Detachables

Lenovo Thinkpad X1 Tablet im Test

Lenovos Business-2-in-1 Thinkpad X1 Tablet bringt eine überragende Ausstattung mit. Optionale Zusatzmodule machen das Tablet zum Beamer und verdoppeln die Laufzeit.

Lenovo Thinkpad X1 Tablet

© Lenovo

Lenovo Thinkpad X1 Tablet

EUR 2.290,00

Pro

  • sehr schlankes und leichtes 2-in-1-Gerät
  • brillantes, helles Display
  • integriertes LTE-Modem
  • Fingerprint-Reader
  • Stift mit Halter im Lieferumfang
  • drahtlose Dockingmöglichkeit (WiGig)
  • optionale Erweiterungsmodule

Contra

  • mäßige Systemleistung
  • mittelmäßige Laufzeit
  • relativ hoher Preis

Fazit

connect-Testurteil: gut (396 von 500 Punkten)
79,2%

Lenovos aktuelle X1-Serie von Business-Geräten umfasst neben einem All-in-one-PC (Thinkcentre X1) auch drei mobile Computer: ein Ultrabook (X1 Carbon), ein fast baugleiches 360-Grad-Convertible (X1 Yoga) sowie ein Detachable (X1 Tablet). Letzteres haben wir uns für diesen Test genauer angesehen. Da das Schwesterprodukt Lenovo Thinkpad X1 Yoga nach wie vor die connect-Bestenliste anführt, hatten wir durchaus höhere Ansprüche an das 2-in-1-Gerät, die es zumindest teilweise erfüllen konnte. Doch der Reihe nach.

Ähnlich wie das Fujitsu Stylistic R726 soll das X1 Tablet mitsamt Andocktastatur und Stift (beides gehört zum Lieferumfang) nichts weniger als Arbeitsplatz-PC, Notebook und Tablet in einem Gerät kombinieren. Ergänzt um das "Presenter Module" wird sogar auch noch ein Beamer daraus. Der Name täuscht also: Lenovos Business-Flunder ist weit mehr als ein reines Tablet, macht aber auch als solches keine schlechte Figur. Ohne Tastaturcover ist das Gerät nur rund 750 Gramm schwer und 8,5 Millimeter dick. So leichte und schlanke Detachables sind im Testlabor selten zu Besuch. Und auch mit angedocktem Keyboard bleibt das X1 Tablet mit 1059 Gramm ein absolutes Leichtgewicht. Selbst das Ladekabel bringt mit 189 Gramm weniger auf die Waage als sonst üblich.

Lenovo Thinkpad X1 Stift

© Lenovo

Lobenswert: Der Stift gehört beim X1 Tablet ebenso zur Grundausstattung wie Befestigungsmöglichkeiten an Display und Tastaturdock.

Viel Licht und ein wenig Schatten

Die Anforderung, ultramobil zu sein, hat das Detachable also mit Bravour bestanden. Doch kann es auch ein vollwertiges Notebook eins zu eins ersetzen? Was die Ausstattung betrifft, in jedem Fall. Lenovo hat dem 2-in-1-Gerät neben einem USB-3.0-Anschluss einen modernen USB-Typ-C-Stecker verpasst, der auch für die Stromversorgung zuständig ist. Hinzu kommen ein MiniDisplay-Port sowie ein Micro-SD- und ein Nano-SIM-Karten-Slot. Letztere sind hinter dem eigenwilligen, stufenlos verstellbaren Klappständer versteckt.

Für schnelle Verbindungen unterwegs ist ein LTE-Modem an Bord, zur sicheren Authentifizierung steht ein Fingerabdruckleser zur Verfügung. Die Kapazität des verbauten SSD-Speichers ist mit 256 GB nicht weltbewegend, aber vollkommen in Ordnung. Das gilt auch für die Auflösung des 12-Zoll- Displays (2160 x 1440 Pixel), das vor allem durch seine Brillanz und Helligkeit überzeugt. An der gewohnt soliden, höhenverstellbaren Thinkpad-Tastatur mit dem markanten roten Trackpoint und dem eigenwilligen Touchpad gibt es ohnehin nichts auszusetzen. Wer das X1 Tablet auch im Büro nutzen möchte, wird sich zudem über die drahtlose Dockingmöglichkeit per WiGig freuen.

Im Inneren unseres Testgeräts werkelt ein Core-m5-Prozessor aus Intels aktueller Skylake-Serie. Dieser benötigt keine aktive Kühlung, ist also ohne Lüfter komplett lautlos unterwegs, bringt den Mobilrechner aber im Verbund mit 8 GB Arbeitsspeicher nicht so recht auf Trab. Die im Performance-Benchmark gemessenen Werte sind eher mittelmäßig - auch im Vergleich zu anderen Geräten mit Core-m-CPU. Wird mehr Wert auf Leistung als auf Mobilität gelegt, bietet sich das Convertible X1 Yoga als Alternative an - dafür muss man allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen. Auch in Sachen Ausdauer tummelt sich das X1 Tablet mit knapp fünf Stunden in der MobileMark-Simulation eher im Mittelfeld. Wer sich damit nicht zufriedengeben möchte und noch etwas Budget übrig hat, dem sei die Anschaffung des Produktivitätsmoduls ans Herz gelegt, das die Laufzeit auf fast zehn Stunden verlängert.

Lenovo Thinkpad X1 Tablet

© Lenovo

Das Produktivitätsmodul wird einfach zwischen Display und Tastatur geklemmt. Mit dem Zusatzakku lässt sich die Laufzeit des 2-in-1-Geräts nahezu verdoppeln.

Plug and Play

Von Smartphones kennt man das Prinzip bereits - nun ist auch das erste 2-in-1-Gerät mit aufsteckbaren Zusatzmodulen verfügbar. So verwandelt das 210 Gramm leichte "Presenter Module" das Thinkpad X1 Tablet in einen Projektor, der Videos oder Präsentationen an die Wand wirft. Lohnen dürfte sich das allerdings nur für Anwender, die öfter einen ultramobilen Beamer benötigen, denn Lenovo ruft für das Teil stolze 394 Euro auf.

Deutlich günstiger ist die zweite verfügbare Erweiterung: Das "Productivity Module" ist bereits für 161 Euro erhältlich. Wer oft und lange auf Reisen ist, sollte sich dessen Anschaffung in jedem Fall überlegen, denn mit dem Modul lässt sich die Akkulaufzeit des X1 Tablets praktisch verdoppeln. Im Ausdauer-Benchmark hielt das 2-in-1-Gerät mit dem Zusatz jedenfalls fast zehn Stunden lang durch. Mit Zweitakku verlängert sich die Laufzeit um 289 Minuten - das entspricht 22 zusätzlichen Ausdauerpunkten im connect-Test, die das Detachable in die Spitzengruppe unserer Bestenliste katapultieren.

Von daher erscheinen der Aufpreis und 245 Gramm Zusatzgewicht durchaus verschmerzbar, zumal das X1 Tablet durch das Produktivitätsmodul kaum an Kompaktheit einbüßt - lediglich an der Verbindung zwischen Display und Tastatur wird das Gerät etwas klobiger. Praktisch sind in jedem Fall die zusätzlichen Schnittstellen: So bekommt man mit der Akku- Erweiterung einen HDMI-Ein-/Ausgang, einen Anschluss für Lenovos Dockingsystem OneLink+ sowie einen weiteren USB-3.0-Slot. Letzterer ist ladefähig und kann daher beispielsweise genutzt werden, um unterwegs das Smartphone aufzuladen.

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