Testbericht

Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

Nach dem Riesenerfolg seiner großen Palladium-Standbox bringt Horn-Pionier Klipsch nun mehrere kleinere Ableger an den Start. Die kompakte P 17 B (4000 Euro das Paar) ist speziell für knapp geschnittene Räume gedacht.

  1. Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B
  2. Datenblatt
Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

© Archiv

Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

Die Einführung von neuen Produkten verläuft in allen Branchen nach demselben Strickmuster: Als erstes erscheinen die prestigeträchtigen Topmodelle, die Brot-und-Butter-Versionen müssen warten. Motorjournalisten sprechen vom Ferrari-Effekt: Kaum jemand kann sich das neueste Modell leisten, doch alle wollen wissen, wie es fährt. Gekauft wird ein Fiat 500, der mit dem Supersportwagen so gut wie nichts gemeinsam hat, aber doch aus dem gleichen Stall stammt.

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© Julian Bauer

Die horizontale Maserung verleiht der Box eine betont eigenständige Optik. Drei Farbvarianten (hier "Natural) stehen zur Wahl. Das Bi-wiringfähige Terminal ist ebenso wuchtig wie stabil.

Freunde des amerikanischen Hornspezialisten Klipsch tun sich beim Downsizing deutlich leichter. Fans, denen das mannshohe Flaggschiff P 39 F für immerhin 16_000 Euro (stereoplay 3/2008) zu groß erscheint, beglückt der Hersteller seit kurzem mit technologisch gleichwertigen, aber kleineren Ablegern bis hinunter zur vergleichweise kompakten P 17 B für gerade mal ein Viertel des Preises.

Erfreulicher Weise ist das Einstiegsmodell keinen Deut weniger gediegen gestaltet. Spaltmaße und Oberflächen wirken sogar perfekter als seinerzeit beim Topmodell, dessen Testmuster der Nullserie entstammten. Die kleine Palladium basiert auf den gleichen, irrsinnig belastbaren Horntreibern, die auch die Schwestermodelle beflügeln.

Wie gehabt sichern ausgeklügelte Schallführungen eine deutlich innigere Kopplung zwischen Membran und Raumluft als bei konventionellen Aufbauten, sodass kleinste Auslenkungen genügen, um mächtig Schalldruck zu erzeugen.

Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

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Die beiden Horntreiber (links der Mitteltöner) überraschen mit ihrer komplexen Bauweise. Dazu kommen noch die vorgesetzten Schallführungen, die hier der Übersichtlichkeit halber nicht abgebildet sind.

Die Unterschiede zur P 39 liegen vorwiegend im Gehäusevolumen und im Bass. Während das Topmodell auf drei jeweils 23 Zentimeter große Tieftöner zugreift, muss die ungleich zierlichere P 17 mit einem Basschassis auskommen, das obendrein etwas kleiner ausfällt. Dank niederohmiger Auslegung zieht der Einzeltreiber dennoch in etwa den gleichen Strom und erreicht wegen geschickter Abstimmung sehr ähnliche Tiefbassfähigkeiten.

In Sachen Pegel und Wirkungsgrad läuft das Topmodell dafür uneinholbar vorn. Der vorwiegend vom Bassbereich bestimmte Endschalldruck liegt satte 14 Dezibel höher, gleichzeitig ist die Empfindlichkeit im gesamten Frequenzbereich signifikant besser, der Wattbedarf nicht mal halb so groß.

Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

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Der Bass: Die mattgrau schimmernde Membran des Basstreibers basiert auf einem Mix aus Aluminium, Rohacell und Kevlar.

Tonal gerieten die Unterschiede denkbar gering: Bei der Kompaktbox ist der Bereich unterhalb 120 Hertz in Relation zu den Mitten etwas leiser, was in kleineren Räumen bis etwa 25 Quadratmeter oder bei wandnaher Aufstellung kein Nachteil sein muss, im Gegenteil.

Von klanglichem Interesse waren weniger die schieren Schalldruckreserven (Werte um etwa 100 Dezibel erreichen auch herkömmliche Kompakte) als vielmehr die Art, wie die Klipsch mit Dynamikanforderungen aller Art umging.

Während Wettbewerber wie Opera Callas (stereoplay 10/2008) oder Sonus Faber Cremona Auditor M (2/2008) mehr die Schönheit und Aura des Ganzen betonten, zeigte sich die Klipsch als Verfechter der trockenen, bisweilen auch kantigen Gangart, die selbst im heftigsten Forte nichts glättet und keine Details unterschlägt, die bei konventionellen Boxen mehr oder minder elegant in soften Aufhängungen und auf Klirrharmonie getrimmten Antrieben hängen bleiben.

Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B

© Julian Bauer

Der Mitteltöner: Drei Neodymmagneten befeuern die nach innen gewölbte, tief im Horn versteckte Alumembran des Mitteltontreibers.

Um den glasklaren Anti-Wellness-Charakter der Klipsch zu entdecken, bedurfte es nicht mal großer Orchester oder flegelhafter Pegel, da genügte ein aus voller Brust schmetternder Operntenor, den die P 17 kaum minder schmierfrei und unverbastelt aus der Tonkonserve heraus in den Raum katapultierte, als es die große Schwester vorexerzierte.

Auch die kleine Palladium blieb nicht völlig verfärbungsfrei, doch selbst gegenüber so hochneutralen Exemplaren wie einer Thiel SCS 4 (Test 7/2008) blieben die Verschiebungen in einem Rahmen, den man getrost unter der Rubrik "persönliche Note" verbuchen kann.Was Schallführungen im Ernstfall leisten, zeigte die P 17  B bei feurigen Salsa-Rythmen mit Bläsern und Schlagwerk.

So knüppelhart und doch unangestrengt, so dynamisch lebensecht klingen am Ende halt doch nur gut gemachte Hörner wie dieses hier.

Klipsch Palladium P 17 B

HerstellerKlipsch
Preis4000.00 €
Wertung52.0 Punkte
Testverfahren1.0

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