Testbericht

Lautsprecher KEF Reference 207/2

Seit mehr als 20 Jahren forscht KEF an koaxialen Chassis. Das neue Topmodell Reference 207/2 (20000 Euro pro Paar) zählt zu den besten Schallwandlern seiner Klasse.

  1. Lautsprecher KEF Reference 207/2
  2. Datenblatt
KEF Reference 207/2

© Archiv

KEF Reference 207/2

Einem langjährigen stereoplay-Leser die Vorzüge koaxialer Lautsprecherchassis zu verdeutlichen, hieße Eulen nach Athen tragen. Für die neuen Leser: Das Bemühen, zwei Schallquellen so zu verquicken, dass ihre akustischen Zentren auf einer gemeinsamen  Achse liegen, ist keineswegs die Erfindung einer Marketingabteilung, sondern verspricht handfeste klangliche Vorteile. Es macht die Abstrahlung weniger raumwinkelabhängig und führt zu einer besseren Schalladdition im Übernahmebereich.

Der vermutlich erfolgreichste Protagonist dieser Bauweise ist die international renommierte Boxenschmide KEF, deren Topmodell Reference 207/2 Gegenstand dieses Tests sein soll.Annähernd 20 Jahre ist es her, dass die ersten Modelle mit dem Uni-Q getauften Zweiwegekoax erschienen, den KEF heute in unterschiedlichsten Größen und Qualitätsstufen einsetzt. Etwa sieben Entwicklungsstadien gab es zwischenzeitlich zu kaufen; erst bei den letzten beiden haben Computersimulationen die entscheidende Rolle gespielt.

Kef Uni-Q

© Julian Bauer

Der Uni-Q ist das Vorbild für viele Koax-Systeme.

Der aktuelle Top-Uni-Q, der auch die kleineren Modelle der Serie ziert (siehe Hefte 4 und 7/2007), hat mit seinem Urahn allerdings kaum noch Gemeinsamkeiten - Klirrverhalten und Bandbreite sind um Welten besser. Die neueste Generation verfügt über eine betont flache äußere Membran und einen ebenso breitbandigen wie belastbaren Hochtöner, der ohne den Supertweeter der ersten 207 auskommt, dem haushohen Sieger im großen Superboxenvergleich vom Januar 2003.

Untergebracht ist das durch zahlreiche Patente gegen Raubkopien geschützte Meisterwerk in einem rundlichen Einzelgehäuse, dessen Form sowohl Kanteneffekte (Welligkeiten im Frequenzgang) als auch interne Reflexionen (Transparenzschwächen) gründlichst vermeidet.Das übrige, weit voluminösere Gehäuse füllen drei jeweils rund 12 Zoll große Konustreiber, von denen der oberste nur das vergleichsweise schmale Frequenzband zwischen annähernd 120 und 350 Hertz abdeckt.

Reference 207/2 Weiche

© Julian Bauer

Die ausgefuchste, hochkomplexe Frequenzweiche

Tieftöner im klassischen Sinne sind die unteren beiden, assistiert von einem großvolumigen, bodennahen Bassreflextunnel. Die aktuelle 207 ist elektrisch gesehen ein Vierwegesystem mit einer sehr komplexen Frequenzweiche, welche die annähernd dreieckige Sockelplatte (siehe Foto) komplett belegt. Klangtüftlern bietet das erstklassige Anschlussterminal drei auftrennbare Zugänge wie auch Stellschrauben für kleinere tonale Korrekturen.

Selbige blieben beim Hörtest unangetastet, denn die 207/2 spielte bereits in der messtechnisch mustergültig linearen Werkseinstellung (siehe Schalldruckkurve in der Tabelle rechts) sagenhaft stimmig und wohltemperiert - plug and play würde ein Computerfan sagen.

Das handwerklich herrlich gediegen verarbeitete Flagschiff enthielt sich jeder Bevormundung und öffnete so den Blick bis in die hintersten Winkel musikalischer Ausdrucksweisen.Trotz ihrer stupenden, jederzeit mehrheitsfähigen Neutralität schien die 207/2 vor Spielfreude förmlich zu bersten. Die legendäre 800 D des Erzrivalen B&W tönte im direkten Vergleich deutlich zaghafter. Doch die preisgleiche, dynamisch ruhiger agierende Wettbewerbsbox dröselte das Geschehen kaum weniger gut auf und offenbarte speziell im Hochtonbereich das samtigere Timbre.Den Durchmarsch der KEF konnte das nicht verhindern, denn die 207/2 war über alle Disziplinen hinweg der livehaftigere Schallwandler. Hut ab, die 20 Jahre Entwicklungszeit haben sich wahrlich gelohnt.

KEF Reference 207/2

HerstellerKEF
Preis20000.00 €
Wertung64.0 Punkte
Testverfahren1.0

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