E-Book-Reader

Kindle Paperwhite 3G (2015) im Test

E-Book-Lesegeräte zeigen digitale Bücher von ihrer schönsten Seite. Wie es um die Darstellungskünste des neuen Kindle Paperwhite 3G (2015) steht, klärt unser Test.

Kindle Paperwhite 3G (2015)

© Amazon

Kindle Paperwhite 3G (2015)
Jetzt kaufen
EUR 119,99

Pro

  • Speicher
  • E-Paper-Anzeige
  • Vorbildliche Leserbindung

Contra

  • Fingerabdrücke auf der Rückseite

Fazit

Der neue Paperwhite besticht mit feiner auflösendem HD-Display und erbt die Tugenden seines Vorgängers.
Gut

Der Paperwhite ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt. Beide Vorgängergenerationen gehören noch immer zu den Topstars unter den E-Book-Readern. Seine Herkunft kann auch der Neue nicht verleugnen. Abgesehen von dem jetzt schwarzen Kindle-Schriftzug hat sich äußerlich nichts Nennenswertes getan. Das knapp 220 Gramm schwere Lesegerät steckt in einem sehr stabilen Kunststoffbody. Im Unterschied zum eleganteren Kindle Voyage bilden Anzeige und Gehäuserahmen keine plane Frontseite. Die Alltagstauglichkeit ist wie gewohnt hoch, auch wenn Fingerabdrücke auf der rutschfesten Rückseite Spuren hinterlassen.

Mehr Raum für digitale Bücher

Die älteren Paperwhites gaben sich recht knausrig, was den verfügbaren Speicherplatz angeht. So musste sich die in der connect 1/2015 getestete Version mit 1,3 Gigabyte begnügen. Im Nachfolger bleiben für Inhalte standesgemäße 3 GB frei, sodass etwa 3000 E-Books ins virtuelle Bücherregal passen dürften.

Ein Einschub für Micro-SD-Karten fehlt weiterhin. Die eigene Bibliothek lässt sich dennoch beliebig erweitern. Amazon stellt alle im Kindle-Shop erworbenen Bücher zentral auf dem Onlinespeicher bereit. Vorteil: Notebooks, Phones und Tablets, auf denen die kostenlose Kindle-Lese-App installiert ist, können über die Datenwolke ebenfalls E-Books aus der eigenen Sammlung laden und öffnen.

Kindle Paperlight 3G (2015)

© Amazon

Die vorbildliche Anbindung an den Kindle-Shop macht den Buchkauf mit dem Reader zum Kinderspiel.

E-Paper-Anzeige vom Feinsten

Als Blickfang der dritten Paperwhite-Generation dient eine 15 cm messende Graustufenanzeige, die auf der kontraststärkeren Carta-E-Paper-Technologie basiert und jetzt die doppelte HD-Auflösung bietet. Mit 1072 x 1448 Punkten (300 dpi) erreicht das Touch-Display des Paperwhite in der Feinzeichnung das Spitzenniveau des Kindle Voyage. Die Texte sind superklar und sehr lesefreundlich, zumal störende Geisterbilder der zuvor angezeigten Inhalte nicht auszumachen waren.

Starke integrierte Beleuchtung

Von leichten Schatten am unteren Displayrand einmal abgesehen, erhellt die manuell anpassbare LED-Beleuchtung die gesamte Anzeigefläche gleichmäßig. Mit einem Kontrastverhältnis von 16:1 und einer maximalen Helligkeit von 107 cd/m2 gehen auch die Laborwerte in Ordnung. Da die Reader-Anzeigen im Lesemodus nur beim Seitenwechsel kurz Strom ziehen, sind im Unterschied zu Tablets und Smartphones wochenlange Akkulaufzeiten drin.

Der neue Paperwhite macht da keine Ausnahme, obwohl die Tendenz nach unten zeigt: Für den Vorgänger gibt Amazon bei täglich 30 Minuten Lesezeit acht Wochen an. Unter gleichen Bedingungen schafft der fest integrierte Akku des Nachfolgers "nur" noch sechs Wochen. Neben dem höher auflösenden Display verkürzen das Lesen mit hellem Frontlicht und ausgiebige Besuche im Kindle-Shop via WLAN die Abstände zwischen den Ladestopps. Ein Netzadapter für die Steckdose liegt nicht bei, ein USB-Adapterkabel für den Computer wird mitgeliefert.

Kindle Voyage Unboxing und Vergleich mit Kindle Paperwhite

Quelle: WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH
Der Amazon-E-Reader Kindle Voyage im Vergleich mit Kindle Paperwhite und Kindle 4.

Mit dem Reader shoppen

Die getestete Paperwhite-Variante verbindet sich wahlweise über die WLAN-Standards 802.11 b/g/n oder ein zusätzlich integriertes 3G-Mobilfunkmodem mit dem voreingestellten, nicht änderbaren Kindle-Büchershop. Vorteil: Auch fernab vom heimischen Router bringt das Vodafone-Netz die erstandenen bzw. die in der Cloud gespeicherten E-Books drahtlos auf den Reader. Dazu wird nicht einmal eine SIM-Karte benötigt. Außer dem höheren Gerätepreis (ab 180 Euro) fallen dafür keine weiteren Kosten an.

