: Die klangstarke Vorstufe C 50 hat neben einem Phonoboard auch einen USB-DAC an Bord.

  1. Im Test: Vorverstärker McIntosh C 50
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McIntosh C 50

© Herbert Härle

McIntosh C 50

Normalerweise ist man heutzutage bei Bedienungsanleitungen schon froh, wenn man überhaupt aus dem Inhalt etwas lernen kann. Im Falle McIntosh ist das anders: Hier prangt auf dem Titel des Manuals das Logo mit einer großen Weltkugel. Auf der kann man erkennen, dass für die McIntosh-Leute der Mittelpunkt der Welt in Amerika liegt. Doch auch im weiteren Verlauf geht es sehr verständlich zu. Und das ist keinesfalls selbstverständlich, denn der neue Vorverstärker C 50 steckt voller Funktionen.

Die fernsteuerbare Vorstufe besitzt eine Phonostufe, einen achtbandigen Equalizer und lässt sich auch als D/A-Wandler verwenden. Nicht nur für die üblichen Audio-Komponenten, für die je zwei koaxiale und zwei optische Digital-Eingänge bereitstehen. Der neue McIntosh lässt sich sogar als USB-D/A-Wandler für einen Computer einsetzen. Dabei ist die Bedienung genauso intuitiv handhaben wie die berühmten Computer mit dem ähnlichen Namen. Hier gilt wirklich die Devise "plug & play" - Programmierkenntnisse sind wahrlich nicht von Nöten.

McIntosh C 50

© Herbert Härle

Genial: Wer den Klang einzelner Quellen mit dem Achtband-Equalizer nachwürzen möchte, der kann den Status für jeden Eingang separat festlegen.

Während sich die Geister scheiden, was das Voranschreiten der Konvergenz zwischen HiFi und Computer betrifft, sind sich wohl alle einig: Eine High-End-Vorstufe sollte genug Eingänge haben. Und spätestens hier dürfte auch jedem, digitalen Musikarchiven wenig offen gegenüberstehenden Traditionalisten das Herz aufgehen: Die sechs vergoldeten Cinch-Eingänge für analoge Hochpegelquellen, separate Eingänge für MM- und MC-Tonabnehmer sowie gleich zwei symmetrische XLR-Eingänge lassen in Verbindung mit den fünf Digital-Entrees anschlussseitig keinerlei Wünsche offen.

McIntosh C 50

© Herbert Härle

Der Vorverstärker mit der empfindlichen Phono-Sektion residiert in einer eigenen Kammer. Darunter sitzt die Digital-Sektion mit Steuerung und D/A-Wandler sowie das Netzteil. Für jeden Eingang mit Ausnahme der Phono-Anschlüsse ist der C 50 so programmierbar, dass er die Signale unter Umgehung der elektronischen Lautstärke-Regelung an die Endstufen weiterreicht.

Zum Ansteuern von Endstufen stehen sowohl drei symmetrische als auch drei unsymmetrische Vorverstärker-Ausgänge zur Verfügung. Dazu kommt ein Cinch-Ausgang für Aufnahmegeräte. Zwei Bögen mit farbigen DIN-A3-Anschluss-Grafiken helfen bei der Inbetriebnahme.

Die McIntosh C 50 zählt definitiv zu den HiFi-Komponenten, mit denen man sich auf Anhieb vertraut fühlt. Während Übersichtlichkeit und Tastenanordnung als vorbildlich gelten, erinnern Form und Materialwahl der Fernbedienung - schwarzes Plastik und beleuchtete Gummi-Knöpfe - indes eher an einen DVD-Player einfacher Prägung.

Diese Kritik kann man umgekehrt auch als Lob für die makellose, safeartige Gehäusequalität der über 12 Kilo schweren Vorstufe werten - hier sind alle Sinne einfach auf eine Lösung aus Metall gepolt. Gut in der Hand liegt der Drehknopf der elektronischen Lautstärkeregelung, deren Stellung auf dem Frontdisplay in Prozent angezeigt wird. Um Lautstärkeunterschiede zwischen den einzelnen Quellen auszugleichen, können McIntosh-Eigner die Empfindlichkeit jedes Eingangs einzeln justieren. Dabei helfen die in nostalgischem Blau hinterleuchteten Pegelanzeigen auf der Frontplatte.

Deren Beleuchtung lässt sich zwar abschalten, doch dürften derartige Accessoires Puristen ebenso wenig aus der Reserve locken wie der Equalizer. Der tarnt sich hinter Drehknöpfen, wie man sie gewöhnlich nur an homöopathisch einsetzbaren parametrischen Equalizern findet, doch ermöglichen die acht Regler leine Anhebung respektive Absenkung um 12 dB für vorgegebene Frequenzen mit fester Flankensteilheit.

McIntosh C 50

© AUDIO

Frequenzgang Die Frequenzgänge sind tadellos, vor allem auch Phono-MC ist extrem breitbandig.

Messlabor

Alle Achtung: Obwohl jede Menge Elektronik inklusive D/A-Wandler samt Netzteil in der Vorstufe zusammengefasst ist, liegt das Rauschen auf einem sehr niedrigen Niveau.

Sogar Phono-MM und -MC erreichen Rauschabstände von 80 respektive 83 dB. Hier zahlt sich die strikte Trennung der Bereiche aus. Die Klirrwerte sind herausragend niedrig und mit dominierender zweiter Ordnung gehörfreundlich abgestimmt. Bei den Frequenzgangmessungen fällt die breitbandige Auslegung auch gerade bei Phono-MC auf.

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