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LG G6 im Test

Mit seinem extra großem Display bei moderaten Abmessungen möchte das LG G6 eine starke Alternative bei den High-End-Smartphones sein. Ob es reicht, um die Konkurrenz abzuhängen, zeigt der Test.

LG G6

© LG Electronics

LG G6 in weiß, schwarz und metallic.

Es sind keine einfachen Zeiten für LG. Apple, Samsung und Huawei dominieren aktuell den Markt. Und bis vor Kurzem noch unbekannte Hersteller, vornehmlich aus China, holen in großen Schritten auf und wollen ebenfalls etwas vom Smartphone-Kuchen abhaben. Ähnlich schwer wiegt bei LG aber auch die Hypothek, dass das letztjährige Topmodell LG G5​ mit seinem Modulkonzept von den Nutzern nicht wirklich angenommen wurde.​

Neue Ideen müssen also her. Und so setzt das G6 auf ein Display im ungewöhnlichen 18:9-Format und eine Dual-Kamera – und folgt damit Samsungs S8-Modellen​​ und Huaweis P-Riege. Bei der Präsentation auf dem diesjährigen MWC in Barcelona wusste der Newcomer durchaus zu überzeugen. Ob das G6 tatsächlich den Turnaround schaffen kann, klärt der ausführliche Labortest.​

Von Haus aus teuer

Bei der Preisempfehlung steigen die Koreaner jedenfalls äußerst selbstbewusst ein: 749 Euro stehen beim G6 auf der Uhr – deutlich mehr als bei Huaweis P10​ (599 Euro) und nur 50 Euro weniger als bei Samsungs Galaxy S8​. Doch haben wollen und bekommen sind bekanntlich zwei Paar Stiefel: Bereits zum Marktstart war die UVP Makulatur, aktuell ist das G6 im Onlinehandel für rund 550 Euro zu bekommen.​

LG G6

© LG

Das LG G6 ist gegen Wasser, Staub sowie Stöße besonders gut geschützt und in den Farbkombinationen Weiß/Rosé, Schwarz/Anthrazit und Grau/ Silber erhältlich.

​Mit seinem eleganten Look muss sich das G6 jedenfalls nicht vor den Mitbewerbern verstecken. Auch haptisch kann es mit seinem massiven und leicht zum Nutzer hin angewinkelten Metallrahmen sowie kratzerresistentem Gorilla-Glas auf Vorder- und Rückseite auf ganzer Linie überzeugen. Das Glas auf der Rückseite ist zudem sanft abgerundet, so liegt das G6 ausgezeichnet in der Hand. Mit 161 Gramm ist es zwar kein Leichtgewicht, dank recht kompakten Abmessungen passt es aber immer noch in die Hosentasche.​

Die Ein/Aus-Taste ist im oberen Bereich der Rückseite angeordnet und beherbergt auch den Fingerprintsensor, der damit ergonomisch günstig platziert ist und im Test seinen Dienst zuverlässig verrichtete. Praktisch: Mit einem zweifachen Klopfen auf den Touchscreen lässt sich das G6 zum schnellen Check der Nachrichtenlage aus dem Standby aufwecken, ohne dass man es in die Hand nehmen muss.​

Ebenfalls top ist die makellose und perfekte Verarbeitung. Dennoch gibt es ein ärgerliches Manko: Das schwarze Testgerät war auf der Rückseite bereits nach wenigen Sekunden mit unschönen Fingerabdrücken übersät. Hier hat​ LG wohl an der Anti-Fingerprint-Beschichtung der Glasfläche gespart. Auf der Front war dieser Effekt zum Glück nicht ganz so ausgeprägt.​

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Nehmerqualitäten im Alltag

Diese Scharte kann LG aber mit besonderen Eigenschaften des Gehäuses wieder wettmachen. Das G6 ist gegen Staub und Wasser geschützt und erfüllt die IP68-Norm: Das Smartphone kann also bis zu 30 Minuten in maximal 1,50 Meter tiefem Wasser eingetaucht werden. Wie üblich gilt dies aber lediglich für klares Süßwasser und nicht für Salzwasser oder einen Tauchgang im Spülbecken respektive Badewasser.​​

Das G6 kann aber noch mehr, denn es wurde einem Fall- und Stoßtest nach dem US-Militär-Standard 810G unterzogen und erreichte dabei ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis für ein Smartphone. Wir halten also fest: Das LG ist besonders stoßbeständig und sollte auch den einen oder anderen Alltagsrempler klaglos überstehen.​

LG G6

© Screenshot WEKA / connect

Über „Smart Settings“ lassen sich standort- oder funktionsabhängige Connectivity-Einstellungen und App-Starts festlegen. Aus dem Standby heraus kann man die Kamera und die Notizfunktion „Capture+“ schnell über einen doppelten Druck auf die Lautstärketasten starten.

Display mit feinster Darstellung

Absoluter Eyecatcher ist neben dem schicken Outfit aber ohne​​ Zweifel die innovative Anzeige im 18:9-Format. Bereits das Galaxy-S8-Duo von Samsung wartete mit ähnlichen Dimensionen (18,5:9) auf und glänzte mit einem großen Screen bei kompakten Abmessungen. Dies gilt nun auch für das 5,7 Zoll große LC-Display des G6. Es löst mit 1440 x 2880 Pixeln besonders fein auf, sieht mit seinen abgerundeten Ecken sehr modern aus und bietet darüber hinaus auch eine fantastische Wiedergabequalität mit tollen Farben und knackiger Schärfe.​

Als Besonderheit unterstützt das G6 sogar schon moderne Standards wie Dolby Vision und HDR10, wie sie die Streaming-Größen Amazon Prime Video und Netflix zukünftig anbieten werden. So ist das G6 auf die neuesten Technologien bestens vorbereitet.​

Doch auch die Basisdaten der exquisiten LCD-Anzeige stimmen, denn die Strahlkraft ist mit 482 cd/m2 sehr gut und auch das Kontrastverhalten in unterschiedlich hellen Umgebungen kann sich sehen lassen.​

MWC 2017: LG G6 Hands-On-Video

Quelle: WEKA Media Publishing GmbH
Auf dem MWC 2017 konnte connect einen ersten Blick auf das LG G6 werfen.

Abgespeckte Ausstattung

Auch die Connectivity-Ausstattung ist mit LTE Cat. 11, HSPA+, NFC und ac-WLAN auf der Höhe der Zeit. Das gilt leider nicht für den Qualcomm-Prozessor Snapdragon 821, der zwar bei der Performance mit den CPUs von Samsung und Huawei mithalten kann, in puncto Energiemanagement jedoch etwas hinterherhinkt. Der Arbeitsspeicher steht mit 4 GB gut im Futter, der erweiterbare Nutzerspeicher nicht: 32 GB, davon lediglich 21,9 GB frei verfügbar – das ist für ein Top-Smartphone zu wenig.

Lesetipp: Alle Infos zum LG G6 Plus

Die Versionen für andere Länder bieten teils 64 GB, zudem einen speziellen Digital-Analog-Wandler für guten Sound, und unterstützen das drahtlose Laden – die in Deutschland verkaufte Variante des G6 kann mit nichts davon aufwarten. Diese Politik verstehe, wer will.

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