Vorbildliche Leserbindung

E-Paper-Displays sind aus technischen Gründen relativ träge. Deshalb eignen sich auch die heutigen "Schriftsteller" nur stark eingeschränkt zum Surfen im Internet. Beim Lesen fällt deren gemütliche Gangart zwar nicht ins Gewicht, doch bereits bei der Geräteeinrichtung oder beim Shoppen gestaltet sich die Zusammenarbeit oft hakelig. 

Nicht so bei den Kindle-Readern: Der neue Paperwhite kaschiert solche systembedingte Schwächen äußerst gekonnt. Die Touchbedienung läuft wie gehabt zuverlässig, vergleichsweise zügig und rund, zumal Amazon auch die mobile Variante des Kindle-Shops samt Cloudspeicher vorbildlich an seine Lesegeräte gekoppelt hat.

Von der Buchsuche über den Kauf direkt am Reader bis hin zu den zahlreichen nützlichen Extras wie dem geräteübergreifenden Abgleich von Zusatzinfos wie den Lesezeichen: In der Gesamtperformance und der Benutzerfreundlichkeit setzt die in sich geschlossene Amazon E-Book-Welt nach wie vor Maßstäbe.

E-Books sind einfach flexibler

Wer elektronisch liest, kann die Textdarstellung problemlos auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Schnell eine Textstelle suchen? Kein Problem, Begriff in die virtuelle Tastatur eintippen genügt. Zwischen Seiten hin-und herspringen? Ein Fingerwisch vom unteren Displayrand ermöglicht den zwischenzeitlichen Sprung zu einer anderen Textstelle, ohne dass man dazu die ursprüngliche Seite verlassen muss. Bleibt der Finger länger auf einem Wort, öffnet sich ein Menü, mit dem der gewählte Begriff unter anderem markiert oder mit eigenen Notizen versehen werden kann.

Nebeneinander angeordnete, mit einem Fingerwisch verschiebbare Fenster liefern im Handumdrehen beispielsweise die Begriffserklärungen aus dem Duden-Universalwörterbuch, die Einträge im Online-Lexikon Wikipedia oder die Übersetzung in die gewünschte Sprache.

Kindle Paperlight 3G (2015)

© Amazon

Benachbarte Fenster liefern Begriffserklärungen aus Quellen wie dem Duden oder Wikipedia.

Schöneres Schriftbild

Die Kindle-Firmware (Version 5.6.5) des Testgeräts beinhaltet typografische Verbesserungen, die zu einer authentischeren Darstellung der Buchseiten und zu einem für die Augen angenehmeren, ästhetischeren Schriftbild führen. Das neue Schriftsatzsystem greift allerdings erst in vollem Umfang, wenn die E-Books entsprechend angepasst sind. Amazon-Angaben zufolge soll dies bereits bei über 500.000 Titeln der Fall sein.

Wieder ein Pageturner

Der neue Paperwhite besticht mit feiner auflösendem HD-Display und erbt die Tugenden seines Vorgängers. Die Amazon-Klientel darf sich also freuen und zugreifen. Ob's gleich die 3G-fähige Variante ab 180 Euro sein muss, steht auf einem anderen Blatt.

Das WLAN-Einstiegsmodell mit erträglichen Werbeangeboten, die sich auf den Ruhemodus und Banner auf der Startseite beschränken, schlägt mit 60 Euro weniger zu Buche. Doch auch der für 99 Euro gehandelte Paperwhite der zweiten Generation ist noch eine exzellente Wahl, zumal Amazon seinen bewährten Bestseller mit einem Update zumindest auf den neuesten Stand der Schriftsatztechnik bringen wird.

In Schönschrift

Gedruckte Buchseiten sind für jedes Lesegerät der optische Gradmesser. Bei dezenter Zusatzbeleuchtung kommt elektronisches Papier seinem klassischen Pendant am nächsten. In Amazons Augen nicht nahe genug: Der amerikanische Handelsriese hat vor allem beim Schriftbild Optimierungspotenzial gesehen und dazu die eigens für ermüdungsfreies digitales Lesen entwickelte Schrift Bookerly als neuen Standardfont gewählt.

Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenränder lassen sich ohnehin individuell einstellen. Die Silbentrennung sowie die automatische Anpassung der Wort- und Zeichenabstände verhindern neuerdings unschöne Lücken in der Textdarstellung. Bei größeren Schriftgraden wechselt der neue Paperwhite vom Blocksatz in den dann lesefreundlicheren Flattersatz.

Die typografisch bereits aktualisierten E-Books betten zudem Initialen am Kapitelanfang und Illustrationen ansprechender ein. Bei fesselnden Inhalten mag ein harmonisches Schriftbild in den Hintergrund rücken, das Lesevergnügen erhöht es auf subtile Weise aber allemal.

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