Apple-Smartphone

iPhone X im ersten Test: Ungewohnt, aber typisch Apple

Mit dem iPhone X hat Apple nicht nur ein neues Design mit fast randlosem Display vorgestellt, beim neuen iPhone muss man sich auch an eine andere Bedienung ohne Home-Button und Touch ID gewöhnen. Wir haben das iPhone X in einem ersten Test ausprobiert.

Apple iPhone X

© connect

Von hinten ist das iPhone X eindeutig durch die vertikale Kamera zu erkennen.

Das iPhone X unterscheidet sich schon rein äußerlich von seinen Vorgängern. Besonders auffällig ist natürlich das fast randlose Display mit der charakteristischen Aussparung am oberen Displayrand, wo Kamera und Sensoren für die Face ID untergebracht sind. Gleichzeitig fehlt unten der bislang für Apple typische Home-Button. Dafür reicht das Display fast bis an den unteren Gehäuserand. Die seitlichen Ränder sind in etwa so breit wie bei iPhone 8 und 8 Plus. Damit ist das Display zwar nicht komplett randlos, wie man es etwa von Samsungs Galaxy S8 kennt. Dafür kann man das Gerät bequem in die Hand nehmen, ohne versehentlich auf das Display zu drücken.

iPhone X: Gehäuse und Farben

Während iPhone 8 und 8 Plus in drei Farbvarianten angeboten werden, gibt es das iPhone X nur in Space Grau und Silber. Die Glasrückseite sieht dabei genauso aus wie bei den entsprechenden 8er-Modellen, abgesehen von der anders angeordneten Kamera. Das schwarze bzw. graue Modell hat einen schwarz gefärbten Rahmen und sieht damit eher wie aus einem Guss aus. Doch auch das silberne Modell ist elegant mit seinem glänzenden Edelstahlrahmen. Die Vorderseite ist auch hier schwarz, auf der Rückseite sticht das schwarze Kameramodul stärker hervor.

Apropos Kamera: Diese steht wie von den anderen Modellen gewohnt aus dem Gehäuse hervor. Dadurch, dass das Kameramodul deutlich größer und vertikal angeordnet ist, kippelt das iPhone X aber noch etwas stärker, wenn es auf dem Tisch liegt.

Apple iPhone X im Unboxing

Quelle: connect
Wir haben Apples neues iPhone X ausgepackt.

Im Vergleich zum iPhone 8 ist das iPhone X etwas größer. Vor allem wenn man kleine Hände hat, ist der Unterschied schon klar erkennbar. Noch klarer fällt aber der Vergleich mit dem iPhone 8 Plus aus. Denn das iPhone X ist deutlich kleiner und damit handlicher. Das Display ist mit seinen 5,8 Zoll dennoch erkennbar größer. Allerdings ist es vor allem länger. In der Breite gewinnt hier das iPhone 8 Plus. Wer also gerne Texte im Querformat liest, muss sich auf mehr Scrollen einstellen, während es im Hochformat mehr Platz nach unten gibt.

iPhone X: Randloses OLED-Display

Apple nutzt beim iPhone X erstmals ein OLED-Display. Es ist scharf und ausreichend hell, beim Vergleich mit den LCDs von iPhone 8 und 8 Plus fällt aber doch auf, dass es auf höchster Helligkeitsstufe erkennbar dunkler wirkt als die herkömmlichen iPhone-Displays.

Die Aussparung am oberen Rand, über die schon viel diskutiert wurde, ist uns im ersten Test nicht besonders negativ aufgefallen. Im Hochformat werden die beiden Laschen rechts und links der Frontkamera meist zur Anzeige von Uhrzeit, Funkverbindungen und Akkustand genutzt, hinterlegt mit der Hintergrundfarbe der jeweiligen App. Auch bei Apps, die im Querformat das gesamte Display nutzen, ist der „Notch“ bislang nicht störend aufgefallen. Auffälliger ist, dass viele Apps im Querformat (noch) gar nicht das ganze Display des iPhone X nutzen. Stattdessen werden rechts und links schwarze Balken eingeblendet. Man ist also zunächst darauf angewiesen, dass die App-Entwickler nach und nach ihre Apps an das neue Format des iPhone X anpassen.

iPhone X und iPhone 8 (Plus)

© connect

Das iPhone X ist etwas größer als das iPhone 8, aber deutlich kleiner als das iPhone 8 Plus

iPhone X: Bedienung ohne Home-Button

Bei der Bedienung des iPhone X müssen sich Apple-Nutzer ein wenig umgewöhnen. Der Home-Button als zentrales Steuerelement fällt weg. Doch so groß wie anfangs befürchtet ist die Umstellung gar nicht. Anstatt auf den Home-Button zu drücken, um zur Startseite zurückzukehren, wischt man jetzt von unten ins Display. Die Mitteilungszentrale erreicht man an gleicher Stelle wie bisher, indem man mittig von oben nach unten wischt. Nur das Kontrollzentrum hat eine neue Heimat gefunden. Man muss von oben rechts ins Display wischen.

