Netzwerkspieler

Linn Majik DS im Test

Wer für 2.400 Euro einen überragenden Netzwerkplayer sucht, sollte sich vom Linn Majik DS verzaubern lassen. Der zweitkleinste Spieler der Schotten ist nach der jüngsten Überarbeitung vielleicht derjenige mit dem erstaunlichsten Preis-Klang-Verhältnis.

Linn Majik DS im Test

© Linn

Linn Majik DS im Test

Pro

  • Großformatiger, sehr stimmiger Klang
  • Ausgereiftes Bedienkonzept

Contra

  •  -

Fazit

Der Linn ist der empfehlenswerteste Spieler seiner Preisklasse.
Hervorragend

Mit dem zuletzt getesteten Streaming-Vollverstärker Majik DSM praktiziert Linn die Kunst des perfekten Sowohl-als-auch: Analoge Eingänge und ein erstklassiges Phonoteil treffen auf digitale Inputs und eine extrem ausgereifte, klangstarke Streaming-Plattform. Dieselbe Vielfalt findet sich am Ausgang, wo man die Signale wahlweise am Pre Out analog abzapfen, direkt an ein Paar Passivboxen schicken, über das Linn-eigene Exakt Link einem der hauseigenen Digital-Aktivsysteme übergeben oder via Netzwerk weiteren Playern der DS-Familie weiterleiten kann.

Der 1.100 Euro günstigere Namensbruder Linn Majik DS gibt sich dagegen schon fast spartanisch: Hinein geht's hier ausschließlich per Netzwerkkabel, ausgangsseitig fehlen die Lautsprecherklemmen - ein reiner Netzwerkplayer also, den man dank (deaktivierbarer) Lautstärkeregelung gerne direkt an die Endstufe anschließen darf. Und der gegenüber dem ersten Majik-Streamer aus dem Jahr 2008 nicht teurer, sondern sogar 100 Euro billiger geworden ist.

Prozessor und Speicher

© Linn

LIEBER GLEICH RICHTIG: Prozessor und Speicher des Majik DS (im Bild oben) entsprechen der Urversion und sind auch mit dem heutigen Funktionsumfang noch nicht ausgereizt.

Wäre der Begriff "Schnäppchen" in dieser Preisregion nicht problematisch, hätte er hier durchaus gepasst: Schon mit dem, was er vor sieben Jahre konnte, bot der Majik für damals 2.500 Euro einen üppigen Gegenwert. Seitdem hat er wie alle Linn-Player vieles dazugelernt: synchronen Multiroom-Betrieb, Airplay, Songcast zur direkten Anbindung eines PC oder Mac, die beiden CD-Qualität-Streamingdienste Tidal und Qobuz und last but not least das Raumakustik-Werkzeug SPACE, das eine präzise, sehr feinfühlige Entzerrung des Bass-Frequenzgangs erlaubt und damit in realen Räumen einen mitunter riesigen Klangbonus bedeutet.

Mitgewachsen ist auch das Software-Ökosystem rund um die DS-Player:Von Linn selbst gibt es maßgeschneiderte Serverprogramme und gleich mehrere Steuer-Apps, weitere Optionen kommen von diversen Drittfirmen - Kunden und Händler finden also einen reich bestückten Baukasten für stabile, individuell abgestimmte Lösungen vor.

Die Hardware des neuen Linn Majik DS entspricht weitgehend der des Urmodells. Hinzugekommen sind die beiden Exakt- Link-Schnittstellen, die über gewöhnliche CAT5-Kabel praktisch beliebiger Länge eine ultrastabile, jitterarme Digitalverbindung zu Boxen und Aktivweichen aus der Exakt-Familie herstellen. Die zweite Änderung wirkt dagegen auch außerhalb eines geschlossenen Linn-Systems: Mit einer neuen Clock- Architektur bekommt der D/A-Wandler im DS einen nochmals genaueren Arbeitstakt.

Linn Majik DS

© Linn

WENIG BUCHSEN, VIEL FUNKTION: Der LAN-Port ist der einzige Eingang am Majik, er spielt aber äußerst vielfältige Rollen.

Wie schon bei den verwandten Klimax DSM und dem Majik DSM macht sich die präzisere Zeitbasis in einem deutlich gefestigten Klang bemerkbar. Der neue Majik hatte im Hörraum den etwas schlanken Charakter seines Vorgängers komplett abgelegt, entfaltete im Bass mehr Druck und präsentierte die Musik über das gesamte Frequenzspektrum mit einem wunderbar selbstverständlichen Zusammenhalt. Der Spieler wirkte gehörmäßig und erst recht messtechnisch nicht dunkler oder sonstwie tonal verändert, musizierte nun aber mehr wie der größere Bruder Akurate DS, anstatt wie zuvor an eine klanglich verbreiterte Version des kleinen Sneaky DS zu erinnern.

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Digitale Aktivkette

Ein klarer Fortschritt also, und ein Klangniveau, das selbst angesichts des schon recht hohen Preises einen "überragenden" Gegenwert bedeutet. Digitalklang, der nicht auf Effekte und Kraftmeierei setzten muss, sondern mit einer souveränen inneren Richtigkeit überzeugt, die man erst richtig zu schätzen lernt, wenn sie nach dem Wechsel zu einem anderne Player plötzlich fehlt. In diesem Punkt war der DS auch seinem DSM-Bruder (beide über ihre Pre-Outs gehört) voraus. Die Konzentration aufs reine Abspielen lohnt sich also auch hier.

Fazit

2009 hat der Linn Majik DS schon mal eine Überarbeitung erfahren - ein neues Schaltnetzteil brachte damals klare Klangvorteile. Bei der neuen Clock der 2015er-Version des Majik ist der Fortschritt sogar noch deutlicher herauszuhören. Das macht den Linn endgültig zum empfehlenswertesten Spieler seiner Preisklasse - zumal er ganz nebenbei mit absolut stabilem Praxisverhalten und einem mittlerweile sehr ausgereiften Bedienkonzept überzeugt.

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