Kompaktbox

KEF LS50 im Test

Die KEF LS50 weist im Hörtest echte Studiomonitor-Qualitäten auf. Zusätzlich macht die Kompaktbox auch noch richtig Spaß.

KEF LS50

© Julian Bauer, MPS, Archiv

KEF LS50
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EUR 500,00

Pro

  • präzise, sehr knackige Abbildung
  • authentischer Bass
  • angenehmer Hochton
  • detailreich

Contra

Gut

Zum fünfzigjährigen Jubiläum 2012 präsentierte KEF die Kompaktbox LS50. Sie gilt als direkter Nachkomme der legendären LS3/5a, die lange Zeit als das Nonplusultra in Sachen Tonstudio-Beschallung war. Die LS50 tritt somit ein schweres Erbe an, weshalb sich die Produkt-Entwickler auch mächtig ins Zeug legten, um einen besonders vorzeigefähigen Lautsprecher zu kreieren.

KEF LS50: Aufbau

Herzstück der LS50 ist ein überarbeitetes UNI-Q-Chassis, das seine Gene direkt vom KEF-Topmodell Blade erhalten hat. Das Ziel der Koax-Konstruktion: Ein besonders phasenlineares Abstrahlverhalten. Da der Hochtöner im Zentrum des Woofers steckt, treten keine winkelabhängigen Laufzeitunterschiede auf, was sich in der Regel positiv auf das Timing auswirkt. Der UNI-Q setzt sich bei der KEF LS50 aus einem 13cm-Tiefmitteltöner und einem 25mm-Tweeter zusammen.

Bildergalerie

KEF LS50
Galerie

Das UNI-Q-Chassis der LS50 basiert auf Blade-Technologie. Der Tangerine-Waveguide (1) verbessert das Abstrahlverhalten des Hochtöners, der mit seiner…

Die Membran des Woofers besteht aus einer steifen, leichten Magnesium-Legierung. Für die Kalotte des Hochtöners, der ab 2,2kHz zur Tat schreitet, kommt hartes Aluminium zum Einsatz. Direkt über dem Tweeter thront der KEF-typische "Tangerine Waveguide" - eine Schallführung, die ein breiteres Abstrahlverhalten der höheren Frequenzen erreichen soll. Ein per Computer optimiertes Reflexsystem mit Gummi-Kanal - das Gummi soll Eigenresonanzen des Reflexrohres im Keim ersticken - mündet auf der Gehäuse-Rückseite und greift dem Tiefmitteltöner unter die Arme.

Kaufberatung: High-End-Transmissionline-Boxen im Test

Die aufwendige Innenverstrebung soll das Gehäuse einerseits versteifen und - in Kombination mit den eigens für die LS50 entwickelten Dämmelementen - resonanzärmer machen. Die geschwungene Form der Schallwand verhindert zudem die Entstehung von unerwünschten Kantenreflektionen, die gerne für Verfärbungen im Mitteltonbereich verantwortlich sind.

Es verwundert etwas, dass es die LS50 nur in Schwarz gibt - vielleicht wollte man so die Verwandtschaft zur Studio-Welt andeuten? Egal, die Verarbeitung der Boxen ist jedenfalls makellos: Der hochglänzende, perfekt aufgetragene Klavierlack harmoniert mit der auffälligen Farbe des Uni-Q (KEF nennt sie rose gold) hervorragend.

KEF LS50: Hörtest

Die Assoziation zu einer Profi-Abhöre provoziert KEF mit dem Slogan "Studioklang für zu Hause". So ganz stimmt das aber nicht, denn Studiomonitore machen normalerweise keinen Spaß - die LS50 schon! Zum einen produzierten die KEFs trotz ihrer relativ kleinen Chassis einen wunderbar natürlichen Bass. So tönte bei "I Need A Dollar" von Aloe Blacc die Bassgitarre authentisch und dennoch pfundig-satt. Erst bei Sub- Bass-Orgien wie im "Voodoo Child"-Cover von Angelique Kidjo wirkten die kleinen Treiber dann doch etwas überfordert - weil sie schlicht und ergreifend an ihre mechanischen Grenzen stießen. Doch Ehre, wem Ehre gebührt: Der Bass-Sound wies definitiv Studiomonitor-Qualitäten auf.

Eine weitere Stärke der Kompaktbox: Aufnahmen konnten die Tester mit der KEF wie mit einer akustischen Vergrößerungs-Lupe bewaffnet problemlos "durchhören". So vermochten die LS50 sowohl die Links/Rechts-Aufteilung der Musiker sowie Stereoeffekte und die Tiefenabbildung, wie etwa bei "Collarbone" vom englischen Musiker-Duo Fujiya and Miyagi, perfekt darzustellen. Zweifelsohne steuerte das flotte Ansprechverhalten des Tweeters einen großen Teil zu diesem Detailreichtum bei. Aber immer auf eine angenehm-dezente Art - schrille, nervtötende Höhen gehörten nicht zum Repertoire der KEF.

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