Testbericht

Lautsprecher Thiel CS 3.7

Mit selbst entwickelten und gebauten Lautsprecherchassis vollführt Thiel mit der CS 3.7 für 13800 Euro das Paar klangliche Höchstleistungen.

  1. Lautsprecher Thiel CS 3.7
  2. Datenblatt
Thiel CS 3.7

© Archiv

Thiel CS 3.7

Wie Dynaudio fertigt Thiel seine Schwingsysteme im eigenen Hause und kann dadurch hochspezialisierte Chassis züchten. Das jüngste Werk der Amerikaner ist konsequenter als je zuvor auf Präzision getrimmt, und die beginnt bekanntlich beim Gehäuse. Der rundliche obere Abschluss und die Schallwand sind aus Aluminium-Druckguss gefertigt und von überragender Stabilität.

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© Archiv

Der neue Koax ist eine ungewöhnlich komplexe Konstruktion. Ganz oben ist die Streulinse des Hochtöners zu sehen, etwas unter der Bildmitte die gezackte äußere Membran. Unten am Rand sitzt der Korb, der das Ganze zusammenhält.

Das eigentliche Gehäuse ist aus 15-lagigem Multiplexholz geformt, das unter großem Druck seine finale, leicht gebogene Form erhält. Der Aufbau speichert nur wenig Energie und dient maximaler Neutralität.Die CS 3.7 verfügt über eine Frequenzweiche mit rund 30 Bauteilen.

Trotz der üppigen Bestückung sind die einzelnen Zweige als Filter erster Ordnung ausgeführt, was bei einer Dreiwegebox rein theoretisch auf vier Bauteile hinausläuft, zwei davon vor dem Mitteltöner. Die übrigen dienen der Impedanzglättung oder korrigieren Schallwandeffekte.Thiel verspricht sich von dieser Auslegung ein besonders gutes Impulsverhalten, was sich im Messlabor vollauf bestätigte, wo die CS 3.7 als einzige der Boxen im Feld ein Sprungsignal ohne zeitliche Verfälschung darstellen konnte.

Die sanften Filter stellen für die Chassis eine besondere Herausforderung dar, denn die Übertragungsbereiche sind breiter, die elektrische und mechanische Belastung höher.Auch deshalb setzt Thiel durchgängig auf Membranen aus hochfestem Aluminium mit Beimischungen von Magnesium.

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© Julian Bauer

Die floral anmutende Prägung der Metallmembranen sorgt für die notwendige Steifigkeit und ersetzt die traditionelle Trichterform.

Die beiden 10-zölligen Basstreiber (der untere passiv) tragen flache Membranen mit einer deutlich sichtbaren Waffelstruktur zur Versteifung.Für die Mitten ersann Thiel eine wellenförmig geprägte, beidseitig eingespannte Ringmembran, die den zentralen Kalottenhochtöner umzingelt. Der neue Koax (siehe Explosionszeichnung nebenan) ist einer der wenigen Punktstrahler mit weitgehend flacher Formgebung. Der Wegfall des üblichen Trichters vermeidet eine unerwünschte Schallführung für den Hochtöner, die oft zu Problemen führt.

Im Hörtest konnte die Thiel die Reife der Dynaudio mit dem Atem der Sonics verbinden. Ihr Klangbild war über alle Lagen hinweg von überragender Stabilität, es war keinerlei Dröhnen auszumachen, die Feinzeichnung war schlicht sensationell.

Koax CS 3.7

© Julian Bauer

Die alufarbene Mittelton-Ringmembran ist nahezu flach, bildet also keine unerwünschte Schallführung für den zentralen Hochtöner.

Die vermeintlich betulichen Harfen flirrten und strahlten, als wäre die Thiel selbst ein Musikinstrument. Das voll besetzte Wagner-Orchester schien vor Spielfreude nur so zu beben, da stockte manchen Kollegen der Atem. Wagner zäh und langatmig? Nicht mit dieser Box!

Im direkten Vergleich schien die Dynaudio milder, die Sonics launischer. Selbst die hochkultivierte 802 D geriet unter dem Strich gegen die Thiel ins Hintertreffen, denn die herrlich unkomprimiert aufspielende CS 3.7 lag noch näher am Original.

Thiel CS 3.7

HerstellerThiel
Preis13800.00 €
Wertung63.0 Punkte
Testverfahren1.0

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