Testbericht

iPhone 6 Plus im Test

Das iPhone 6 Plus ist das derzeit beste iPhone. Der Test zeigt, warum es trotz seiner Größe besser als das iPhone 6 abschneidet.

  1. iPhone 6 Plus im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
Apple iPhone 6 Plus

© connect

Apple iPhone 6 Plus
EUR 655,99

Pro

  • Aluminiumgehäuse im Premiumdesign
  • brillantes und helles Display
  • hervorragende Kamera
  • leistungsfähiger 64-Bit-Prozessor
  • sehr gute Ausdauer

Contra

  • hoher Aufpreis für Speicher
  • Gehäuse nicht wasserdicht
  • Speicher nicht erweiterbar
84,2%

Das Apple iPhone 6 Plus ist mit seinem 5,5-Zoll-Display nicht gerade klein, gehört mit 7,1 Millimeter Bauhöhe dennoch zu den schlankesten Phones am Markt. Hinzu kommt das jetzt viel rundere Profil des Gehäuses, durch die das iPhone 6 Plus trotz seiner Größe angenehm in der Hand liegt. An der Verarbeitung gibt es nichts zu mäkeln. Eine fühlbare Trennung von Rahmen, Rückseite und Bildschirm gibt es nicht, was den Eindruck erweckt, dass das Gehäuse nur aus einem einzigen Bauteil besteht.

Gehäuse: Kein Bentgate bei connect

Kurz nach dem Verkaufsstart machten Fotos von deformierten iPhone-6-Plus-Modellen im Internet die Runde, die unter dem Hashtag #bentgate schnell zum Skandal aufgeblasen wurden. Die Theorie: Weil Apple den Rahmen nicht stabil genug konstruiert habe, verbiege sich das Gerät leichter als vergleichbare Smartphones, wenn man Druck auf eine bestimmte Stelle des Gehäuses ausübt, etwa beim Tragen des Smartphones in der Hosentasche.

Apple streitet das ab und verweist auf Einzelfälle, auch wir haben im Testzeitraum keine Verformungen beobachtet, obwohl wir das Gerät nicht mit Samthandschuhen angefasst haben. Die hohen Verkaufszahlen und die geringe Anzahl der bisher bekannten Fälle sprechen ebenfalls gegen einen Konstruktionsfehler.

Apple iPhone 6 Plus

© Connect

Flach auf dem Tische liegen kippelt das iPhone 6 Plus ein wenig.

Display: Darf's etwas mehr sein?

Die Displayauflösung beträgt beim iPhone 6 Plus 1920 x 1080 Pixel, was bei einer Diagonalen von 5,5 Zoll zu einer Pixeldichte von 401 ppi führt. Das ist etwas besser als beim kleineren iPhone 6 und ein sehr guter Wert, auch wenn es noch brillantere Anzeigen gibt. Die eigentlichen Stärken des Displays: Der gute Kontrast und die hohe Blickwinkelstabilität.

Displaymessung Apple iPhone 6 Plus

© Apple

Displaymessung

Displaymessung:

  • Kontrast bei < 1 Lux: 1:907
  • Kontrast bei 500 Lux: 1:900
  • Kontrast bei 20 000 Lux: 1:45,9
  • Displayhelligkeit: 553 cd/m2

Handhabung: Nur mit zwei Händen

Die neue Größenordnung hat Folgen. Während sich das iPhone 6 mit seinem 4,7-Zoll-Display bequem einhändig bedienen lässt und mit 129 Gramm auch nach längerer Nutzung nicht zu schwer wird, geht beim 6 Plus eigentlich nichts mehr ohne die zweite Hand.

