Testbericht iPhone-Karten und -Navigation im Test
- Testbericht
- Datenblatt
Apple Karten iOS 6
- Hersteller
- Apple
- Wertung
- 406.0 Punkte
- Testverfahren
- 0.9
- +zuverlässige Navigation
- +sehr gute Staumeldungen
- -ungünstige Farbgebung
- -zu starke Vereinfachung
Die Kartenfehler: Eine Frage der Ebene
Tatsächlich hat sich Apple bei den Sonderzielen offensichtlich veraltetes und fehlerhaftes Material andrehen lassen: Supermärkte, die schon vor Jahren umbenannt wurden, Tankstellen, die auf der falschen Straßenseite angezeigt werden, oder Stadtzentren, die auf einem Acker liegen – sofern der Ortsname nicht gleich völlig fehlt.
Test: Die besten Navi-Apps fürs iPhone
Bei den Satellitenkarten zeigen sich ebenfalls erhebliche Lücken, oft ist die Qualität schlechter als bei der Vorgänger-App von Google. Man findet aber auch Gebiete, die nur wenige Monate alt und recht gut aufgelöst sind – mit der Zeit wird sich die Qualität wohl deutlich verbessern.
3D-Karten: Bislang nur für Berlin
© connect
Wo noch keine dreidimensionalen Informationen vorliegen, zeigt die Karte das platte Satellitenbild – deswegen ist auch die Freiheitsstatue in New York nur als Stern zu erkennen. Es handelt sich also um keine Fehler – die 3D-Daten sind schlicht noch nicht flächendeckend.
Die Navigation klappt zuverlässig
Mit dem Hauptfeature an sich – der Navigation – hat das Ganze aber wenig zu tun: Eine digitale Karte ist in Ebenen oder Layern aufgebaut. In der untersten Ebene ist ausschließlich die Straßengeometrie beheimatet, und die (und nur die) stammt von Tomtom. Entsprechend sind die Daten so korrekt und vollständig wie bei allen Navigationssystemen – wir konnten bei den Straßendaten so gut wie keine Fehler finden. Bis Apple aktualisierte Daten einspielt, empfiehlt es sich daher, nicht zu Sonderzielen zu navigieren, sondern die Straßenadresse einzugeben.
Staumeldungen: HD-Traffic inklusive
Ungeschickt ist jedoch die Farbgebung: An vielen Stellen kann man Stadt und Land kaum voneinander unterscheiden, die blassen Pastelltöne bieten viel zu wenig Kontrast. Außerdem hat es Apple mit dem Vereinfachen übertrieben: Kleine Straßen in der Stadt erscheinen erst, wenn man ganz nah zoomt. Das verhindert die schnelle Orientierung:
© connect
Mehr lesen
- Übersicht: Unsere Bestenlisten
- Testverfahren: So testet connect Navigationssysteme
- Kaufberatung: Navi-Apps vs. portable Navis
Zielführung: Butterweiche Animationen
Aktiviert man die Zielführung, schaltet die Apple-App in eine andere Darstellung, die äußerst schick ist und butterweich scrollt, obwohl alle Karten auf einem Server liegen. Dennoch verbraucht die Anwendung kaum Datenvolumen – bei typischen Pendelrouten fallen nur wenige hundert Kilobyte an.
Was wohl auch daran liegt, dass außer der Abbiegeanweisung alles ausgeblendet wird, was möglicherweise irritieren könnte. Geschwindigkeitsinformationen fehlen, eine Satellitenansicht ist nicht möglich – sogar für die Ankunftszeit muss man die Vollbilddarstellung abschalten. Das ist zuviel des Guten.
Sehr sparsam geht Apple mit Sprachanweisungen um, die wenigen Ansagen kommen dafür sehr präzise. Ebenso stimmig sind die jeweils drei zur Wahl errechneten Routen – hier merkt man die hohe Qualität der Tomtom-Karten.
Fazit: Die Navigation wird ihren Weg machen
Der große Wurf ist Apple mit seinen Karten zumindest vom Start weg nicht gelungen, dazu ist das Gesamtpaket zu fehlerhaft. Die an sich runde Navigation wird aber ihren Weg machen und einige kleinere Anbieter verdrängen.
Alle Daten und Testergebnisse zum Apple Karten iOS 6