Testbericht

Lautsprecher Blumenhofer Acoustics Genuin FS 3

Neben den etablierten High-End-Marken, die in aller Munde (und aller Fachgeschäfte) sind, versprechen auch immer wieder unbekannte Manufakturen interessante Konzepte. Zu denen, die bisher wenig auf der High-End-Bühne wahrgenommen wurden, gehören Blumenhofer Acoustics aus dem bayrischen Walkertshofen. Seit mittlerweile 33 Jahren tüftelt Thomas Blumenhofer hauptsächlich an großen Hornsystemen. Seinen Status als Geheimtipp hat er sich vor allem mit Erfolgen bei Studio- wie Beschallungs-Profis und Röhren-Fans erkämpft.

  1. Lautsprecher Blumenhofer Acoustics Genuin FS 3
  2. Datenblatt
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Auch seine neueste Kreation, die Genuin FS 3, verkörpert diese Philosophie, wenngleich sie mit einem vierstelligen Preisschild und einem "normalen" Bassreflexgehäuse Abstand nimmt von der Kompromisslosigkeit des 95000 Euro teuren Spitzenmodells Clara Luna. Gerade das Zusammenspiel mit Röhrenverstärkern durch eine gutmütige, linearisierbare Impedanz und die Fähigkeit, bei großen Hörabständen präsent zu spielen, meint Blumenhofer nur mit einem Horn erreichen zu können.

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Die Weiche ist im Boden eingelassen und klassisch frei verdrahtet. Sie bietet eine zusteckbare Impedanzlinearisierung (Pfeil). Die Box steht auf drei Spikes.

Ganz PA-Technik, steckt hinter dem Trichter, der bereits ab 1200 Hz sehr klirr-arm spielen kann, ein Druckkammertreiber mit großer Inverskalotte, ähnlich jenem in der JBL Array (AUDIO 3/09) und der B+M BM35 (AUDIO 2/08). Die Form entstand in der hauseigenen Entwicklung als ständige Iteration aus Versuch, Hörvergleich und Messung, und leistet neben einer relativ großen horizontalen Hörzone eine deutlichere Bündelung in der Vertikalen. Insgesamt verläuft die Schallbündelung durch die tiefe Trennung und den großen, in diesem Bereich schon eigenbündelnden Tiefmitteltöner recht gleichmäßig (siehe "Messen+ Hören", S. 30), Auch, wenn der Treiber mit seinem massigen Gusskorb, der großen Polkernbohrung und der Pappmembran optische Anleihen im Profi-Bereich macht, handelt es sich doch um einen lupenreinen High-End-Töner. Hinter der Pappe etwa verbirgt sich ein Sandwich mit einer dünnen. verbackenen Schicht Spezial-Schaumstoff, die die innere Dämpfung erhöht und die Membran geradezu sensationell verwindungssteif macht. Auch äußerlich gibt es nur Gutes zu vermelden: Das Gehäuse aus festem Multiplex-Holz ist in der hauseigenen Schreinerei aufs Sauberste zusammengebaut und versprüht echten Manufaktur-Charme.

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Der Druck-kammertreiber mit Invers-Kalotte arbeitet auf ein speziell geformtes Horn. Der Bass protzt mit Magnetkraft, besitzt aber eine hifi-typische weiche Sicke.
Charme war ohnehin eines der Hauptmerkmale der Genuin. Anfänglich war ihr eine etwas zu spritzige Gangart und ein leichter Hang zur Verengung von Stimmen nachzusagen. Das war jedoch mitnichten eine Hornverfärbung, sondern nur die Folge einer unglücklichen Aufstellung: Die Blumenhofer nimmt es mit den Rahmenbedingungen, gerade der Einwinkelung und dem Wandabstand, relativ genau, weshalb der künftige Besitzer einige Zeit einkalkulieren sollte. "Absolut magisch" - so lautete kurz darauf aber der Kommentar des HiFi-Testkollegen Johannes Maier (stereoplay) zur FS3. Bei vier Metern Hörabstand tat sich bereits bei den ersten Violinentönen von Verdis "Aida" ein weit gefächertes, vor Musikalität nur so sprühendes Panorama auf, und gerade die zarte Stimme von Montserrat Caballe klang lyrisch-intim, als sänge sie nur für den Hörer allein. Das konnte in den großen Chorszenen auch mal dazu führen, dass einzelne Sänger etwas gedrängt klangen - eine Revel Performa F52 gab ihnen mehr Luft zum Atmen. Doch mit ihrem Hang zur trockenen Genauigkeit hatte sie dem satten Groove und der realistischen Atmosphäre, die die Blumenhofer bei Grönemeyers "Unplugged" (EMI) entfachte, wenig entgegenzusetzen.

Blumenhofer-Acoustics Genuin FS 3

HerstellerBlumenhofer-Acoustics
Preis8900.00 €
Wertung99.0 Punkte
Testverfahren1.0

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