Testbericht

Lautsprecher ASW Chelys

Die hochaufragende ASW Chelys (9000 Euro das Paar) gibt sich wattgenügsam und goutiert Verstärker aller Art. Sie klingt betont lebendig bei sehr genauer Ortbarkeit und höchster Detailtreue. Die Hörzone ist knapp bemessen.

  1. Lautsprecher ASW Chelys
  2. Datenblatt
Lautsprecher ASW Chelys

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Lautsprecher ASW Chelys

Mit ihrer üppigen Bauhöhe und zahlreichen sanften Rundungen zählt die Chelys von ASW zu den visuell imposanteren Erscheinungen unserer Siebenerrunde. Unterstützt wird die charaktervolle Optik von einer perfektionistischen Verarbeitungsweise mit engsten Spaltmaßen und spiegelbildlich gepaarten Furnieren.

Hier kann der westfälische Hersteller den Trumpf einer hauseigenen Gehäusefertigung in die Waagschale werfen, die auch Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch gestattet, mit Holz- oder Lackoberflächen in allen nur denkbaren Farben und Glanzgraden.

Wunschfarben machen die Box zum Unikat

Die unregelmäßige Form - gänzlich eben ist nur der Boden - sichert eine überragende Verwindungsfestigkeit. Der Innenaufbau ist mehrfach versteift und in Einzelkammern geteilt. Die Chelys verfügt über zwei ungewöhnlich große Bassreflexrohre, die oben und unten auf der Boxenrückseite münden. Die tieffrequente Anregung des Raumes in unterschiedlichen Höhen wirkt klanglich ähnlich vorteilhaft wie die Verwendung mehrerer Subwoofer.

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Die vielfach gefaltete Membran des Hochtöners arbeitet in einer flachen, auch zur Rückseite (unteres Foto) offenen Kammer. Der Antrieb erfolgt über rasend starke Magnete. Die Vorteile der Bauform liegen bei Dynamik und Bandbreite.

Ungewöhnlich für eine Box dieser Preis- und Güteklasse ist die ASW als Zweiwegesystem beschaltet, sprich es gibt lediglich eine Übernahmefrequenz, die zwischen 3000 und 4000 Hertz liegt. Die vergleichsweise hochfrequente Trennung ist der Bauweise des Hochtöners geschuldet, bei dem es sich um einen Air-Motion-Transformer handelt, mit einer vielfach gefalteten Membran in einer kompakten Kammer.

Der wie die Weichenbauteile vom Kölner Klangtüftler Mundorf beigesteuerte Treiber verspricht dank üppiger Membranfläche hornähnliche Dynamikwerte und feinstes Ansprechen, lässt sich jedoch nicht ganz so tieffrequent in die Pflicht nehmen wie herkömmliche Hochtöner.

Entsprechend weit gedehnt ist das Frequenzspektrum der Tiefmitteltöner von Scan Speak, die mit klangneutralen, breitbandig nutzbaren Papiermembranen bestückt sind. Die knapp 7 Zoll großen, ultramodernen Treiber entstammen der vornehmsten Baureihe des skandinavischen Chassisspezialisten, der erst seit kurzem erhältlichen Illuminator-Linie.

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Der Premiumtreiber von Scan Speak verfügt über eine riesige Zentrierspinne und einen strömungsgünstigen Aufbau. Das Chassis aus der Illuminator-Baureihe zählt zu den besten seiner Art.

Die Verwendung von zwei Mitteltönern mit großer vertikaler Gesamtausdehnung führt zu einer vernehmlichen Richtwirkung. Ein frequenzlineares Mess- oder Klangergebnis entsteht bei der ASW nur, solange sich Mikrofon oder Ohren in etwa auf der Höhe des Hochtöners befinden. Richtung Fußboden und Zimmerdecke fließt weniger Schallenergie. Der Anteil der Raumreflexionen am Gesamtklang ist bei der Chelys damit geringer als gewohnt.

In der Praxis gelang der ASW innerhalb ihrer knapp bemessenen Hörzone eine sagenhafte Lebendigkeit, gepaart mit beachtlicher Schnelligkeit und Detailtreue, ähnlich der edelster Elektrostaten. Doch während jene als Dipolstrahler in der Regel einen betont weitläufigen Raumeindruck erzeugen, skizzierte die Chelys eher kompakt und punktgenau. Mehr zum Klang im Beitrag "Hörtestfinale".

ASW Chelys

HerstellerASW
Preis9000.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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