Smartphone

LG G4 S im Test

Mit dem G4 S stellt LG seinem Topmodell eine schicke Variante für die gehobene Mittelklasse zur Seite. Wie schlägt sich der kleine Bruder des LG G4 im Test?

LG G4 S

© LG

LG G4 S

EUR 176,99

Pro

  • modernes Curved-Design
  • brillantes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung
  • gelungene Benutzeroberfläche
  • 8-Megapixel- Kamera mit vielen Möglichkeiten
  • Frontkamera mit 5 Megapixeln
  • sehr gute Empfangseigenschaften
  • herausnehmbarer Akku
  • Wechselspeicherslot

Contra

  • zu kleiner Nutzerspeicher
  • knappe Ausdauer im Displaybetrieb
  • Bildqualität der Kamera könnte besser sein

Fazit

connect-Urteil: 390 von 500 Punkten (gut)
78,0%

Mit dem LG G4 lieferte das Unternehmen sein bis dato bestes Smartphone ab. Es überzeugte nicht zuletzt mit tollem Design samt Backcover aus echtem Leder und sorgte so für neue optische Reize in der Smartphone-Elite. Nun schicken die Koreaner mit dem S-Modell eine Variante des G4 für die Mittelklasse ins Rennen. Ob das LG G4 S genauso überzeugen kann wie der große Bruder LG G4 (Test)?

Elegantes Glanzstück

Optisch und haptisch weiß das 349-Euro-Smartphone sofort zu gefallen. So trägt das G4 S ein sanft gewölbtes Kunststoffbackcover zur Schau, das hierzulande aktuell in den Farbvarianten Metallic Silber und Keramik Weiß erhältlich ist. Durch seine Ausformung liegt das G4 S angenehm und ohne störende Kanten in der Hand. Wichtiges Detail: Die Rückabdeckung lässt sich entfernen, sodass man bei Bedarf den Akku selbstständig wechseln kann. Unter der Abdeckung verbergen sich auch die Slots für eine Micro-SD-Speicherkarte und die SIM-Karte im Micro-Format.

Die Verarbeitung des LG G4 S kann sich ebenfalls sehen lassen. So gab es beim Testgerät weder störende Spaltmaße noch knarzende Geräusche zu bemängeln. Auch die Tasten zur Steuerung der Lautstärke und Standby-Funktion, die LG-typisch auf der Rückseite des Smartphones zu finden sind, wurden perfekt integriert.

Screenshot Management

© Weka/ Archiv

Im Ordner „Management“ sind praktische Apps zum Thema Akku, Backup und Speicher zu finden.

Tolles Display, knapper Speicher

Ein echter Leckerbissen ist das 5,2 Zoll große IPS-Display. Die Frontabdeckung aus kratzfestem Gorilla Glass 3 ist leicht gebogen und schmiegt sich beim Telefonieren sanft an die Wange. Die Anzeige bietet zudem eine feine Auflösung von 1080 x 1920 Pixel und eine Strahlkraft von maximal 345 cd/m2, die allerdings ruhig noch etwas höher hätte ausfallen können, um bei direktem Sonneneinfall etwas mehr Reserven zu bieten. Was die Darstellung von Inhalten angeht, macht das G4 S einen exzellenten Job: Ob Fotos, Videos oder Spiele – das große Display bringt alles hervorragend zur Geltung.

Als Antrieb dient die Snapdragon-615-Plattform MSM8939 aus dem Hause Qualcomm, die gleich mit acht 1,5 GHz schnellen Kernen für reichlich Dampf unter der Haube sorgt. In Sachen Speicher präsentiert sich das LG G4 S allerdings knausrig: Sind die 1,5 GB an Arbeitsspeicher für ein Mittelklasse-Smartphone gerade noch in Ordnung, so fällt der Nutzerspeicher mit indiskutablen 3,1 GB eindeutig zu klein für diese Preisklasse aus. Da nützt auch der bereits erwähnte Micro-SD-Speicherslot nicht viel.

Screenshot Tastenkombination

© Weka/ Archiv

Die Bedienleiste des G4 S kann vom Nutzer konfiguriert und um zusätzliche Funktionen erweitert werden.

Besser sieht es bei der Connectivity aus, denn mit LTE und HSPA+ hat das G4 S die schnellen mobilen Datenstandards an Bord. Dazu gesellen sich NFC und Bluetooth für den Kurzstreckenfunk. Auf der Vermisstenliste steht lediglich die Kompatibilität zum modernen 5-GHz-WLAN.

Kamera mit vielen Extras

Die Kamerasektion des G4 S ist top ausgestattet. Zwar bietet die Hauptkamera lediglich eine Auflösung von 8 Megapixeln, doch das helle Fotolicht, ein spezieller Spektrumsensor für naturgetreue Farben und der Laser-Autofokus sind top. Zudem erlaubt einem der manuelle Modus, sämtliche Kamerafeatures selbstständig einzustellen. Die Bildqualität ist bei optimalen Lichtbedingungen gut, fällt bei schwierigen Lichtsituationen aber deutlich ab und liefert einen hohen Anteil an Rauschen. Komplettiert wird die Kamerasektion von einer 5-Megapixel-Knipse auf der Front, die die beliebten Selfies in den Kasten bringt.

Screenshot Schnellzugrifftasten

© Weka/ Archiv

Mit den Schnellzugriff-Tasten lassen sich Notizen und Kamera direkt aus dem Standby heraus starten.

Ausgefeilte Bedienphilosophie

Einen richtig guten Eindruck hinterlässt die hauseigene Benutzeroberfläche, die LG über Googles Android 5.1.1 gepackt hat. Sie erlaubt eine intuitive Bedienung und bietet ein hohes Maß an Individualisierungsmöglichkeiten. Nach wie vor nützlich sind die bereits bekannten Funktionen wie Knock On, womit sich durch zweimaliges Klopfen auf das Display die Tastensperre aufheben lässt.

Über die Schnellzugriff-Tasten kann man aus dem Standby heraus mit einem doppelten Druck auf die zugeordnete Lautstärketaste das Notizprogramm Quick Memo+ und die Kamera aktivieren. Selbst die Tastenkombination der Android-typischen Bedienleiste lässt sich beim LG anpassen und sogar um bis zu zwei Funktionen erweitern.

LG G4 S: Seitenansicht

© LG

Curved Design: Das LG G4 S präsentiert sich ergonomisch gebogen.

Gute Vorstellung im Test-Labor

Auch im connect-eigenen Labor lieferte das LG G4 S eine saubere Vorstellung ab. Die Gesprächszeiten erreichen mit knapp über 19 Stunden im GSM- und 6:35 Stunden im UMTS-Einsatz ein gutes Niveau. Die Ausdauer im praxisnahen Mischbetrieb, bei dem die meiste Zeit das Display eingeschaltet ist, fällt mit knapp sechs Stunden jedoch etwas knapp aus. An der Sende- und Empfangsqualität gibt es dagegen nichts auszusetzen, beide liegen sogar auf einem sehr guten, die Akustik auf einem guten Niveau.

Fazit

Wir halten fest: Mit dem G4 S stellt LG seinem Flaggschiff einen schicken kleinen Bruder mit potenter Hardware, cleverer Benutzeroberfläche und tollem Display zur Seite. Die Mankos sind der knappe Speicher und der recht hohe Preis.

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