Testbericht

Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5

Die Wharfedale Diamond 9.5 (550 Euro das Paar) tönte angenehm warm und geschmeidig.

  1. Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5
  2. Datenblatt
Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5

© Archiv

Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5

Bei der Bassreflextechnik der Diamond 9.5, greifen ein oder zwei offene Rohre einen Teil der Schallenergie im Gehäuse auf, drehen es in der Phase und machen es so hörbar. Das erhöht den Wirkungsgrad und entlastet Chassis wie auch Verstärker. Die Rohre sind auf der Rückseite versteckt, was klanglich keinen Nachteil hat solange der Anwender seine Boxen nicht allzu dicht an die Wand stellt. Wharfedale versucht die Rohre so unterzubringen, dass Resonanzen aus dem Gehäuse möglichst wenig nach außen dringen.

Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5

© Heinz D. Kupsch

Oberhalb der Terminals mündet der Bassreflextunnel. Die Klemmen sind ausgesprochen solide und griffig.

Auf einen reinrassigen, sowohl zu höheren als auch tieferen Frequenzen begrenzten Mitteltöner wurde verzichtet. Dahinter stecken einfach Kosten/Nutzen-Abwägungen: Dreiwegekonzepte können nur mit hochwertigen Chassis und aufwendigen Frequenzweichen überzeugend gelingen; beides zusammen sprengt in der Regel das Budget.

Die Diamond 9.5 ist mit zwei Konustreibern bestückt, die gemeinsam den Bassbereich abdecken. Oberhalb 140 Hertz verstummt jedoch einer; die Mittellagen fließen nur einem Chassis zu. In der Fachwelt heißt diese Art der Beschaltung Zweieinhalbwege-Technik. Solche Konstruktionen versprechen ein besonders vorteilhaftes Rundstrahlverhalten.

Beide Chassis sind gleichgroß, die Schwingsysteme jedoch unterschiedlich. Der Mitteltöner (in diesem Fall der obere Treiber) trägt im Zentrum seiner Kevlarmembran einen Phaseplug, der aussieht wie ein Zuckerhut und der Bündelung am oberen Ende des Spektrums entgegenwirkt. Sein Basskollege kann auf diese Art Schallführung verzichten, da sehr tiefe Töne sich sowieso nahezu kugelförmig ausbreiten.

Lautsprecher Wharfedale Diamond 9.5

© Heinz D. Kupsch

Der obere Konus trägt in der Mitte eine Phasennase für eine breitere Abstrahlung. Lobenswert: Die serienmäßigen Spikes.

Das Konzept des Herstellers ist zweifelsohne interessant, doch letztlich helfen TechnikDiskussionen und Messungen nur bedingt weiter. Zum Hörtest stand feinste Referenz-Elektronik bereit, ebenso Boxen aus früheren Tests zum Vergleich. Gehört wurde mit einem breiten Querschnitt aus Pop, Jazz und Klassik.

Stellvertretend hervorgehoben sei das Album "Reprieve" der in New York lebenden Sängerin Ani DiFranco (siehe Pop-CD des Monats in stereoplay 10/2006). Das wunderschöne Album bietet trotz sparsamer Instrumentierung (vorwiegend Gitarre und akustischer Bass) einen enormen Dynamikumfang; die bisweilen energisch auftrumpfende Stimme von Ani DiFranco entlarvt mittelprächtige Boxen im Nu.

Die Diamond 9.5 konnte das variantenreich aufspielende Ensemble in live-verdächtigen Lautstärken übertragen: Partytauglichkeit ist offensichtlich auch bei kleinen Standboxen kaum noch ein Thema.

Sie tönte angenehm warm und geschmeidig, wobei sie räumlich und dynamisch etwas distanziert wirkte, aber keineswegs unsympathisch.

Wharfedale Diamond 9.5

HerstellerWharfedale
Preis550.00 €
Wertung37.0 Punkte
Testverfahren1.0

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