Testbericht

Kopfhörer-Verstärker: EternalArts KHV

Röhren-Kopfhörer-Verstärker sind eine Seltenheit - zumal, wenn sie speziell für einen ganz bestimmten Kopfhörer abgestimmt sind. Das macht neugierig ... AUDIO prüfte, wie gut der Eternal Arts KHV tatsächlich mit dem Überflieger HD800 von Sennheiser spielt - und ob er auch anderen Kopfhörern zu Höhenflügen verhelfen kann.

  1. Kopfhörer-Verstärker: EternalArts KHV
  2. Datenblatt
Eternal Arts KHV

© Herbert Härle

Eternal Arts KHV

Liest man sich die Produktinfos und Datenblätter von Eternal Arts durch und hat man das Vergnügen, mit Dr. Burkhard Schwäbe, dem Mastermind und Chef der Firma, zu reden, ist es schnell um einen geschehen. Binnen Minuten wird man in die Blütezeit der Röhren-Technik versetzt: die Zeit des HiFi, als Röhrengeräte ihren technischen Zenit erreicht hatten und Neuentwicklungen immer seltener wurden. Die Zeit, als High-Ender nächtelang tüftelten, um klanglich das Maximum aus ihren oft als aussterbende Spezies bezeichneten Geräten rauszuholen - etwa durch das Ersetzen der Glühkolben.

Eternal Arts KHV

© AUDIO

Puristisch bis ins letzte Detail: Der KHV begnügt sich nur mit einem Analog-Eingang und zwei Kopfhörer-Ausgängen.

Doch wenn man die Begeisterung spürt, mit der Schwäbe auch anno 2011 über Röhrengeräte spricht, wundert es nicht, dass er an seiner Leidenschaft festhält - und dabei oft genug mit überraschenden Kniffen aufzeigt, was in dieser "alten" Technik klanglich noch so alles drinsteckt.

Sein neuestes Baby hört auf den schlichten Namen "Der Kopfhörer-Verstärker" - kurz: KHV. Der vollständig auf Röhrentechnik basierende Amp ist mit zwei PCL86-(14GW8)-Triode-Pentode-Röhren von Valvo bestückt - den gleichen Röhren, die vor über 25 Jahren der legendäre Kopfhörerverstärker Orpheus (alias HEV 90) von Sennheiser in sich trug.

Der Eternal Arts ist ein OTL-Verstärker, der röhrenunüblich ohne einen Übertrager zwischen Glühkolben und Ausgang auskommt. Dabei ist er schon in der Netzabteilung kanalgetrennt aufgebaut, wobei sich je eine selten gewordene Glimmstabilisator-Röhre STV108/30 von Telefunken um die Spannungsversorgung kümmert. Auch die anderen Bestandteile, die fein säuberlich in Deutschland zusammengeführt werden - ob die Neutrik-KH-Buchsen oder der ALPS-Poti für die Lautstärkeregelung - können restlos überzeugen.

Zur Hörsession bat AUDIO jenen Kopfhörer, auf den der KHV laut Eternal Arts auch abgestimmt ist: den HD 800 von Sennheiser. Bei den ersten Tönen machte sich aber Ernüchterung breit: Die überspitzten, zischelnden Höhen, gepaart mit einem tiefen, aber diffusen Bass, sorgten für ratlose Gesichter. So ließen die Tester den Eternal Arts an einem Player im Repeat-Betrieb laufen und hofften auf Besserung.

Und siehe da: Nach ausreichender Warmspielzeit entzückte das Schmuckkästchen mit röhrentypischen Klängen voll feinem Mitten-/Hochtonbereich und einem tiefen, unaufgeregten Bass. Die Zuhörer  hatten das Gefühl, von Stunde zu Stunde mehr Feinheiten heraushören zu können. Jetzt wollte man Musik einfach nur genießen - anstatt dauernd Vergleiche anstellen zu müssen.

Die Dynamik und die Antrittschnelligkeit eines Cayin HA-1A (AUDIO 12/10) erreichte der KHV zwar nicht, doch seine Farbenpracht und die unaufgeregte Spielweise ließ einen dafür beinahe die Zeit vergessen.

EternalArts KHV

© AUDIO

Der röhrentypisch erhöhte, gutmütige Klirr sorgt für die musikalische Würze. Der dynamische Verlauf der vier Oberwellen ist absolut perfekt ausgefallen.

Wenngleich klanglich auf den Sennheiser HD 800 abgestimmt (seit seinem Test in Heft 5/09 AUDIO-Referenz und einer der besten dynamischen Kopfhörer am Markt), verschließt sich der Eternal Arts auch anderen Hörern nicht. Die beiden DIP-Schalter auf der Platine im Gehäuse aus pulverbeschichtetem Stahl und Acryl wurden also umgelegt und so die Impendanz von 300 Ohm (Impendanz des HD 800 und Auslieferungs-Zustand) auf niederohmig (für Kopfhörer-Impendanzen ab 20 Ohm) angepasst.

EternalArts KHV

© AUDIO

Linearer Frequenzgang jenseits der 30kHz

Die Erwartungen, die der KHV mit dem HD 800 weckte, wurden aber sowohl am AKG Q701 (AUDIO 12/10) als auch am Grado SR 325i nicht erfüllt - so fein und homogen wollte er mit den Konkurrenzhörern partout nicht klingen. Am Sennheiser aber ist er schlicht ein Traum.

Fazit

Der Eternal Arts KHV ist nicht jedermanns Sache. Will man harten Rock oder Popmusik hören und flexibler bei der Hörerwahl sein, ist der Cayin HA-A1 die bessere Lösung. Wer jedoch Klassik hört und einen HD 800 besitzt, wird kaum einen Kopfhörer-Verstärker finden, der Musik mit einer solchen Farbenpracht und Detailreichtum abbildet.

Eternal Arts KHV 01

  
HerstellerEternal Arts
Preis0.00 €
Wertung110.0 Punkte
Testverfahren1.0

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