Testbericht

Kimber Kable KS 6063, KS 6065 und KS 6068 im Test

Auf der Suche nach noch mehr Ruhe im Klangbild entwickelte Ray Kimber ultimative Boxenkabel: Die 6000er-Serie definiert die Maßstäbe neu. Wir haben die Kimber Kable KS 6063, KS 6065 und KS 6068 getestet.

Kimber Kable KS 6063, KS 6065 und KS 6068 im Test

© Kimber Kable

Kimber Kable KS 6063, KS 6065 und KS 6068 im Test

Die Welt der HiFi-Kabel ist bisweilen bizarr. Fast täglich kommen neue Anbieter hinzu, die unter blumigen Namen zum Teil erstaunlich teure Kabel verkaufen.

Dabei bedienen sich fast alle aus den Standard-Kollektionen der wenigen Kabelfabriken dieser Welt - nur sind die Strippen mal mehr oder mal weniger modifiziert. Ein hübscher Schlauch drum herum - und fertig ist das neue High-End-Produkt. Ob diese Konstruktionen immer unter dem Aspekt "bester Klang" entwickelt wurden, darf man getrost bezweifeln.

Ray Kimbers Verbindungen bilden eine Ausnahme von dieser Regel. 1979 gründete der Ingenieur seine Manufaktur in Utah, und seit damals entstehen dort aus Gründen der Qualitätssicherheit alle Kabel. Von Beginn an setzte Kimber verbissen auf hochreines Kupfer oder Silber, weil er nur damit den optimalen Signalfluss gewährleistet sieht. Zudem forscht und hört er sehr viel.

Hat man die Chance, den eher scheuen Ray Kimber in ein Gespräch zu verwickeln, wird seine Abscheu gegenüber dem üblichen Kabelgebaren schnell deutlich: "Ich habe über eine Million Dollar in meine Forschungen gesteckt", sagt er. "Mein Labor dürfte größer sein als alle Labore meiner Mitbewerber zusammen."

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© Kimber Kable

Ob das stimmt, lassen wir einmal dahingestellt. Richtig ist, dass Kimber Kable der Fixstern am Firnament der High-End-Verbindungen ist; Material- und Klangqualität seiner Kabel stehen außerhalb jeder Diskussion. Auch bei stereoplay fungierten seine langjährigen Topmodelle der 3000er-Serie (genauer: das KS 3033) jahrelang als hochneutrale Arbeits-Referenz.

Mit der neuen 6000er-Boxenkabel-Linie aber will es Kimber noch einmal wissen. Alles, was der Meister des verdrillten Kabels in den letzten Jahrzehnten als gut und richtig erkannte, wurde hier eingesetzt - und somit womöglich ein Limit erreicht: "Ich glaube nicht, dass ich noch einmal wirklich bessere Kabel machen kann", sagt er. "Der Aufwand ist einfach zu hoch."

Mehr Aufwand geht nicht

Was genau ist der Stand der Dinge? Als Leiter nimmt Kimber stets das reinste und Sauerstoff-ärmste Kupfer oder Silber, das weltweit zu haben ist. Hinzu kommen Metallpartikel-freies Teflon als Isolator und WBT-Nextgen-Stecker als Kontakte.

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© Stereoplay

(1) Bedämpfter Blindkern. (2) Elektrostatisch ableitende Zwischenschicht. (3) Geflochtenes Garn, das die Konstruktion fest zusammenhält. (4) 12 massive Solide-Core-Stränge Kupfer + Silber gemixt, beim KS 6068 reines Silber. (5) 12 Litzen (Querschnitt: 5,85 mm2): KS 6063 = Kupfer, KS 6065 = Kupfer + Silber gemixt, KS 6068 = reines Silber.

Jedes Lautsprecherkabel besteht aus zwölf aufwendig isolierten Innenleitern (6 Hin-, 6 Rückleiter), die wiederum aus sieben unterschiedlich dicken Litzen zusammengesetzt sind. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sehen Sie an den Bildern rechts. Kenner werden einwenden, dass auch die Modelle der 3000er-Serie ähnlich aufgebaut sind.

Richtig. Aber Kimber verpasste den neuen Flaggschiff-Kabeln einen zweiten (inneren) Blindkern mit noch einmal zwölf Einzelleitern - was sich im Preis niederschlägt. Schon das "kleine" KS 6063 kostet mit WBT-Nextgen-Steckern 5600 Euro (2 x 3 Meter), das KS 6065 fast das Doppelte, das KS 6068 gar knapp das Fünffache.

Kaufberatung: HiFi-Kopfhörer im Test

Vor diesem Hintergrund muss die Frage erlaubt sein: Sind im Topbereich nachvollziehbar große Klangverbesserungen überhaupt machbar?

Reise in die Mikro-Details

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© Stereoplay

Zumindest im Falle der neuen 6000er-Serie kann stereoplay diese Frage bejahen. Dies machte schon der Vergleich mit der 3000er-Linie deutlich: "Klarer Zugewinn an Offenheit, Raumtiefe und Transparenz", stand auf den Protokoll-Zetteln. Und so wurde der Hörtest zu einer Erlebnisreise in die Welt der Mikro-Details, der noch genaueren Abbildungsschärfe - und in die Diskussion: Was ist eigentlich Natürlichkeit?

Das KS 6063 klang äußerst natürlich-kraftvoll - und sehr gefällig: satte, warme Klangfarben, tiefe Bässe und traumhaft schöne Stimmen. Dazu eine große Bühne und eine wunderbar unaufdringliche Intensität. Unter den Modellen der 6000er-Serie war es am einfachsten herauszuhören. "Das ist", brachte es ein Kollege im Blindtest auf den Punkt, "die Inkarnation des guten Kupfer-Kabels. Mehr braucht es nicht."

Maßstäbe setzender Klang

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© Archiv

Jedenfalls nicht, bis man das KS 6065 hört. Hoppla, da geht ja noch was! Das Klangbild wurde größer, höher, die Lautstärke leicht angehoben. Angeschlagene Becken schwangen noch feiner, pägnanter, schärfer umrissen aus, und auch Stimmen schienen plötzlich besser verständlich - ein Erlebnis.

Praxis: Lautsprecher richtig aufstellen

Das KS 6068 konnte auch dies toppen: noch mehr Mikro-Details, eine noch größere Spielruhe und Autorität in Abbildung und Basskraft. Das Wire World Platinum Eclipse, seit 7/11 für stereoplay "das beste Kabel der Welt", spielte zwar rhythmischer und ebenfalls enorm stark. Aber diese schlackenfreie Ruhe des KS 6068, diese völlige Neutralität und immense Detailfülle auch bei kleinen Pegeln haben wir bislang nirgendwo anders gehört.

Testfazit

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© Stereoplay

Tatsächlich ist es Ray Kimber vor allem mit dem KS 6068 gelungen, die Messlatte für Boxenkabel auf eine neue Höhe zu legen. Aufwand und Kosten sind absurd hoch, aber es beschert Schlüsselerlebnisse. Man sollte dieses Kabel einmal gehört zu haben - als Maßstab, als Hinweis darauf, wie "ruhig" und "richtig" ein Kabel heute klingen kann.

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