Testbericht

Lautsprecher Martin Logan Source

Dipolspezialist Martin Logan lässt mit der Source für 2750 Euro Normalverdiener am wachsenden Erfolg teilhaben. Die Preise fallen, wogegen die Klangqualität immer weiter steigt.

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Martin Logan Source

© Archiv

Martin Logan Source

Zeiten gab es, da waren Flächenstrahler so richtig heimisch nur bei Masochisten mit prall gefülltem Geldbeutel und stark erhöhtem Spieltrieb. Noch anfangs der 90er Jahre war Praxistauglichkeit bei Elektrostaten oder gar Magnetostaten - letztere sind mittlerweile fast völlig verschwunden - eher ein rotes Tuch als eine audiophile Selbstverständlichkeit, trotz saftiger Preise und bisweilen raumfressender Abmessungen.

Mal brachten Impedanzlöcher nahe Null die Verstärker zur Weißglut, mal waren es ebenso rätsel- wie mimosenhafte Reaktionen auf Boxenkabel oder Raumakustik. Und selbst nach Überwindung aller Hürden war die Hörzone meist winzig, und beim kleinsten Pegelgewitter holte lautstarkes Krachen und Poltern auch die audiophilsten Träumer zurück auf den Boden der Tatsachen.

Martin Logan Source

© Julian Bauer

Hinter der Abdeckung steckt ein tonal wie dynamisch bestens eingebundener Basstreiber.

Dass die Wehwehchen heute so gut wie verschwunden sind, haben Klanggenießer vor allem dem amerikanischen Spezialisten Martin Logan zu verdanken, der die technisch so faszinierende Gattung in langwieriger Feinarbeit zu immer neuer Blüte treibt und sein Innovationstempo in jüngster Zeit noch erheblich beschleunigt hat. Die mittlerweile stark automatisierte, hochpräzise Fertigung der sensiblen Paneele hat gleich mehrere Effekte: Die Produkte werden leistungsfähiger, robuster und preiswerter.

Jüngster Streich der Amerikaner ist ein Einsteiger-Modell mit dem treffenden Namen Source, ein zierlicher Zweiwege-Hybrid mit konventionellem 8-Zoll-Tieftöner und Konus aus Papier. Das weite Feld der Mitten (ab 470 Hertz) und Höhen besetzt ein ganzflächig angetriebenes Folienpaneel, dessen Bandbreite von 6 Oktaven jeden Boxenfan hellhörig macht.

Design und Abmessungen stammen vom erst kürzlich eingeführten Bruder Purity (Test in Heft 12/2007), der für paarweise 1000 Euro mehr andere Basschassis, eingebaute Verstärker wie auch aktive Frequenzweichen mitbringt.

Der bei Hybriden früherer Generationen oftmals indifferente Grundtonbereich war beim Source von großer Homogenität und  Wärme, das ganze Klangbild von magischer Präzision und Schnelligkeit geprägt. Dem Source zu lauschen war ein Vergnügen der ganzheitlichen Art. "Could You Believe", der viel gerühmte, audiophile Schmusesong von Sabina Sciubba aus ihrem Album "Meet Me In London" (Naim-CD) gestaltete sich so ergreifend wie eine Privataudienz bei leibhaftigen Musikern: konzentriert, filigran und herrlich temperamentvoll.

Selbst eingefleischte Anhänger konventioneller Kastenboxen mussten zugeben, dass der Source unglaublich sanft, raumgenau und hochauflösend klingt. Nie zuvor war Weltklasse-Sound so erschwinglich, nie der Nachholbedarf herkömmlicher Schallwandler offensichtlicher.

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