Testbericht

Lautsprecher Canton Reference 3 DC

Mit der brandneuen Reference 3 DC (8000 Euro) lanciert Canton die erste Vorbotin ihrer neuen Spitzenbaureihe. Die steckt voller Überraschungen.

  1. Lautsprecher Canton Reference 3 DC
  2. Datenblatt
Lautsprecher Canton Reference 3 DC

© Archiv

Lautsprecher Canton Reference 3 DC

Cantons jüngster Spross dürfte den meisten Boxenkennern auf Anhieb vertraut vorkommen. Die geschwungene Gehäuseform aus druckverformtem Schichtholzlaminat hat sich in der Vento-Baureihe vieltausendfach bewährt. Selbst die Chassis wirken kaum anders als jene, die Canton schon seit Jahren in immer neuen Varianten und Qualitätsstufen fertigt.

Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine Reihe von Änderungen gegenüber den bereits etablierten Vento-Reference-Modellen, die zukünftig nur noch Reference heißen.

Lautsprecher Canton Reference 3 DC

© Julian Bauer

Die Chassis (links der Basstreiber, rechts der Hochtöner) tragen opulente Magnetsysteme. Von den ganzen Bemühungen um weniger Klirr und mehr Dynamik ist äußerlich nur wenig zu sehen.

Die älteren Boxentypen 9, 7, 5 und 1 will Canton nach und nach auf den gleichen Entwicklungsstand bringen, den die neue Reference 3 (die keine Vorläuferin hat) bereits jetzt vorweisen kann. Die Modellpflege geht einher mit etwas bauchigeren Gehäusen und stärker gerundeten Kanten.

Mit dem hier abgebildeten Kirschholz oder Hochglanz weiß kommen neue Oberflächen hinzu. Sie sind bei den Flaggschiffen besonders edel. So besitzen die Lacke einen höheren Glanzgrad als die der preiswerteren Serien. Auf Marketing-Deutsch heißt es High Gloss und Piano Finish.

Sämtliche Schwingsysteme wurden neu berechnet und im Hinblick auf Bandbreite, Klirr und Schallbündelung optimiert. Das alles entscheidende Zusammenspiel zwischen Membrangeometrien, Aufhängungen und Antrieben entspricht dem neuesten Stand der Technik.

Trotz moderater Größe verkraften die Basstreiber aberwitzige Belastungen: 114 Dezibel Schalldruck pro Box (stereo 3 Dezibel mehr) in 1 Meter Entfernung, das sind Dimensionen wie bei professionellen Bühnenlautsprechern. Die Schalldruckkurven verlaufen auch außerhalb der Bezugsachse extrem linear, messtechnisch würde man eher auf ein gutes Koaxialsystem als auf eine Box mit räumlich getrennten Chassis tippen.

Lautsprecher Canton Reference 3 DC

© Julian Bauer

Die neue Kalotte aus Alukeramik trägt im Schutzgitter versteckt eine Streulinse und ist von einer schallführenden Wanne umgeben.

Daran nicht ganz unschuldig ist der neue, in der Reference 3 erstmalig eingesetzte Hochtöner mit einer Membran aus mattgrauer Alukeramik, angetrieben von einer verzerrungsarmen Überhangspule. Der Treiber strahlt ungewöhnlich breit und erlaubt eine große Hörzone. Eine ausführliche Beschreibung aller Merkmale finden technisch Interessierte auf der Canton-Homepage in Form sogenannter White Papers.

Das Motto maximaler Genauigkeit gilt auch für die klangliche Beschreibung. Beethovens temporeiche Klaviersonate Nr. 21, gespielt von der Japanerin Mari Kodama (auf der Titel-CD von Heft 6/2006), brachte die Reference 3 nicht mal ansatzweise in Verlegenheit. Selbst bei gefühlter Originallautstärke blieben die Boxen die Ruhe selbst und übertrugen das Klanggeflecht so samtpfötig und lupenrein, als sei dies die selbstverständlichste Sache der Welt.

Dass es das nicht ist, zeigte ein Vergleich mit der 803 D von B&W (2/05). Selbige agierte, maßvoll gefordert, eine Spur einfühlsamer als die mehr um Neutralität und Korrektheit bemühte Canton, knickte dafür bei Pegelspitzen deutlich früher ein und signalisierte sodann mit verblassenden Klangfarben und kleineren Mulmigkeiten, dass ihre Grenzen erreicht sind.

Die Reference 3 blieb unverfärbt, bis irgendwann die Schutzschaltungen der Thorens-Referenzendstufen ansprachen. In der Summe kassiert auch die Neue 60 Klangpunkte, setzt aber andere Schwerpunkte. Für Canton ist die Reference 3 der gelungene Vorstoß in audiophile Gefilde, für die Käufer ein willkommener Neuzugang in der bislang von ausländischen Namen dominierten Klasse der bezahlbaren Superboxen.

Canton Reference 3 DC

HerstellerCanton
Preis8000.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Lautsprecher Canton Reference  3 DC
Testbericht

Mit der brandneuen Reference 3 DC für 8000 Euro das Paar lanciert Canton die erste Vorbotin ihrer neuen Spitzenbaureihe. Die steckt voller…
Canton Reference Jubilee
Testbericht

Zum 40-jährigen Firmenjubiläum legt Canton ein limitiertes Sondermodell auf. Die Reference Jubilee hat es in sich, wie der Test beweist.
Canton GLE 476
Testbericht

Die GLE-Serie bietet den Einstieg in die Standboxenwelt von Canton. Was hat das kleinste Modell GLE 476 zu bieten?
Canton SLS 790 DC
Standbox

Canton lanciert eine neue Boxenserie, die technisch und klanglich an die noble Vento-Reihe angelehnt ist - aber deutlich weniger kostet. Dem Topmodell…
Canton Ergo 690 DC
Standbox

Seit mehr als 30 Jahren gibt es bei Canton hochwertige Boxen, die auf den Namen Ergo hören. Das zeitlos-gefällige Design hat sich seither nur wenig…
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.