Testbericht

LG KC910 Renoir

Ein Bild des impressionistischen Malers Pierre-Auguste Renoir, im vorletzten Jahrhundert geboren und im letzten gestorben, haben die Koreaner als Bildschirmhintergrund vorinstalliert. Ansonsten ist das Kamerahandy in der Gegenwart verankert und könnte ein Bruder des Samsung M8800 Pixon sein.

  1. LG KC910 Renoir
  2. Datenblatt
Testbericht LG KC910 Renoir

© Archiv

Testbericht LG KC910 Renoir

Pro

  • Fehleingaben eine Seltenheit
  • WLAN-Modul
  • echter Blitz
  • gute Auflösung, kräftiger Kontrast

Contra

  • unschöne Flecken

Fazit

Connect-Urteil: 340 von 500 Punkten, befriedigend
68,0%

Entweder arbeiten die beiden koreanischen Hersteller hinter den Kulissen zusammen oder sie schauen kräftig voneinander ab. Selbst optisch ist die Ähnlichkeit zwischen den beiden Kamerahandys verblüffend: Die Maße sind fast identisch, der Touchscreen beim Renoir minimal kleiner.

Testbericht LG KC910 Renoir

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Der 8-Megapixler samt Blitz protzt mit knackscharfen Aufnahmen, WLAN und GPS

Darunter finden sich drei Tasten: zwei Telefontasten und eine, die das Menü mit den Favoriten aufruft. Hier kann der Nutzer die für ihn wichtigsten Funktionen versammeln.

Eine Zurücktaste braucht aber auch das Renoir. LG realisiert diese mit einer kleinen Schaltfläche oben am Display. Der Platz ist nicht gut gewählt: Bedient man das Renoir mit einer Hand, muss sich der Daumen ziemlich strecken, um ranzukommen.

Besser gefällt die Beschränkung der Seitentasten auf das wirklich Nötigste: Das Renoir begnügt sich mit der üblichen Lautstärketaste, der Kamerataste sowie einem Drücker, der das Display gegen ungewollte Eingaben sperrt. Praktisch: Die Tastensperre lässt sich auch direkt durch Halten einer Schaltfläche auf dem Touchscreen lösen.

Touchscreen-Menü: für LG ein alter Hut

Testbericht LG KC910 Renoir

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Per Widgets lassen sich wichtige Funktionen direkt aufs Standby-Display legen

Touchscreen-Handys sind für LG ja schon fast ein alter Hut, schließlich kam das berührungsempfindliche Prada Phone by LG noch vor Apples iPhone auf den Markt. Von Anfang an hat LG eine ganz eigene Benutzeroberfläche geschaffen, die sich die Vorteile eines Touchscreens zunutze macht: Das Hauptmenü verteilt der Hersteller auf vier Reiter, die inhaltlich so klar voneinander abgetrennt sind, dass man gesuchte Funktionen immer dort findet, wo man sie auch vermutet.

Das Renoir reagiert auf Eingaben per Finger sowohl optisch und als auch auf Wunsch mit einer kurzen Vibration, deren Intensität sich im Detail einstellen lässt. Reagierten die allerersten Touchscreen-Modelle nicht immer zuverlässig, waren beim Testkandidaten nach kurzer Gewöhnung an die Oberfläche Fehleingaben eine Seltenheit.

Allerdings: Wenn es an das Eintippen von Text geht, ist eine mechanische Tastatur weiterhin die bessere Wahl - egal ob beim Renoir die virtuelle Handy- oder die virtuelle Schreibmaschinen-Tastatur auf dem Display genutzt wird.

Unschöne Flecken, aber WLAN

Testbericht LG KC910 Renoir

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Der Musicplayer kann nicht überzeugen: Nach jedem Start des Handys muss die Titelliste aktualisiert werden

Eine echte Schwachstelle des Renoir: Bei etwas kräftigerem Druck auf die Anzeige erscheinen unschöne Flecken, wobei es von der erwähnten Schwäche abgesehen tadellos verarbeitet ist.

Als großes Plus bietet das Renoir ein WLAN-Modul, das beispielsweise zu Hause gratis ins Internet führt. Und der integrierte GPS-Empfänger kommt hier auch bei einem Jogging-Assistenten zum Einsatz, der dabei hilft, die zuvor festgelegte Distanz oder Zeit auch wirklich zu laufen.

Nicht so günstig: Der Anschluss fürs Headset ist an der Seite angebracht. Zudem kann sich das Renoir nach dem Einschalten nicht mehr an die im Gerät oder auf der MicroSD-Karte gespeicherte Musik erinnern und muss die Listen der Titel, Interpreten oder Alben jeweils neu erstellen - das dauert selbst bei einer kleinen Musiksammlung länger als zumutbar.

Ein Blitz bringt Licht ins Dunkel

In Sachen Kamera kann das Renoir dafür Boden gutmachen. Dass die Kameraabdeckung von Hand geöffnet werden muss, ist kein Nachteil: Das Renoir erinnert geduldig, wenn die Abdeckung geöffnet oder nach dem Fotografieren wieder geschlossen werden soll.

Testbericht LG KC910 Renoir

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Durch kurzes Tippen aufs Display werden die Einstellungsoptionen transparent eingeblendet

Zudem spendiert LG einen echten Blitz, der die Aufnahmen zwar mit einem leichten Blaustich versieht, aber immerhin dafür sorgt, dass das Renoir auch bei ganz schlechten Lichtverhältnissen einsatzbereit bleibt.

Die Startzeit der Kamera, die Arbeitszeit des Autofokus und die Auslöseverzögerung liegen auf ordentlichem Niveau. Sprich: In turbulenten Situationen, etwa beim Sport, sollte der Autofokus vorab sein Werk verrichten, ansonsten wird sich das gewünschte Motiv nur schwer einfangen lassen.

Teilweise übertriebener Kontrast

Testbericht LG KC910 Renoir

© Foto: Markus Eckstein

Testaufnahme mit dem Renoir: Gute Auflösung, kräftiger Kontrast

Die Aufnahmen des Renoir sind gut scharf, was aber nicht allein an der Auflösung liegt, sondern vor allem am hohen Kontrast, der teilweise helle Stellen etwas übertrieben ausfällt. Folge: Die Bilder wirken zwar knackscharf, aber auch etwas kühler, die Farben teilweise ein bisschen verfälscht.

Bei Einsatz des Blitzes zeigt sich ein Blaustich (siehe Testaufnahme links, das Originalfoto können Sie im Downloadbereich unten herunterladen: rechte Maustaste, "Ziel speichern unter").

Zudem lässt sich übrigens festlegen, ob der GPS-Empfänger die Aufnahmen mit den Geodaten des Orts ihrer Entstehung versieht, allerdings muss die entsprechende Einstellung nach jedem Start der Kamera noch einmal vorgenommen werden.

Knapp bemessen ist der Akku für ein Touchscreen- Handy knapp bemessen. Das 240 x 400 Pixel große Display ist zwar nicht ganz so stromhungrig, dafür fällt die Standby-Zeit relativ kurz aus. Auch die Klangqualität beim Telefonieren fällt einigermaßen gut aus, ebenso die Sende- und Empfangsqualität.

LG KC910 Renoir

  
HerstellerLG
Preis499.00 €
Wertung340.0 Punkte
Testverfahren1.0

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