Apple hat zwar softwareseitig einen speziellen Einhandmodus implementiert, der den Displayinhalt nach unten in Daumenreichweite schiebt, wenn man zwei Mal kurz auf die Home-Taste tippt, aber das ist im Alltag kaum praktikabel. Hinzu kommt, dass die meisten Hosentaschen zu klein für das Phablet sind und dass das Gewicht von 172 Gramm nach längerer Benutzung spürbar wird. Im Gegenzug profitiert man von dem größeren Display gleich doppelt, weil Webseiten und Videos mehr Platz haben und Apple einige Apps mit einer speziellen Querformat-Ansicht anreichert, die die größere Fläche clever ausnutzt.

Im Posteingang etwa wird die Oberfläche wie auf dem iPad zweigeteilt, die Tastatur zeigt Sonderzeichen und Extratasten zum Ausschneiden und Fetten von Text. Hier wird bereits deutlich: Beide Geräte gleichen sich zwar formal wie ein Ei dem anderen, sind aber technisch nicht identisch ausgestattet. Die Unterschiede sind größer als man denkt, sie betreffen auch die Kamera und vor allem den Akku.

Apple iPhone 6 Plus Displayhelligkeit

© connect

Mit 553 cd/m2 ist das Display des iPhone 6 Plus sehr hell.

Ausstattung: Besser als das iPhone 6

Beiden 6er-Modellen gemein ist Apples neuer A8-Prozessor: Dual-Core, 1,4 Gigahertz und 1 GB RAM - nicht gerade beeindruckende Werte. Doch Apples Zweikerner kann locker mit den höher getakteten Vier- und Achtkernern der Konkurrenz mithalten und hat in einigen Benchmarks sogar die Nase vorn. Die Ergebnisse werden im Alltag durch eine butterweiche Darstellung selbst bei grafisch anspruchsvollen Spielen bestätigt.

Bildergalerie

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Galerie
Apple-Smartphone

Das Apple iPhone 6 Plus ist nun endlich erhältlich. Wir zeigen Ihnen einige Schnappschüsse, die wir mit der Kamera des neuen Gerätes gemacht haben.

Auch die Kamera ist trotz vermeintlich kleiner Auflösung von 8 Megapixel besser als bei vielen Konkurrenten. Im Gegensatz zum iPhone 6 ist das iPhone 6 Plus zusätzlich mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet, der Verwackler besser ausgleicht, was vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen noch einmal sichtbare Verbesserungen bringt.

Wer auf eine gute Kamera Wert legt, macht mit den neuen iPhones also nichts verkehrt - mit einer Ausnahme: Selfie-Fans werden anderswo glücklicher. Apple spendiert der Frontkamera nur 1,2 Megapixel, und auch wenn die Aufnahmen recht lichtstark sind, liefern andere Hersteller hier mehr Pixel und Funktionen.

iOS: Alle Apple-Geräte werden vernetzt

Weitere Neuerungen kommen über das neue iOS 8. Unter dem Namen "Continuity" fasst Apple eine ganze Reihe neuer Funktionen zusammen, die iOS noch enger mit Apples Desktop-System Mac OS X Yosemite verbindet. Vereinfacht gesagt teilen sich alle Apple-Geräte eines Nutzers die gleichen Funktionen, wenn sie sich im selben WLAN-Netz befinden: Ein auf dem iPhone eingehender Anruf wird auch auf dem MacBook angezeigt und kann dort entgegengenommen werden.

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iOS 8 bringte neue Funktionen
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iOS 8 für iPhone und iPad

Die kommende Version von iOS wird im September veröffentlicht. Wir stellen die neuen Funktionen vor und zeigen, was iPhone- und iPad-Nutzer erwartet.

Eine SMS, die auf dem iPhone eingeht, wird auch auch dem iPad angezeigt und kann dort beantwortet werden. Weil viele Apple-Programme in Echtzeit geräteübergreifend synchronisiert werden, reicht die Vernetzung sogar noch tiefer: Eine auf dem Mac begonnene E-Mail lässt sich auf dem iPad nahtlos weiterschreiben, eine auf dem iPad geöffnete Webseite wird auch auf dem iPhone angezeigt.

