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Netzwerkplayer

Linn Klimax DS im Test

Der König ist tot, es lebe der König? Dem Vorgänger wie aus dem Gesicht geschnitten, zeigt sich der neue Linn Klimax DS im Inneren nochmals aufgerüstet. Linn stellt mit diesem Streamer die womöglich beste Digitalquelle der Welt vor.

Linn Klimax DS

© Linn

Netzwerkplayer: Die Linn Klimax DS von vorne.

Pro

  • extrem sauberer, von allem Ballast befreiter Digitalklang
  • Exakt/Space-Optimization integriert
  • top verarbeitet

Contra

  • stolzer Preis

Fazit

AUDIO - Klangurteil: 153 Punkte
Hervorragend

Da oben standen sie, unangefochten. Seit Jahr und Tag führten der Linn Klimax DS (Test)​ und sein mit Vorstufenfunktionen aufgebohrter Bruder Klimax DSM (Test)​ die AUDIO-Bestenliste bei den Netzwerkspielern an. Was sollte den beiden schon passieren? Nun, das, was jetzt passierte. Linn stellte AUDIO als erstem deutschen HiFi-Magazin den neuen Klimax DS der jetzt dritten Generation vor – um en passant sich selbst zu entthronen. Gut möglich, dass die Schotten damit gerechnet hatten.

Linn betreibt auf der buchstäblichen grünen Wiese in der Nähe von Glasgow, in einem sich unspektakulär zwischen Feldern und Weiden erhebenden Firmengebäude eine wahre Denkfabrik. Betonung auf beiden Wortbestandteilen. Der ja immer noch inhabergeführte, mittelständische High-End-Hersteller beschäftigt eine beeindruckend große Abteilung namens "Research And Development". Dort denken sich findige Köpfe alles Mögliche aus. Und eben auch das unmöglich Scheinende – eine Verbesserung des Klimax DS.

Der Jahrgang 2016 kostet – festhalten – 18.870 Euro. Hoppsa. Der neue DSM mit zusätzlichen analogen und digitalen Eingängen schlägt mit – nochmal festhalten – 22.490 Euro zu Buche. Wer schon einen DS hat, kann ihn für 4630 Euro (DSM: 4980 Euro) auf den neuesten Stand bringen lassen. Es gilt übrigens noch immer das hochvernünftige Angebot des "Renew": Für 2000 Euro gibt es für die alten Boards ein neues Gehäuse samt Netzteil – der Trend zum Zweitstreamer wird somit megacool und umweltschonend befeuert.

Möglicherweise wirkt es uncool, in diesem Zusammenhang von Sparen zu sprechen. Doch den Schotten schwebt so etwas ähnliches vor. Ihre Anlage der Zukunft sieht so aus: Der DS oder DSM versorgt einen Linn-Aktivlautsprecher.  Aus, mehr braucht es nicht, außer einem Heimnetz, Internetanschluss und einigen LAN-Kabeln. Die auch im neuen DS/ DSM implementierten Programme "Exakt" und "Space Optimisation" sorgen für perfekte Phasenlagen und Anpassung an die Raumakustik. Doch was bei allen Schottenröcken ist denn nun neu am DS, wo sich doch rein äußerlich nichts geändert hat? Schauen wir hinein.

Linn Klimax DS - das Innenleben​

Katalyst DAC Architecture

© Linn

Das Herz des Linn Klimax DS: Hier arbeitet eine überaus aufwendige Digital/Analog- Wandler-Architektur, konstruiert mit dem Anspruch der Perfektion.

Entscheidend für den Klang eines Streamers ist der DA-Wandler. Dessen theoretisches Auflösungsvermögen wird von der Taktfrequenz und der Anzahl der Quantisierungsstufen bestimmt. Linn geht bei der im neuen Klimax angewendeten sogenannten Katalyst DAC Architecture (siehe Exkurs unten) außerordentlich weit.

