Testbericht

Lautsprecher Elac FS 68

Die mit 800 Euro für das Paar extrem preiswerte Elac FS 68, tönt temperamentvoll und sehr erwachsen.

  1. Lautsprecher Elac FS 68
  2. Datenblatt
Lautsprecher Elac FS 68

© Archiv

Lautsprecher Elac FS 68

Weniger mit der Materie vertraute Hörer wundern sich oft über die großen Klangunterschiede bei Lautsprechern. Der Grund ist die Komplexität ihres Aufbaus. Sieben Bauteile umfasst das Ersatzschaltbild (ein Begriff aus der Elektrotechnik) eines einzelnen Lautsprecherchassis, wobei rein theoretisch jedes Bauteil beliebige Werte annehmen kann.

Bei einer Dreiwegebox wie der FS 68 von Elac sind es 21 veränderliche "Bauteile", die Frequenzweiche nicht mitgerechnet. Man muss kein Mathematiker sein, um zu erahnen, dass sich hier schier unendliche Möglichkeiten auftun. In der Praxis setzt die Mechanik enge Grenzen, dennoch gibt es genügend Stellschrauben, an denen ein Entwickler drehen kann.

Elac hat sich bei der FS 68 für eine besonders aufwendige, messtechnisch nur schwer darstellbare Art der Abstimmung entschieden, bei der das Winkelverhalten eine größere Rolle spielt als üblich.

Lautsprecher Elac FS 68

© Julian Bauer

Drei Konus-Chassis sorgen für Membranfläche. Der Mitteltöner (rechts) trägt rückseitig eine Kappe zur Minderung von Streufeldern.

Während die meisten Hersteller vorrangig das Verhalten nahe der Hauptachse optimieren und dabei fast zwangsläufig andere Winkelbereiche vernachlässigen, achtet Elac neuerdings verstärkt auf eine homogene Energieverteilung über alle Raumwinkel hinweg.

Dass die Kurven nahe der Hauptachse darunter vielleicht etwas leiden (sprich nicht ganz so linear ausfallen wie gewohnt), nimmt Elac gerne in Kauf. So tritt bei der FS 68 der Bereich um 600 Hertz bei der achsenbetonten Messung etwas nach vorn; tatsächlich wird so das Rundstrahlverhalten des Mitteltöners kompensiert, der diesen Bereich größenbedingt deutlich gerichtet abstrahlt.

Der Mitteltöner verfügt als Besonderheit über eine zweifach gefaltete Sicke, die Reflexionen innerhalb der Membran (ein Alu-Sandwich) mindert. "Glänzen" kann die Elac mit ihrer Schallwand, die in Lack gehalten ist, farblich abgestimmt auf den folienbeschichteten Korpus.

Den Hörern dürfte der theoretische Überbau relativ egal sein, solange die klanglichen Talente stimmen, und da war bei der Elac in der Tat einiges geboten. Wunderbar griffig und detailreich, aber nie schönfärberisch ging die Dreiwegebox zu Werke, sie tönte deutlich spritziger als so manch teurere Box und erzeugte auf Anhieb einen sehr erwachsenen Eindruck.

Elac FS 68

HerstellerElac
Preis800.00 €
Wertung46.0 Punkte
Testverfahren1.0

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