Testbericht

Klipsch RF-82 Set

Feines Stereo und starkes Surround in einem Set geht nicht? Doch - wenn man die richtige Kombination wählt. AUDIOstartet deshalb den Versuch, Surround-Sets aus anerkannt kompetenten Standboxen als Basis aufzubauen.

image.jpg

© Archiv

Während man hierzulande mit Klipsch vor allem Vintage-Konstruktionen wie das berühmte Eckhorn assoziiert, ist die Marke im Heimatland des Hollywood-Kinos auch als Ausrüster für Filmtheater und größere Heimkinos ein anerkannter Player. Paul W. Klipsch gründete das Unternehmen vor über 60 Jahren in Arkansas auf einem ehemaligen Militärgelände, was den Hang zu kryptischen Abkürzungen erklären könnte. R steht für Reference, F für Floorstander (also Standbox), 8 für die Größe der Tieftöner in Zoll und 2 für deren Anzahl - fertig ist die RF-82. 

image.jpg

© Logo: AUDIO

Hat sich einen Kauf-Tipp verdient: das Klipsch-Set RF-82. Kosten Stereo :1200 Euro, 5.1: 4400 Euro

Imposanter Eindruck

Die Bezeichnung wird allerdings weder der imposanten Erscheinung der Box gerecht, noch sagt sie etwas über deren technische Finessen. Dazu zählt zweifellos das Hochtonhorn in der typisch eckigen "Tractix"-Form, das bereits ab 2000 Hertz spielt und für hohen Wirkungsgrad sowie schmalen Abstrahlwinkel sorgt. In größeren Wohnzimmern ist Letzteres akustisch von Vorteil, in ambitionierten Heimkinos mit entsprechend starker Bedämpfung werfen die Hörner immerhin ihren hohen unverzerrten Maximalpegel in die Waagschale. 

image.jpg

© Foto: H.Härle

Das mitgelieferte Mikrofon zur Selbsteinmessung; per USB dockt ein PC an den Subwoofer an.

Das High-Tech-Mitglied im Klipsch-Ensemble nennt sich RT 12-D und zählt zu den technisch ausgefeiltesten Subwoofern auf dem Markt. Statt von einem Bassreflexrohr wird der martialisch stabile Zwölfzoller von zwei ähnlich aufgebauten Passivradiatoren unterstützt, was Kompressions- und Blasgeräusche zuverlässig elimiert und das dreieckige Gehäuse recht kompakt macht. Im Team mit dem mitgelieferten Messmikrofon kann der Klipsch-Sub zur Selbsteinmessung schreiten und eingebaute digitale Equalizerfilter optimieren, die Raumeinflüsse und Dröhnen herausrechnen sollen. Um die Arbeit der Automatik weiter feinzutunen, können die einzelnen Filter mit einem Laptop zusätzlich korrigiert werden. Wem es eher auf Druck ankommt, der findet bei Klipsch einen preiswerteren Woofer ohne die digitale Weichentechnik.

image.jpg

© Archiv

Kleine Spule, große Wirkung: Dank der Membran aus Cerametallic gehören die Klipsch-Bässe zu den härtesten am Markt.

Was die Wahl der Rear-Speaker angeht, muss sich der HiFi-Fan entscheiden, ob er lieber Musik-DVDs oder Filme hören will. Für Letzteres empfiehlt der deutsche Vertrieb Osiris die doppelt horngeladenen Dipol-Speaker RS-62 für 600 Euro pro Paar. Musikfans werden mit der Kompaktbox RB-81 (800 Euro, Test in AUDIO 2/07) bessere Ergebnisse erzielen, bietet sie doch identische Treiber und damit größtmögliche Homogenität zu den Frontboxen. Als Center orderte AUDIO den 500 Euro teuren RC-62 mit zwei Sechszollern, für Pegelfans gibt es noch eine Variante mit vier (!) Tiefmitteltönern namens RC-64. Wer über einen ausreichend großen Raum und damit auch über genügend Fläche hinter den Hörplätzen verfügt, kann das Klipsch mit weiteren Kompaktboxen zum 7.1-System mit Backcentern aufbohren.

image.jpg

© Foto: H.Härle

Ein Druckkammertreiber wie aus der PA-Technik macht Höhen-Dampf und hilft in halligen Räumen.

Hörtest

Was die Standboxen musikalisch bringen, mussten sie am Stereo-Referenzverstärker Accuphase E-450 beweisen. Die Klipsch RF-82 hämmerte die staubtrockenen Beats von Mark Knopflers "Sailing To Philadelphia" bretthart und spaßbetont vordergründig in den Raum, verlieh ihnen einen bisher verborgen gebliebenen Groove. Obenherum sorgte die Hornkonstruktion im Chor "Fröhlich begrüßen wir die edle Halle" (Wagner: "Tannhäuser", Sir Georg Solti, Decca) für ein direktes, dabei aber auch zu flaches Raumbild; dank der tonal zurückgenommenen Präsenzen vermied sie indessen jegliche Lästigkeit und wirkte mit ihrer hintergründigen Detailbearbeitung schon fast etwas zurückhaltend und dezent.

Grosses Kino

Das Klipsch-Set katapultierte sich in der Surround-Wertung in die allerhöchste Klasse: "Besser als im Kino", schwärmte Filmfan Bernhard Rietschel angesichts dieser dynamisch wie tonal vollständigen Performance mit bester Sprachverständlichkeit und erstaunlich präsentem Dipol-Klang. Obwohl der Woofer zu wahren Pegelorgien ansetzte, integrierte er sich harmonisch und benötigte im AUDIO-Hörraum kaum Korrektur durch seine Selbsteinmessung. Was vor dem Klipsch noch kein 5.1-Set fertigbrachte: Vom Flüsterpegel bis an die Schmerzgrenze vermochte es Kraft wie Durchhörbarkeit beizubehalten.

Klipsch RF 82 Set mit RT12D

HerstellerKlipsch
Preis4400.00 €
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Canton SUB 850 R
Testbericht

Der Canton SUB 850 R ist ein großvolumiger Edelwoofer und klingt äußerst machtvoll, sauber und dynamisch. Ein idealer Bass-Begleiter für die neue…
B&W MT 60D
Testbericht

Häufig bringen Mini-Boxen auch nur eine Mini-Performance. Anders beim Surround-Mehrkanalset MT 60D von B&W, wie der Test zeigt.
Standlautsprecher Klipsch RF-7 II
Standlautsprecher

Mit 1,23 Metern Stirnhöhe und bronzefarbenen Tiefmitteltönern ist die RF-7 II von Klipsch ein massiver Hingucker. Wir haben uns den…
Klipschorn AK5
Lautsprecher

Das Klipschorn wird seit 1946 kontinuierlich gebaut und widersteht allen Design-Trends. Dynamisch ist und bleibt das Eckhorn von Klipsch ohnehin eine…
Jamo D 500 / SUB 660
Surround-Set

Kinoklang auf höchstem Niveau erfordert mindestens fünf teure und voluminöse Boxen plus riesige Subwoofer? Dass dies so pauschal nicht stimmt,…
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.