Testbericht

Lautsprecher Burmester B 30

Die Burmester B 30 (9000 Euro das Paar) verzichtet auf Hervorhebungen und spektakuläre Einzeleigenschaften zugunsten einer neutralen und langfristig stressarmen Spielweise. Die holografisch-genaue Räumlichkeit besticht.

  1. Lautsprecher Burmester B 30
  2. Datenblatt
Burmester B 30

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Burmester B 30

Die auffallend schlank geformte B 30 der Berliner High-End-Manufaktur Burmester huldigt dem sachlich-kühlen Look der 90er Jahre und fügt sich so mühelos in Umgebungen der unterschiedlichsten Art, egal ob modern, klassisch oder zeitlos.

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1) Der Mitteltöner nutzt ein separates, zur Gänze geschlossenes Volumen. 2) Der gigantische, seitlich sitzende Bass kann auf den größten Teil des Volumens zugreifen. 3) Bassreflexrohr und Innenwände sind mit Filz bedämpft.

Hinter der kantigen Fassade steckt ein Herstellungsaufwand, der nach wie vor seinesgleichen sucht, speziell in Bezug auf Serientoleranzen und Paargleichheit. Die angelieferten Chassis (allesamt Sonderanfertigungen) müssen zunächst eine zweiwöchige Einspielphase über sich ergehen lassen und werden anschließend Stück für Stück gemessen. Das Ergebnis sind Chassispaare mit weitestgehend deckungsgleichen Frequenzgangkurven.

Die Paargleichheit kommt der Abbildung zu Gute

Diese rigorose Selektion drückt die Abweichungen zwischen linker und rechter Box auf ein absolutes Minimum. Burmester garantiert maximal ein halbes Dezibel.

Die Vorgehensweise sorgt aber nicht nur für eine maximale Nähe zum Freigabemuster der Entwicklungsabteilung, sondern insbesondere für eine ultrastabile Räumlichkeit von geradezu magischer Dichte und Präzision.

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Eine Schallführung mit etwa 3 Zentimeter Tiefe verhilft dem Air-Motion-Transformer zu höherem Wirkungsgrad und mehr Sauberkeit.

Ihre schlanke Erscheinung verdankt die B 30 einem seitlichen Tieftöner mit ovaler Papiermembran, der ein großvolumiges Schwingsystem Auslenkungen von 2,4 Zentimeter peak to peak zubilligt.

Ebenfalls sehr hubfreudig ist der Mitteltöner. Seine Membran aus Kevlargewebe ist so in der Lage, den seitlichen Bass bereits im energiereichen Grundtonbereich abzulösen. Bei einer höheren Trennung würde die Box richtungsortbare Klänge wie Gesang zur Seite drehen. Bei sehr tiefen Frequenzen spielen seitliche Chassis kaum eine Rolle, da unterhalb 100 Hertz so gut wie keine Richtwirkung auftritt.

Im Brillanzbereich setzt Burmester ähnlich wie ASW auf einen Air-Motion-Transformer, der allerdings aus einer anderen Quelle stammt und etwas kleiner ausfällt. In der B 30 ist dem Folientreiber eine Schallführung vorgeschaltet, die den Wirkungsgrad steigert. Mit rund 2800 Hertz startet das Einsatzgebiet der B 30 etwas tiefer als bei der Chelys.

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1) Der seitliche Bass ist hinter einer Blende versteckt. 2) Der große Mitteltöner betreut einen sehr weiten Frequenzbereich.

Der Gehäuseaufbau ist klassenüblich solide und gediegen. Mit etwas Wartezeit werden auch Sonderwünsche erfüllt, abseits der Standardausführungen Elsbeere, Makassar oder Silbermetallic. Der Aufbau ist selbstredend in Einzelkammern unterteilt. Die Tieftonabteilung ist der besseren Leistungsausbeute wegen nur an den Wänden bedämpft, die des Mitteltöners intensiver befüllt, um Reflexionen zu unterbinden.

Die B 30 entwickelte nicht den unbändigen Vorwärtsdrang der Chelys oder der Genuin, klang aber keineswegs müde. Ihre Stärke war eine enorme Feinzeichung bei hohen wie kleinen Lautstärken, die nicht durch Vordergründigkeit oder andere Tricksereien erkauft wurde.

Die Paradedisziplinen der Burmester waren Klassik und Jazz, wo sie mit großem Detailreichtum und exaktester Räumlichkeit zu begeistern wusste. Genaueres im großen "Hörtestfinale".

Burmester B 30

HerstellerBurmester
Preis9000.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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