Testbericht

KEF Reference 205/2

Diese Box hat es faustdick hinter den Membranen: pegelfest, lebendig, schnörkelos.

  1. KEF Reference 205/2
  2. Datenblatt
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© Archiv

Eine radikale Neuerfindung der Produktgattung Lautsprecher würde auch von KEF niemand erwarten. Der ehemals rein britische Traditionshersteller arbeitet mittlerweile unter dem Dach des GP-Konzerns in Hongkong, Gehäuse- und Endmontage der neuen Reference-Linie sind aber nach wie vor den englischen Werken vorbehalten. Diese produzierten bisher vor allem eine Hochglanzversion, doch ab sofort kann die Reference auch mit Echtholzfurnier und mattem Lack geordert werden, was bei einem Paar 205/2 immerhin 1100 Euro spart.  Technisches Herzstück jeder KEF ist seit mehr als 20 Jahren ein Koax. Das traditionell UniQ genannte Kombinations-Chassis spielt in der 205/2 ebenso wie in der 207/2  den gesamten Mittel- und Hochtonbereich ab 400 Hertz. Die technischen Schwierigkeiten bei der Verheiratung beider Töner lösten die KEF-Ingenieure auf intelligente Weise. So trübt keine Innenresonanz im gefährlichen 7-Kilohertz-Bereich mehr den Frequenzgang, weil die Formgebung von Hochtöner-Behausung und Mitteltöner-Membran eine formfunktionale Synthese eingeht. Auf einen zusätzlichen Superhochtöner, den die alte Version der 205 noch benötigte, kann so verzichtet werden, der neue Hochtöner arbeitet ungehindert breit bis in die höchsten Töne.

Im Vergleich mit der großen Schwester ist die 205/2 eine schmalere und deutlich stimmigere Erscheinung. Das eigene Volumen des UniQ ist hier ohne Kopfteil ins Gehäuse integriert, die beiden Achtzöller bearbeiten den Bass- und Grundtonbereich ohne weitere Aufteilung. Optischer Leckerbissen bei diesen aus Fasergemisch hergestellten Konustönern ist sicher die transparente Sicke. Die gibt den Blick frei auf die sogenannten Faradayschen Ringe, eine KEF-eigene Entwicklung zur Harmonisierung des Magnetfeldes im gesamten Antriebsbereich, was letztlich die Verzerrungen verringern soll. Auch der schöne Rücken kann entzücken: Ein Tri-Wiring-Terminal ziert die rückwärtige Rundung. Per Steckschrauben kann der Benutzer zudem den Basspegel leicht reduzieren oder die Höhenwiedergabe an Geschmack und Raumakustik anpassen.

Hörtest

Die KEF Reference 205/2 punktete mit sehr neutralen, transparenten Stimmwiedergabe und langzeittauglicher, dennoch reicher Detaildarstellung. Die KEF  betonte die Weiträumigkeit und Klarheit einer Konzerthalle. Nicht ganz so klar war ihre Basswiedergabe, die im Vergleich zur straff-korrekten Revel Performa F52 (link setzen) manchmal ins Üppige driftete, besonders wenn einzelne Kontrabasstöne es sich im Hörraum gemütlich machten (Jacques Loussiers "Play Bach", Telarc). Dafür war die Reference 205 eindeutig die dynamischere und bei Pegelattacken auch impulsfreudigere Box, besonders mit fürstlichen Hörabständen wahrte sie die Kontrolle wie eine echte Referenzbox.

Die Redaktion ließ es sich natürlich nicht nehmen, die KEF auch mit ihrer großen Schwester zu vergleichen, der Reference 207/2 . Erstaunlicherweise war die kleinere beim schnellen Umschalten zunächst die massigere, in gängigen Hörlautstärken auch etwas glänzendere Box. Wie konnte das sein? Erst als der durchgehörte Plattenstapel anwuchs, wurde klar, dass die "kleine" 205 mit ihrer etwas plakativeren Darstellung auf lange Sicht der Ehrlichkeit der 207 doch nicht das Wasser reichen konnte. Das sollte aber nicht vom ingesamt enormen Klangniveau ablenken: Für 8800 Euro gibt es schlicht keine bessere Box.  

KEF Reference 205/2

HerstellerKEF
Preis8800.00 €
Wertung99.0 Punkte
Testverfahren1.0

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