Testbericht

Lautsprecher Cabasse Egea 3

Die Cabasse Egea 3 (3000 Euro das Paar) besaß das höchste Über-Alles-Temperament und war immer dann im Vorteil, wenn Schlagzeug, Klavier und große Orchester gefragt waren, sprich, wenn es richtig zur Sache ging.

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Lautsprecher Cabasse Egea 3

© Archiv

Lautsprecher Cabasse Egea 3

Den Begriff des Punktstrahlers im Sinne mehrerer ineinander verschachtelter Chassis verbinden HiFi-Fans vielfach mit den britischen Traditionsmarken KEF und Tannoy. Faktisch aber hat die französische Boxenschmiede Cabasse die technisch heikle, messtechnisch und klanglich jedoch ausgesprochen faszinierende Bauform in ganz ähnlicher Weise kultiviert und geprägt.

Lautsprecher Cabasse Egea 3

© Julian Bauer

Der Bassreflextunnel liegt zwischen Sockel und Box, seine Mündung spiegelt sich im makellosen Hochglanzlack.

Erst kürzlich haben die Gallier die dritte Generation ihrer Egea vorgestellt. Die stolze, 30 Kilo schwere, auf Wunsch in feinsten Klavierlack gehüllte Standbox ist mit paarweise 3000 Euro die teuerste Kandidatin unseres Vergleichs, doch der Gegenwert ist enorm. Zumal in der Box eine technische Sensation verbaut ist: ein leicht abgewandelter Ableger des innersten Teils des Kugellautsprechers La Sphere, der stereoplay-Boxenreferenz seit Januar 2007.

Der 13 Zentimeter große Zweiwegekoax (siehe Zeichnung rechts oben) ist in Aufwand und Machart einzigartig. Seine nahezu flache äußere Form vermeidet die bei den Wettbewerbern üblichen Trichter und Schallführungen.

Da das größere der beiden Systeme das Zepter erst bei untypisch hohen 1120 Hertz von den Tieftönern übernimmt, muss seine ringförmige Membran aus weißem Schaumstoff nur marginale, kaum sichtbare Auslenkungen vollführen. Dadurch kann sie den Klang des mittig angeordneten Hochtöners nicht modulieren. Ebenfalls aus Schaumstoff (Duocell) gefertigt sind die Konusmembranen der beiden jeweils 17 Zentimeter großen Tieftöner.

Lautsprecher Cabasse Egea 3

© Julian Bauer

Der Zweiwegekoax ist ein technisches Meisterwerk. Die Form der hellen Ringmembran ist gut zu erkennen.

Die Egea besaß das höchste Über-Alles-Temperament und war immer dann im Vorteil, wenn Schlagzeug, Klavier und große Orchester gefragt waren, sprich, wenn es richtig zur Sache ging. Dann legte sie sich derart hochherrschaftlich ins Zeug, dass die kleinere Audio Physic und teilweise auch die Sonus Faber ins Hintertreffen gerieten.

Voll mithalten konnte in dieser Disziplin nur die Nubert, die bei solchen Eskapaden ähnlich gelassen blieb, allerdings erheblich mehr Leistung schluckte. Wofür sie die Tester mit einem tieferen und präziseren Bass entschädigte, so dass die Cabasse in der Summe keinen wirklichen Vorteil verbuchen konnte. Zumal auch die Sonus Faber mit ihrer überaus kultivierten Spielweise noch ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hatte.

Stärken

+ Einzigartiger Koax und zeitlos gediegene Form; klingt extrem lebendig und räumlich; enorm geringer Wattbedarf

Schwächen

- Bass etwas ungenau; könnte noch etwas kultivierter klingen

Cabasse Egea 3

HerstellerCabasse
Preis3000.00 €
Wertung56.0 Punkte
Testverfahren1.0

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