Testbericht

Lautsprecher Thiel CS 2.4 SE

Die Thiel 2.4 SE (8800 Euro) zählt wie gehabt zu den Besten ihrer Liga, doch die Konkurrenz ist stärker geworden. Die SE-Version klingt etwas runder als das Original bei unverändert exzellenter Raumabbildung.

  1. Lautsprecher Thiel CS 2.4 SE
  2. Datenblatt
Lautsprecher Thiel CS 2.4 SE

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Lautsprecher Thiel CS 2.4 SE

Für treue stereoplay-Leser ist die CS 2.4 der amerikanischen Boxenlegende Thiel eine Art ständiger Begleiter, der sieben Jahre nach Erscheinen in leicht überarbeiteter Form nochmal ins Rennen geht.

Rückblende auf den September 2003: Nach langen Monaten des Wartens landet das erste verfügbare Pärchen der damals taufrischen CS 2.4 im stereoplay-Hörraum. Es folgt ein furioser Test inklusive Highlight und der seltenen Auszeichung "Favorit der Redaktion".

In den Monaten und Jahren danach diente die hochneutral und bestechend raumgenau aufspielende Thiel als Arbeitstier im Redaktionsalltag, bei der Überprüfung und Beurteilung von Testgeräten aller Art.

Die Passivmembran kennt keine Nebengeräusche

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Die Frequenzweiche der 2.4 benötigt wie gehabt vergleichsweise wenige Bauteile. Bei der Special Edition kommen sündhaft teure, ausgesucht klangstarke Kondensatoren zum Einsatz.

Nach sieben Jahren Bauzeit wandern Lautsprecher normalerweise ins Museum und werden durch neue, modernere Modelle abgelöst. Bevor dieses Schicksal auch die 2.4 erteilt, hat der Hersteller sich seinen Klassiker nochmal zur Brust genommen.

Das macht Sinn, denn das Konzept der 2.4 ist nach wie vor aktuell. Weit unten auf der leicht geneigten, über 7 Zentimeter dicken Schallwand ist eine ovale Passivmembran montiert, die ihre Energie wie ein Bassreflextunnel aus dem Inneren der Box bezieht. Diese Lösung vermeidet Strömungsgeräusche und filtert höherfrequenten Resonanzmüll.

Darüber sitzt ein runder Tieftöner mit hochfester Metallmembran und irrwitzigen Hubfähigkeiten. Sein Schwingsystem ist weniger auf Schalldruck als auf Sauberkeit gezüchtet. Skeptiker sollten sich den Treiber ruhig mal aus nächster Nähe anhören, er klingt so betörend rein und nebengeräuscharm wie kaum ein anderer.

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Die SE-Version ist auf 300 Stück limitiert und trägt im Bereich des Terminals die Unterschrift des kürzlich verstorbenen Gründers der Firma.

An oberster Stelle thront das Prunkstück der Thiel, ein kleiner Zweiwegekoax, der lediglich eine Filterung zum Bass benötigt, da nur seine äußere Membran elektrisch angetrieben wird. Die Ankopplung der mittigen Hochtonmembran erfolgt rein mechanisch über eine textile schwarze Randaufhängung. Die Wirkung entspricht der eines elektrischen Filters erster Ordnung mit einem Kondensator als Hochpass.

Doch was ist nun neu? Die Weiche der SE-Version ist mit besonders gut klingenden, sündhaft teuren Edelkondensatoren bestückt.

Hinzu kommt eine hochwertige Sockellösung mit auskragenden Stahlfüßen anstelle profaner Spikes in der Bodenplatte und last but not least ein besonders edles Furnier, eine rötlich-lebhaft gemaserte Ahorn-Art.

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© Eine sehr ansprechende Sockellösung mit bester Verstellbarkeit ist bei der limitierten SE-Version Teil des Lieferumfangs.

Die aufgefrischte Thiel hatte glücklicherweise nichts von ihren Meriten verloren. Neutral wie ein Studiomonitor der Extraklasse und vollkommen übertreibungsfrei ging sie zur Sache, dabei wirkte die SE-Version fast noch unspektakulärer als seinerzeit das Original.

Andererseits wurde hörbar, dass sieben Jahre im Boxenbau eine lange Zeit sind. So besaßen ASW und Burmester eine etwas größere Spielfreude, nur bei der Homogenität hatte die Thiel die Nase vorn. Die vergleichbar neutrale Monitor Audio erwies sich als belastbarer. Nach wie vor grandios: die hyperexakte Raumabbildung der 2.4.

Thiel CS 2.4 SE

HerstellerThiel
Preis8800.00 €
Wertung59.0 Punkte
Testverfahren1.0

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