Testbericht

LG P970 Optimus Black im Test

LG hält das Versprechen, das hellste Smartphone-Display zu liefern: Der 4-Zoll-Touchscreen des Optimus Black ist wirklich eine Pracht.

  1. LG P970 Optimus Black im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
LG Optimus Black

© LG

LG Optimus Black

Mit Superlativen versucht LG der Kundschaft klarzumachen, dass es gute Alternativen zu den Androiden von HTC oder Samsung gibt. Im Optimus Speed liefern die Koreaner das erste Smartphone mit Doppelkern-Prozessor, im Optimus 3D soll das erste Gerät mit 3-D-Display kommen.

Und das LG Optimus Black bringt nun also die hellste Anzeige. Im Test waren das 715 Candela pro Quadratmeter (cd/m2), wenn man die Helligkeit im Einstellungsmenü aufs Maximum hochdrehte. Üblich sind bisher Werte zwischen 200 und 500 cd/m2 bei maximaler Helligkeit.

Auf diese Werte, nämlich 330 cd/m2, kommt das LG Optimus Black mit dem Helligkeitsregler auf der Mittelposition. Dort steht er im Lieferzustand - und das genügt im Alltag auch vollkommen. Lediglich wenn die Sonne direkt auf die Anzeige knallt, kann die Maximaleinstellung noch einen kleinen Vorteil bringen.

Ansonsten sind es vor allem die satten Farben, die hohe Auflösung und die gute Darstellung bei schrägem Blickwinkel, die die Qualität des Displays ausmachen. Nova-Display nennt LG die Anzeige des Optimus Black, die mit 480 x 800 Pixeln die gleiche Auflösung wie die Konkurrenten im Testfeld bietet - auf einem 4-Zoll-Screen macht Android einfach Spaß.

'LG Optimus Black P970

© LG

Viel Raum für eigene Gestaltung

Beim Optimus Black, das den Beinamen P970 trägt, kommt die Android-Version 2.2 zum Einsatz, die hier sieben frei gestaltbare Startbildschirme bietet. Neben Schnellstartern für jeden beliebigen Menüeintrag lassen sich auch einzelne Bildergalerien einblenden und sogar Ordner erstellen, in denen wiederum Menüeinträge zusammengefasst werden können.

Hinzu kommt eine Auswahl an Widgets, die nicht einfach eine Anwendung starten, sondern wie ein kleines Fenster Einblicke beispielsweise ins E-Mail-Postfach gewähren. Dabei stehen nicht nur für viele der vorinstallierten Programme Widgets bereit. Auch manche App aus dem Android Market bringt ein passendes Widget für den Startbildschirm mit.

Selbst das Hauptmenü lässt sich beim LG Optimus Black übersichtlicher gestalten. Als  Alternativen zur typischen Gitterdarstellung gibt es eine Listen-ansicht sowie die Möglichkeit,  die Anwendungen auf mehreren, nebeneinander liegenden Bildschirmen anzuzeigen.

Zudem kann die Standardansicht durch frei definierbare Kategorien strukturiert werden. Standardmäßig landen beispielsweise alle Apps aus dem Android Market unter der Kategorie "Downloads".

Bildergalerie

LG Optimus Black P970
Galerie

Wer will, kann hier weitere Kategorien anlegen und so etwas Ordnung in das im Alltag aufgrund der installierten Applikationen ausufernde Hauptmenü bringen. Platz im Sinne von Speicher ist großzügig vorhanden: Das Optimus Black bietet 1 GB internen Speicher und bringt obendrein eine 2 GB fassende Speicherkarte bei; wer mehr braucht, kann per Micro SD ausbauen. Ganz so rasant wie das Optimus Speed mit Doppelkernprozessor arbeitet das Black zwar nicht, doch ein 1-GHz-Chip sichert die flüssige Bedienung.

Komplette Ausstattung

In Sachen Ausstattung hält das LG Optimus Black locker mit der Konkurrenz mit. Ins Internet geht's per WLAN (alle Standards) oder übers Mobilfunknetz per HSPA (theoretisch 7,2 Mbit/s beim Empfang, 5,76 Mbit/s beim Versand von Daten). Bluetooth, ein A-GPS-Empfänger samt dem navigationsfähigen Google Maps, ein UKW-Radio sowie Bewegungs- und Lagesensoren runden die Featureliste ab.