Mit einer Taktfrequenz von 6,144 Megahertz liegt der neue Klimax über der für DSD128 üblichen Frequenz. Und die ist schon doppelt so hoch wie im ursprünglichen SACD-Format vorgesehen. Zudem arbeitet der neue Klimax nicht mit dem bei DSD üblichen einem Bit Auflösung, sondern mit 6 Bit, was 64 statt 2 Quantisierungsstufen entspricht.

Linn Klimax DS: asymmetrische und symmetrische Ausgänge

© Linn

Der Rücken des Recken: Das Anschlussarsenal ist überschaubar. Asymmetrische und symmetrische Ausgänge, ein LAN-Slot – das wär’s für gewöhnliche Sterbliche. Dann gibt es noch ein RJ45-Buchsenpaar zur Kommunikation mit Linn-Exakt-tauglichen Komponenten und eine RS232-Schnittstelle. Geiz? Linn.

Der Vorteil dieser extremen Wandlungs-Parameter ist, dass etwaige bei der Wandlung entstehende Fehler durch den etwa gegenüber SACD höheren Takt noch weiter vom Hörbereich weggeschoben werden können, wo sie das Anti-Aliasing-Filter besser aussiebt. Die höhere Auflösung reduziert diese extrem hochfrequenten Fehler zudem um theoretisch rund 30 dB.

Die Praxis kann einem derartigen Konzept allerdings die Theorie verhageln, denn die hohe Frequenz und Amplituden-Auflösung nützt nichts, wenn irgendeine Versorgungsspannung Rauschen zeigt oder sich von den zu wandelnden Signalen beeinflussen lässt.

Um das zu vermeiden, wird jede Baugruppe des Katalyst-Wandlers unabhängig, lokal und genau angepasst versorgt. Allein der Modulator zur Wandlung des Multibit- Signals in den 6-Bit/6,144-MHz-Datenstrom hat zwei getrennte Versorgungen, dabei spielt sich dort doch eigentlich alles auf der digitalen Ebene ab.

Bei dem Block, der das digitale Signal in ein analoges übersetzt, sind dann drei weitere Versorgungen nötig. Eine stellt die kritische Referenzspannung des D/A-Wandlers bereit, eine versorgt die Taktaufbereitung für jitterfreie Wandlung, die dritte ist für die analoge Verstärkung zuständig. Eine separat versorgte, extrem rausch- und verzerrungsarme Ausgangsstufe besitzt der Klimax auch noch.

Damit trifft in diesem Gerät die anspruchsvollste hochgetaktete Multibit-Wandlertechnik auf bewährte High-End- Prinzipien höchstgradiger Spannungsversorgung. Das auch die Ausführung brillant gelungen ist, dokumentieren die Messungen aus unserem verlagseigenen Testlabor. Mit einem im ganzen Frequenzbereich gleichmäßigen Rauschabstand von 140 dB ergibt sich eine praktisch vorhandene Auflösung von mehr als 23 Bit. Das ist Rekord.

Innenleben des Linn Klimax DS

© Linn

Die Instrumente des Herrschers: Das Innenleben des Linn Klimax DS von unten. Links der Ausgangsbereich mit den Lundahl-Transformatoren, in der Mitte der geschirmte digitale Eingangsbereich, rechts das effiziente Schaltnetzteil.

Die Qualität des von Linn-Hirnen erdachten Wandlers zeigt sich auch daran, dass keine Brummkomponente das gute Ergebnis stört. "Ein solch sauberes Spektrum habe ich noch nie gesehen", staunte Labor-Mitarbeiter Florian Goisl. Was die Frage aufwirft, inwieweit das in den Testlab-Messungen verbliebene Rauschen und die minimal vorhandenen Klirrreste vom sündhaft teuren Audio-Precision-Messgerät stammen. Klar ist: Gegenüber dem Vorgänger hat die dritte Generation des Klimax technisch noch einen Schritt nach vorne gemacht.

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