Testbericht

Lautsprecher Focal Electra 1038 Be II

Die Focal Electra 1038 Be II (9200 Euro das Paar) glänzt mit großer Geschlossenheit und eignet sich für alle Stile und Erwartungen. Sie verkraftet hohe Pegel, löst genauestens auf und wirkt wie der berühmte Fels in der Brandung.

  1. Lautsprecher Focal Electra 1038 Be II
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Lautsprecher Focal Electra 1038 Be II

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Lautsprecher Focal Electra 1038 Be II

Schallwandler mit dem Familiennamen "Electra" hat der französische Boxenspezialist Focal schon seit einigen Jahren im Programm. Oberflächlich Denkende könnten so auf die Idee kommen, die vor wenigen Monaten gestartete zweite Generation der gehobenen 1000er-Baureihe mit Beryllium-Hochtöner sei lediglich ein Facelift.

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Der stark verfeinerte Beryllium-Hochtöner der zweiten Generation nutzt ein großes Volumen zur Dämpfung und arbeitet hinter einer formschönen Front.

Doch in Wahrheit hat Focal alle Details seiner nach Utopia aufwendigsten Baureihe auf den Prüfstand gestellt. Die Chassis sind stark verfeinerte Weiterentwicklungen mit zahlreichen kleinen Detailverbesserungen. Das Design wurde behutsam modifiziert und wirkt weniger martialisch als bisher, besitzt aber nach wie vor einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Box wirkt wie für die Ewigkeit gebaut

Neu hinzugekommen ist eine dritte Farbausführung mit dem Namen "Slate Grey", Ton-in-Ton in Grau und Schwarz. Das neue Spitzenmodell der Serie heisst Electra 1038 Be II und setzt in Bezug auf Wertigkeit und Solidität Maßstäbe, die weit über die Klasse hinaus reichen. Dass nicht am Material gespart wurde, zeigen Wandstärken von bis zu 50 Millimeter wie auch der Blick auf die Waage: Die 1038 klotzt mit satten 51 Kilogramm; so viel wie keine andere im Feld.

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1) Für den an oberster Stelle sitzenden Mitteltöner wurde ein separates Volumen abgetrennt, das sich nach hinten verjüngt. 2) Zahlreiche Versteifungen im Bereich der Tieftöner mindern Gehäusevibrationen. 3) Das riesige Bassreflexrohr zeigt nach unten.

Ein nicht unerheblicher Teil der prachtvollen Masse geht auf das Konto der neuen, 18 Zentimeter großen Basschassis, deren Sandwichmembranen nunmehr lasergeschnitten sind, was helfen soll, Maßhaltigkeit und Steifigkeit nochmals zu verbessern. Gleich drei Exemplare der ganz auf Signaltreue und Verzerrungsarmut getrimmten Treiber kümmern sich um den Bassbereich und sichern dem Tonmöbel Schalldruckreserven, die fast schon als bühnentauglich zu bezeichnen sind.

Ein etwas kleineres Chassis kümmert sich an oberster Position um mittlere Frequenzen zwischen 350 und 2200 Hertz, bevor der neue Berylliumhochtöner ins Spiel kommt, zweifelsohne das Sahnehäubchen der neuen Serie.

Der sündhaft teure Treiber - als Ersatzteil für 700 Euro gehandelt - entspricht bis auf den etwas schwächeren Antrieb und einen marginal geringeren Mechanikaufwand dem der Utopia-Baureihe. Dank der irrsinnigen Steifigkeit der von Focal selbst hergestellten Beryllium-Membran arbeitet das Chassis auch am obersten Ende des Spektrum praktisch resonanzfrei, anders als preiswertere Hochtönern mit Kalotten aus Aluminium oder Titan.

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1) Einzelabdeckungen hüten die wertvollen Chassis. 2) Gleich drei Tieftöner sichern eine gleichmäßige Raumanregung.

Das Timbre der 1038 erinnerte ein klein wenig an den spektakulären Focal-Klang vergangener Tage mit wuchtigem Oberbass und leicht zurückgenommener Präsenz, die allzu pfeffrigen Klängen die Strenge nimmt und das Hören mit hohen Pegeln angenehmer gestaltet.

Doch tonal waren keine Geschmackstendenzen herauszuhören, so zählte die neue Electra zu den neutralsten Boxen überhaupt. Dazu gesellte sich eine fast schon beängstigende Spielfreude, flankiert von einem ultraexakten, hochsouveränen Bass.

Focal Electra 1038 Be II

HerstellerFocal
Preis9200.00 €
Wertung62.0 Punkte
Testverfahren1.0

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