Die Kamera mit 5 Megapixeln nomineller Auflösung liefert bei guten Lichtverhältnissen farbstarke und detailreiche Aufnahmen. Allerdings spendet nur eine kleine LED zusätzliches Licht, und der Autofokus lässt sich mangels spezieller Kamerataste nicht gezielt steuern - vom Auslösen bis zur Belichtung dauert es über eine Sekunde; zum Einfangen von unruhigen Motiven ist das zu lang.

Die folgende Bildergalerie zeigt Aufnahmen, die mit dem LG Optimus Black geschossen wurden.

Bildergalerie

LG Optimus Black
Galerie
Handy-Kamera im Test

Diese Aufnahmen stammena us der Kamera des LG Optimus Black.

Neben der Hardware-Ausstattung versucht sich LG mit vorinstallierter Zusatzsoftware von der Konkurrenz abzuheben. Dazu gehört neben einem Betrachter für Office-Dokumente, Bearbeitungssoftware für Bilder und Videos auch ein spezieller Modus zur Verwendung des Smartphones im Auto sowie ein zentraler Posteingang, in den nicht nur SMS und E-Mails fließen, sondern auch die letzten Anrufe angezeigt werden. Wer noch etwas vermisst, dürfte im prall gefüllten Android Market fündig werden.

Schlichtes Design

In der Vergangenheit versuchte LG sich mit teils ausgefallenen Designs von der Konkurrenz abzuheben. Das LG Optimus Black kommt eher unauffällig daher, oder anders formuliert: Das schwarze Kunststoffgehäuse lenkt kaum vom knalligen Display ab.

Die Verarbeitung ist tadellos, der Micro-USB-Anschluss oben am Gehäuse verschwindet bei Nichtgebrauch sicher hinter einer aufschiebbaren Abdeckung. Oben findet sich auch die 3,5-mm-Klinkenbuchse für Headsets sowie die kleine Taste, die zum Einschalten des Displays im Alltag häufig gefragt ist. Die typischen Android-Drücker unter dem Display sind als zuverlässig reagierende Sensoren ausgeführt.

An der Verarbeitung gibt es also wenig zu meckern, wirklich edel ist die Anmutung des LG Optimus Black dennoch nicht. Das Kunststoffgehäuse begann im Test nach längerem Gebrauch ein wenig zu knarzen. Der Grund: Unter dem Akkudeckel ist etwas Luft, auf Druck gibt die Abdeckung minimal, aber hörbar nach.

Schwache Ausdauer

Damit lässt sich leben. Wo das LG Optimus Black wirklich schwächelt, ist die Ausdauer. Bei typischer Nutzung hält das Smartphone nur knapp 4:12 Stunden durch. Bei intensivem Einsatz kommt man damit gerade mal über einen Tag. Dabei ist es nicht unbedingt das helle Display, das am Akku saugt. Im Test zeigte sich, dass der Stromverbrauch schon im Stand-by-Betrieb sehr hoch ist. Hier sollte LG mit einem Software-Update nachbessern.

Einstweilen kann sich der Nutzer mit einer bewussten Steuerung der Stromfresser behelfen und etwa in den Einstellungen die Display-Helligkeit herunterregeln. Auch Bluetooth, GPS oder WLAN saugen am Akku, auf diese Funktionen bietet die Statusleiste bei Bedarf schnellen Zugriff. Und wer Datendienste nur über WLAN nutzt, kann in den Einstellungen (Wireless/Mobile Netzwerke) das stromhungrige UMTS-Empfangsteil abschalten und "Nur 2G-Netzwerke" nutzen.

Die Sende- und Empfangsqualität des LG Optimus Black ist durchschnittlich. Im Alltag dürfte das in gut versorgten Gebieten aber keine große Rolle spielen. Als wirklich hervorragend erwies sich im Labor der Klang beim Telefonieren, was die Praxis bestätigte. Insgesamt ist das LG Optimus Black bis auf die Schwächen bei der Ausdauer ein gelungenes Smartphone mit einem herausragenden Display.

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