Testbericht

Lautsprecher Finite Elemente Modul XP

Der für seine exquisiten Audiomöbel bekannte Hersteller Finite Elemente ergänzt sein Programm mit der passiven Standbox Modul XP (8700 Euro das Paar). Klang und Wertigkeit sind absolut gediegen.

  1. Lautsprecher Finite Elemente Modul XP
  2. Datenblatt
Lautsprecher Finite Elemente Modul XP

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Lautsprecher Finite Elemente Modul XP
Finite Elemente Modul XP

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Der vordere Teil des Gehäuses schwebt frei über der Sockelplatte. Er wird über Bolzen und Keramikelemente vom größeren, hinteren Teil getragen.

Klangpuristen gelten in Architektenkreisen als vergleichsweise schmerzfrei in Sachen Design und Optik. Dennoch ärgern sich viele, wenn hochwertige Anlagen aussehen, als hätte sie der Kollege Zufall zusammengewürfelt.

Kein Wunder, dass speziell die Boxenhersteller verstärkt in Design und Wertigkeit ihrer Produkte investieren. Schließlich sind die Schallwandler die auffälligsten Bausteine. Ein harmonischer Gesamteindruck ist dadurch aber keineswegs sicher, denn vielfach hapert es an den passenden Möbeln.

Diese Lücke schließt der sauerländische Rack- und Zubehörhersteller Finite Elemente mit einem konstruktiv aufwendigen Lautsprechersystem, das perfekt zur hauseigenen Möbelreihe des Typs Modul passt und konsequenterweise denselben Namen trägt.Seit geraumer Zeit schon liefert Finite eine teilaktive Version besagter Box unter der Bezeichnung Modul LS, die stereoplay bereits in der Ausgabe 3/2009 testen konnte. Neu ist die rein passive Modul XP, von der ein großer monetärer Anreiz ausgeht, denn die haptisch und optisch keinen Deut weniger attraktive Schwester ist um mehr als die Hälfte günstiger.

Finite Elemente Modul XP

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1) Ein riesiges Reflexrohr sorgt für eine Erweiterung im Tieftonbereich. 2) Der 10-Zoll-Bass strahlt zur Seite, die akustische Ankopplung ist gelungen. 3) Das Terminal liegt optimal zugänglich knapp über dem Boden. 4) Das schwere Bassgehäuse ruht auf einem separaten Sockel.

Die Chassis für den Mittel- und Hochtonzweig sind in beiden Modellen gleich. Sowohl der 18 Zentimeter große Konus als auch die Metallkalotte stammen vom skandinavischen Spezialisten Scan Speak.

Das Duo ruht in einem flachen und kantigen Kabinett, welches sich vorne über die gesamte Höhe der Box erstreckt. Den Übergang zur Bassabteilung bewerkstelligen Kopplungselemente aus Aluminium und Keramik, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie verbinden beide Teile unverrückbar und unterbinden die Übertragung von Resonanzen.

Die Mechanik ist bei Finite vom Allerfeinsten

Sehr viel größer sind die Differenzen im Bassbereich: Der Passivversion fehlt nicht nur das Verstärkermodul mitsamt seinen Einstellmöglichkeiten, sondern auch der zweite Tieftöner. Einen Teil dieser abgehenden Membranfläche kompensiert ein Bassreflextunnel, den die teilaktive als geschlossenes System nicht vorweisen kann.

Finite Elemente Modul XP

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Der vordere Teil des Gehäuses (links) ist mit der Basskammer über Aluprofile (innen versteckt) sowie diverse Keramikelemente und Bolzen fest verblockt. Beide Teile können so unbeeindruckt voneinander arbeiten.

Zudem verfügt die Passivversion über größere Bassgehäuse, die so hoch sind wie der vordere Teil der Box. Bei der teilaktiven Lautsprechervariante ist der hintere Teil rund ein Drittel niedriger und entsprechend kleinvolumiger.

Die anfänglich überraschenden Gehäuseunterschiede sind der Arbeitsweise geschuldet. Der Aktivzweig kann große Teile des eigentlich notwendigen Volumens elektronisch simulieren. Die Passivbox muss das gewünschte Übertragungsverhalten auf konventionelle Weise durch ein zu den Chassisparametern und zum Reflextunnel passendes Gehäusevolumen erzielen.

Soweit die Theorie, doch was sagt die Praxis? An die sagenhafte untere Grenzfrequenz von 22 Hertz, die die Teilaktive seinerzeit zustande brachte, konnte die Passive im Messlabor nicht anknüpfen, doch mit 34 Hertz muss sie sich gemessen an Preis und Machart keineswegs verstecken.

Beim Thema Maximalpegel gerät die XP ebenso ins Hintertreffen, doch 2 Dezibel weniger sind gewiss kein Beinbruch. In der Praxis hängt die erzielbare Lautstärke allgemein sehr vom verwendeten Verstärker ab, der von der Passivversion erheblich stärker belastet wird und daher in jedem Fall potenter ausfallen sollte.

Die enorme Gelassenheit fasziniert hochgradig

Die teilaktive Version hatten die Tester als überaus kontrolliert und kultiviert aufspielende Edelbox in Erinnerung. Getreu dem Motto "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" ließen sich die damaligen Klangeindrücke annähernd eins zu eins auf die Passivversion übertragen. Auch die erwies sich als betont unaufgeregter, beinahe geruhsam agierender Rassewandler, der Lebendigkeitsfanatiker anfänglich kalt lassen dürfte.

Die aber sollten sich nicht zu früh abwenden, denn nach einer gewissen Eingewöhnung begeisterte die Finite mit einer sagenhaft gelösten und bassprallen Ansprache ohne jede Lästigkeit und Effekthascherei. Es war tatsächlich so, als würde der Box der übliche Störteppich aus Gehäusegeblubber und übersprechenden Zweigen komplett abgehen.

Dabei tönte die Finite Elemente keineswegs so anspringend und spritzig wie beispielsweise die Focal Electra 1038 BE II für 9200 Euro, die aus dem großen Vergleich in Heft 4/2010 als strahlender Sieger hervorgegangen war. Die Modul bewies andere Meriten. Trotz ihrer Gelassenheit durchleuchtete die Sauerländerin selbst komplexeste Klangkörper mühelos, ohne der Musik einen Stempel aufzudrücken. Vielschichtige, weder musikalisch noch klanglich auf Knalligkeit gezüchtete Alben wie "Good Life" des Pianisten Monty Alexander (Chesky Records) erhielten so eine überragende Rasse und Rundheit. Für ihr herrlich unprätentiöses Wesen verdient die XP die Aufmerksamkeit aller Genießer.

Finite Elemente Modul XP

HerstellerFinite Elemente
Preis8700.00 €
Wertung60.0 Punkte
Testverfahren1.0

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