Testbericht

Lautsprecher Teufel Motiv 10

Aluminium-Gehäuse plus Dipol-Boxen plus Top-Subwoofer schon für knapp über 1000 Euro: Mit dem Motiv 10 (1200 Euro) übertrifft sich Teufel wieder einmal selber.

Lautsprecher Teufel Motiv 10

© Archiv

Lautsprecher Teufel Motiv 10

Fragt man die Vertriebsspezialisten der bekannten Boxenmarken nach 5.1-Sets, winken die in der Regel müde ab: "Lohnt sich kaum noch. Seit Jahren rückläufig." Fragt man hingegen den Geschäftsführer vom Berliner Lautsprecher Teufel, Thorsten Reuber, erntet man in der Regel ein frohlockendes Grinsen und die Antwort: "Wächst immer noch. Zum Teil im zweistelligen Prozentbereich." Teufels überraschend stabiler Erfolg in diesem schrumpfenden Markt provoziert die Frage, was die Berliner wohl anders oder besser machen als die Konkurrenz.

Lautsprecher Teufel Motiv 10

© Julian Bauer

Hier erkennt man den wahren Heimkino-Spezialisten: Die Rearspeaker sind nach alter THX-Sitte als Dipole (Treiber nach vorn und nach hinten) aufgebaut. Das erweitert den Raumeindruck beträchtlich.

Zum Beispiel kennen sie sich im Heimkino bestens aus; kein anderer Hersteller hat so viele THX-Systeme im Programm. Und sie schnüren einfach attraktive Pakete. Im Motiv 10 beispielsweise finden sich für 1200 Euro fünf Satelliten im edlen Aluminium-Gehäuse plus zwei elegante Ständer für die beiden Frontboxen. Komplettiert wird das Set durch einen stattlichen Subwoofer, der dank seiner wohnraumfreundlichen Dreiecks-Grundform - da hat wohl einer mitgedacht -  gut in die Ecke passt. Mit seinem 10 Zoll-Bass und der 250-Watt-Digitalendstufe (zusammen 18 Kilo Lebendgewicht) würde der A 1000 SW auch außerhalb des Sets eine prima Figur abgeben.

Wie übrigens auch die Rear-speaker. Die M 10 D haben eine beidseitige (Dipol-) Hoch/Tiefmittelton-Bestückung, siehe Bild unten. Diese spezielle Lautsprecherart ist bei nicht THX-lizensierten Heimkinosystemen ein bisschen aus der Mode gekommen, sorgt aber bei entsprechend aufgenommenen Filmen oder Musik-DVDs für den viel imposanteren Raum.

Lautsprecher Teufel Motiv 10

© Julian Bauer

Front- und Centerspeaker des Motiv 10 sind baugleich. Die schicken Ständer für die vorderen sind kein Muss - die Miniboxen haben auch eine eingebaute Wandhalterung.

Der beste Effekt stellt sich ein, wenn Sie die Rearboxen auf etwa 1,5 Meter Höhe an den Seitenwänden auf einer Linie mit dem Hörplatz anbringen. Hier wären noch Wandhalter im Beipack schön gewesen...

Das Messlabor ermittelte bei den Satelliten eine untere Grenzfrequenz von 131 Hertz. Nicht übel. Dennoch sollte am Receiver (oder am Decoder des DVD-Players) eine Übergangsfrequenz von 150 Hertz oder höher eingestellt werden. Das erhöht die Belastbarkeit und die unverzerrte Freude bei Dynamik-Krachern a la "Fluch der Karibik". Und auch für den Subwoofer ist eine hohe Übergangsfrequenz besser: Je mehr Bandbreite er bekommt, desto knackiger klingt er.

Schon im Stereo-Hördurchgang wurde deutlich, dass beim Motiv 10 eine neue Musikalität Einzug gehalten hat. Die Abbildung ist zwar nach wie vor etwas unpräzise, doch im Vergleich zu früheren Teufel-Sets klingt es geschmeidiger, weicher und feiner. Die Härte der Vorgänger war zwar für Heimkino recht brauchbar, doch beim Musikhören  ermüdete sie schnell.

Thorsten Reuber, Teufel-Geschäftsführer

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Die Ausgewogenheit des Systems ließ die Tester auch bei Mehrkanal staunen: Livekonzerte wie Paolo Contes "Nel Cuore del Amsterdam..." kamen mit soviel Ausdruck, Authentizität und so vielen Details, wie man es von Sets dieser Kategorie bislang nicht gewohnt war. Einen nicht geringen Anteil an diesem Auftritt hatten neben dem souveränen Subwoofer auch die Dipolboxen, die einen sehr imposanten Raum aufzogen.

Das Ergebnis ist deshalb eindeutig: Wenn es gut aussehen und nicht viel teurer als 1000 Euro sein soll, dann ist Teufels Motiv 10 ab jetzt der Maßstab, an dem sich all die anderen Sets messen lassen müssen.

Teufel Motiv 10

HerstellerTeufel
Preis1200.00 €
Testverfahren1.0

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