Wenn eine solche "Continuity"-Aktion verfügbar ist, werden die entsprechenden Icons auf dem Sperrbildschirm angezeigt, unter Mac OS Yosemite ist ein neuer Bereich am linken Rand der Dockleiste dafür reserviert. In der Praxis funktioniert Continuitiy meist reibungslos und bringt einen echten Zuwachs an Bedienkomfort.

Der Vorteil für Apple (und für den Nutzer) liegt auf der Hand: Apple-Geräte werden umso besser, je mehr man davon besitzt. Ein iPad alleine ist schön, doch im Verbund mit einem iPhone wird es auch zum Telefon, kann SMS empfangen und versenden und die Internetverbindung ohne fummeliges Tethering-Setup mitbenutzen.

Bildergalerie

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Apple-Flagschiff

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Vorteil gegenüber Android

Die Liste der weiteren Neuerungen von iOS 8 ist lang, aber wenig spektakulär. Stark ist die Möglichkeit, Einkäufe in der Familie kostenlos zu teilen, auch die neuen Tools der Fotos-App können sich sehen lassen. In der Summe handelt es sich fraglos um eines der besten und ausgereiftesten mobilen Betriebssysteme, das die Schwächen der Hardware locker wegbügelt.

Dabei stehen die Continuity-Funktionen stellvertretend für die große Stärke von Apple: Als einziger Spieler im Mobilfunkmarkt kontrolliert man nicht nur das Software-und Dienste-Ökosystem, sondern auch die Hardware-Basis - und wird damit in die Lage versetzt, beides perfekt aufeinander abzustimmen und zu vernetzen. iOS 8 ist ein großer Wurf.

Apple iPhone 6 Plus Homescreen

© Apple

Apple iPhone 6 Plus: Der Homescreen

Messergebnisse: 6 Plus mit starker Ausdauer

Weil das Plus-Modell höher und breiter ist, kann Apple einen größeren Akku einbauen, was man deutlich merkt: Mit einer Laufzeit von 10:12 Stunden im normierten Nutzungsmix kratzt es ganz nahe an der aktuellen Spitzenposition, die von Huaweis Dauerläufer Ascend Mate 7 (Test) gehalten wird.

Das ist ein klarer Vorteil gegenüber dem 6er, das mit 6:56 Stunden im direkten Vergleich deutlich schlechter abschneidet. Auch die Funkleistungen des 6 Plus sind besser: Während das kleinere iPhone im UMTS-Netz schwächelt, liefert der große Bruder eine solide Vorstellung mit 25 Punkten ab.

Im LTE- und im GSM-Netz sind die Messergebnisse ausgezeichnet, auch die Sprachqualität ist gut. Wenn man auf Lautsprecher umschaltet, hört man allerdings, dass Apple nur einen Speaker an der Unterseite einbaut - andere Oberklässler wie das Xperia Z3 (Test) kommen mit Stereo-Lausprechern auf der Front, die auch beim Videos schauen den besseren Klang liefern.

Fazit: Gut, aber teuer

Das iPhone 6 Plus ist am Ende deutlich besser als das iPhone 6 (Test), es hat das größere Display, die bessere Kamera und die längere Akkulaufzeit. Das iPhone 6 Plus steht dank exzellentem Design und überwiegend guter bis sehr guter Testergebnisse auf Platz 10 in der Bestenliste. Dass es für eine noch bessere Platzierung nicht reicht, liegt an den typischen Nachteilen, die man als Apple-Kunde in Kauf nehmen muss: einen  proprietären Anschluss, einen fest verbauten Akku und einen nicht erweiterbaren Speicher.

Da es das iPhone 6 Plus nur in den Varianten mit 16, 64 und 128 GB gibt, ist man fast gezwungen, die 64-GB-Variante zu kaufen, mit entsprechend saftigem Aufpreis: In der Topvariante ist das 6 Plus mit 999 Euro teurer als ein gutes Notebook.

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