Testbericht

LG KC550

Der Blick auf das aktuelle Produktportfolio von LG zeigt eindrucksvoll die Entwicklung, die der koreanische Elektronikriese in den letzten Monaten gemacht hat; vor allem die jüngsten Handys sorgen mit innovativen Features für Aufsehen. Auch der 5-Megapixel-Slider KC 550.

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Testbericht LG KC550

© Archiv

Testbericht LG KC550

Pro

  • perfekt verarbeitet

Contra

  • hohes Gewicht

Fazit

Connect-Urteil: 403 von 500 Punkten, gut
80,6%

Nach dem edlen Slider KF750 Secret (549 Euro) und dem DVB-T-Hingucker HB620T (399 Euro) gibt es nun wieder Futter für die Massen, und das ist beileibe keine Magerkost: Das brandneue Fotomodell KC550 kostet nur 249 Euro, hat aber dennoch eine 5-Megapixel-Kamera an Bord - günstiger ist eine so hohe Kameraauflösung in einem Handy derzeit nicht zu haben.

Breites Gehäuse, einfache Bedienung

Trotz des Sparpreises lässt LG bei der Verarbeitung nichts anbrennen: Softtouch-Kunststoff auf dem Rücken, chromfarbene Metallrahmen auf der Front - das KC550 ist ein wirklich schmucker Handschmeichler, zudem sitzt von den Tasten bis zum Akkudeckel alles bombenfest. Lediglich das breite Gehäuse und das mit 120 Gramm für ein reines GSM-Gerät recht hohe Gewicht stören ein wenig das Handling.

Frei von Kritik bleibt die Tastatur: Die Schachbrettoptik ist sicher nicht jedermanns Sache, doch die definierten Druckpunkte und die recht üppigen Abmessungen der einzelnen Drücker können im Alltag auf ganzer Linie überzeugen - und darauf kommt es schließlich an. Darüber setzt das enorm helle, mit 2,4 Zoll sehr große Display einen Glanzpunkt und die Inhalte knackscharf in Szene.

Das Hauptmenü des KC550 ist logisch strukturiert und erleichtert mit aufwendig gezeichneten, eingängigen Icons die Suche nach der gewünschten Funktion. Die Unterpunkte in den einzelnen Menüs werden mit großer Schrift dargestellt - doch da die Bezeichnungen kurz sind, kann LG auf eine unübersichtliche Laufschrift, wie sie oft bei Samsung-Handys zu sehen ist, verzichten.

Eine Samsung-Spezialität der positiven Sorte hat sich LG dagegen abgeguckt: Jeder einzelne Menüpunkt kann nicht nur über die Navigationstasten, sondern auch direkt über die Zifferntastatur angewählt werden - so kann der Nutzer flott und zielgenau durch die Funktionsebenen navigieren.

Ausgeprägte Entertainer-Qualitäten

Der Blick auf die Ausstattungsliste weist das KC550 als Multimedia-Allrounder aus: Die 5-Megapixel-Kamera samt Fotolicht, Autofokus und einem von Schneider-Kreuznach zertifizierten Objektiv zeichnet neben Standbildern auch Videos auf. Einen guten Mediaplayer hat das LG ebenfalls an Bord. Er beherrscht alle gängigen Musikformate (MP3, AAC und WMA), die das mitgelieferte Stereo-Headset ordentlich zu Gehör bringt.

Bei Videostandards spielt das LG ebenfalls das volle Programm ab: Neben den Formaten 3GP und MPEG4 gibt es die immer beliebter werdenden DivX-Filmchen auf seinem großflächiger Screen wieder. Alternativ kann man das KC550 sogar an einen Fernseher anschließen, ein optional erhältliches Kabel und der TV-Ausgang machen's möglich.

Die Kamera ins Visier genommen

Die 5-Megapixel-Linse wird im Alltag von einer schwergängigen Metallblende vor Kratzern geschützt. Wird die Blende bewegt, erscheint automatisch das Sucherbild im Querformat auf dem Display - und zwar unabhängig davon, ob die Zifferntastatur aus- oder eingefahren ist.

Die Tasten für den Digitalzoom und den Auslöser hat LG griffgünstig auf der Oberseite des Sliders platziert, die Auswahl- und Navitasten auf der Handyfront übernehmen die restlichen Einstellmöglichkeiten. Gut gelöst ist auch, dass die Navitasten im Kameramodus die Symbole für die einzelnen Funktionen anzeigen. So weiß der Nutzer sofort, mit welchem Button sich das helle Fotolicht, der Bildstabilisator, der Makromodus oder die Galerie anwählen lässt.