Der einzige Handgriff, der vielleicht etwas Übung braucht, ist der App-Wechsler. Um ihn zu öffnen muss man nach oben wischen, kurz auf dem Display verharren und dann loslassen. Wenn man im falschen Moment weiter wischt, landet man wieder auf dem Homescreen. Doch nach ein paar Versuchen hat man auch hier den Dreh raus.

iPhone X: Face ID und Frontkamera

Ohne den Home-Button fällt auch die Touch ID weg. Während man iPhones bisher bequem mit einem Fingerabdruck entsperren konnte, setzt Apple beim iPhone X auf die Gesichtserkennung Face ID. Dafür wird mit zahlreichen Sensoren das Gesicht vermessen. Dies kann man bereits beim ersten Setup einrichten. Dabei wird das Gesicht zweimal gescannt, während man den Kopf bewegt. Das Entsperren über Face ID geht dann tatsächlich sehr flott. Man muss das iPhone lediglich hochheben und ansehen, schon ist es entsperrt. Das funktioniert nach ein paar Versuchen auch problemlos mit und ohne Brille. Mit geschlossenen Augen funktioniert es dagegen wie angekündigt nicht.

Nach dem Entsperren muss man allerdings noch auf dem Display hochwischen, um zum Startscreen zu gelangen. Hier war die Touch ID intuitiver, da man den Finger ohnehin schon auf dem Home-Button hatte.

iPhone X und iPhone 8 Plus

© connect

Das iPhone X ist deutlich kleiner als das iPhone 8 Plus, hat aber ein größeres Display.

Die Sensoren in der Frontkamera kann man neben der Face ID auch noch für allerlei Spielereien verwenden. Zunächst gibt es auch für die Frontkamera einen Porträtmodus. Während dieser bei der Hauptkamera über die zweite Linse abgebildet wird, nutzt die Selfie-Cam die Tiefenvermessung der Sensoren, um den Hintergrund unscharf darzustellen. Im ersten Test hat das schon ganz gut geklappt, eine breite Brille wurde aber teilweise nicht richtig erkannt und zusammen mit dem Hintergrund unscharf gestellt.

Zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Animoji, die schon bei der Vorstellung während des Apple-Events ausführlich präsentiert wurden. Mit Hilfe der Frontkamera kann man seine Mimik auf animierte Emoji übertragen und so in iMessage animierte Sprachnachrichten verschicken. Diese kommen auch bei Nutzern eines anderen iPhone als animierte Nachricht an. Während dies ein nettes Gimmick ist, das durchaus Spaß macht, dürfte sich der Neuigkeitswert der Animoji doch schnell abnutzen.

Fazit

Das iPhone X bietet viel Neues, allen voran das fast randlose 5,8-Zoll-Display, das Apple in ein gerade noch handliches Gehäuse packt. Die Seitenränder lassen dabei ein wenig Spielraum, es ginge noch randloser. Die Umstellung, die der fehlende Home-Button mit sich bringt, fällt dabei nicht so gravierend aus, wie befürchtet. Vor allem geht auch die Entsperrung durch Face ID richtig flott.

Wie sich das iPhone X in Sachen Ausdauer, Funkwerte und Kameraqualität macht, wird demnächst der connect-Labortest zeigen. Unser Fazit bis dahin: Das iPhone X macht auf jeden Fall einen guten ersten Eindruck. Apple liefert ein hochwertiges Smartphone ab, das trotz der vielen Änderungen letztlich ein typisches iPhone ist, für das man allerdings auch richtig tief in die Tasche greifen muss.

iPhone X Animoji

© connect

Nette Spielerei auf dem iPhone X: Mit den Sensoren der Frontkamera kann man aniierte Emoji verschicken, sogenannte Animoji.

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