Der Blick auf die Fotofeatures zeugt nicht gerade von Sparmaßnahmen. So lassen sich nicht nur die Belichtung, der Weißabgleich und Farbeffekte einstellen, auch die Empfindlichkeit der Linse kann über den Menüpunkt "ISO" angepasst werden. Als ganz besonderes Highlight darf aber die Videoaufnahme gelten, die eine Auflösung von bis zu 720 x 480 Pixeln bei 15 Bildern pro Sekunde bietet und so auf DVD-Niveau liegt.

Über den integrierten TV-Ausgang gibt das LG zudem sämtliche bewegten Bilder dann auch wieder aus, etwa an den heimischen Flachbildschirm. Allerdings muss sich der User ein entsprechendes Kabel selber besorgen.

Wie bei Handykameras üblich, glänzt auch das LG nicht mit einer flotten Auslösezeit; wer rechtzeitig weiß, dass er einen Schnappschuss machen will, sollte vorher den Autofokus ausschalten. Dafür kann die Bildqualität mit geringem Rauschen und guter Farbtreue überzeugen. Da können die Videoaufnahmen nicht mithalten: Filme, die man in der höchsten Auflösung dreht (720 x 480 Pixel), zeigen teils ein deutliches Rauschen und vereinzelte Artefakte bei Kameraschwenks. Trotz dieser Mankos überzeugt das LG KC550 mit einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vielfältige Talente

Spielernaturen freuen sich über insgesamt acht kurzweilige Spiele, von denen sechs den integrierten Bewegungssensor nutzen, ähnlich wie Nintendos Wii. Abseits der Spiele ist der Sensor für das Ausrichten der Bilder aus der Fotogalerie zuständig: Dreht man das Handy beim Betrachten ins Querformat, drehen sich die Bilder automatisch mit, was ausgesprochen komfortabel ist.

Auch sonst kann sich die Ausstattung sehen lassen. So sorgt EDGE für schnelle Datentransfers und Bluetooth inklusive SIM-Access- und Stereo-Audio-Profil für Kontakt zu Zubehör. Der Adressspeicher fasst üppige 1000 Einträge mit jeweils bis zu zehn verschiedenen Merkmalen. Ebenso an Bord: ein E-Mail-Client und ein HTML-Browser für Ausflüge ins Internet. Zum Datenabgleich mit dem Computer liegt eine Software samt Datenkabel im Karton.

Neben Musik und Kontaktdaten kann man übrigens auch Office- und PDF-Dokumente aufs LG ziehen, entsprechende Anzeigeprogramme bringen die Dokumente auf der großen Anzeige des Sliders gut zur Geltung. Einzig beim Speicher geizen die Koreaner: Magere 14 MB bietet das Handy von Haus aus an Kapazität.

Zwar kann man per MicroSD-Karte aufrüsten, muss diese aber auf eigene Faust kaufen - was angesichts des Preises aber in Ordnung geht. Nicht nachrüsten kann man beim Kopfhörer, da ein Adapter für den Anschluss von Fremd-Headsets fehlt. Schade, denn mit einem entsprechend guten Modell könnte man das akustische Potenzial des Players besser ausschöpfen.

Schwache Empfangsleistungen im E-Netz

Konnte das LG in der Kür gefallen, standen im Labor der Testfactory nun die Pflichtübungen auf dem Programm. Um es vorwegzunehmen: Auch hier konnte das KC550 in der Summe überzeugen. Bei den Ausdauerwerten liegt das Triband-Modell mit bis zu 17 Tagen im E-Netz (D-Netz ein Tag weniger) auf gutem Niveau.

Auch die Sprechzeit ist mit etwa sechs Stunden im D-Netz und starken sieben Stunden im E-Netz quasselstrippentauglich. Lediglich bei der Betriebszeit mit eingeschaltetem Display muss das LG seiner hellen Anzeige Tribut zollen: Hier ist nach mittelprächtigen sechs Stunden Schluss. Richtig enttäuschend waren allerdings die Sende- und Empfangsqualitäten im E-Netz, die nicht über die Verbalnote "mangelhaft" hinauskommen.

Nur der recht ordentliche Auftritt im D-Netz-Betrieb rettet dem LG in dieser Disziplin noch ein "ausreichend". Kein Trost, aber dennoch lobenswert ist die in beiden Richtungen gute Akustik beim Telefonieren.

Unterm Strich kann der schicke Multimedia-Slider dennoch starke 403 Punkte auf der Habenseite verbuchen. Wer auf der Suche nach einem Handy mit ausgeprägten Foto- und Videoeigenschaften ist, sollte sich das KC550 also näher anschauen, denn zu diesem Preis gibt es im Moment keine vergleichbare Alternative.

LG KC550

  
HerstellerLG
Preis219.00 €
Wertung403.0 Punkte
Testverfahren0.9

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