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Magnat Magnasphere 33 im Test

Die Magnasphere 33 von Magnat ist eine drahtlose Kompaktbox mit detailstarker Abbildungsleistung und druckvollem Bass. Wie schlägt sie sich im Test?

Magnat Magnasphere 33 weiß

© Magnat

Magnat Magnasphere 33 mit Transmitter TX 11 und Fernbedienung.

Pro

  • schön druckvoll für die Größe
  • hohe Spielfreude

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 86 Punkte; Preis/Leistung: überragend
Gut

Das ist kein Lautsprecher, das ist eine eigene Welt. Magnat hat sich viel Zeit gelassen, um eine aufwendige Gesamtarchitektur zu entwerfen, die auch gleich einen eigenen Namen bekommt: Magnasphere. Zwei Lautsprechertypen gibt es bereits, die Standbox 55​ und die Kompaktbox 33, die wir zum Test bestellt haben. 

Das Set kommt mit einer kleinen Sendebox daher, die überraschend viele Eingänge bereithält. Neben dem klassischen Cinch-Port gibt es einen USB-Zugang – dieser Sender wandelt auch und kann die interne Soundkarte eines Rechners komplett ersetzen. Wer will, kann die Option beispielsweise auch für den optischen Ausgang eines CD-Players nutzen. Hier stehen gleich zwei digitale Eingänge bereit, die bis 24 Bit und 96 Kilohertz feinrastern. Und selbst über die schnelle Bluetooth-Verbindung kommt man in das Sendekästlein hinein.

Magnat TX 11 back front

© Magnat

Die mitgelieferte Box übernimmt nicht nur das Senden auf gleich drei Frequenzen, sie kann auch umfassend wandeln – per USB oder gleich doppelt per optischem Eingang.

Klangentscheidend wird jedoch, wie die Signale an die Lautsprecher gelangen. Für eine hohe Übertragungsstabilität sorgen gleich drei wählbare Frequenzbänder. Der Sender versteht sich auf 2,4 GHz, ebenso wie auf 5,2 und 5,8 GHz. Nun liegt es am Lautsprecher, welches Signal er abgreifen will: Auf der Rückseite kann man der Box drei unterschiedliche Zonen zuteilen und zudem bestimmen, ob sie links, rechts oder mono aufspielen soll. 

Das praxisnahe Konzept: Der Sender strahlt ins Haus, die Lautsprecher suchen sich das Signal aus. Eine umfangreiche Multiroom-Architektur ließe sich damit aufbauen. Die einzige wirkliche Anzeige findet sich deshalb auch auf dem Lautsprecher selbst: Hier kann man auf einem kleinen LED-Display ablesen, wie laut die Magnasphere 33 spielt und welche Quelle anliegt. Die Fernbedienung wird zum entscheidenden Element.

Welche klanglichen Vorzüge hat Magnat seiner neuen Box angedeihen lassen? Da wäre zum ersten eine Class-D Endstufe für jedes einzelne Chassis. Insgesamt 100 Watt stehen bereit – das ist stolz für eine so kompakte Box. Zudem wird per DSP gefiltert. Das ist also ein überaus „schlauer“ Lautsprecher, der genau weiß, wie er seine Membranen zu bedienen hat.

Magnat Magnaspherre 33 black

© Magnat

Magnat hat in die Magnasphere 33 ein kleines LED-Display eingelassen, das die Lautstärke und die anliegende Quelle anzeigt.

Eigenwillig ist die Bestückung: Hier folgt Magnat einer Philosophie aus hart und weich. Im Tiefmitteltöner schwingt beispielsweise eine Sandwich-Membran mit Alukern, der vorn und hinten mit Keramik beschichtet wird. Darüber tönt eine Gewebemembran mit Neodymantrieb, die bis zu stolzen 50 Kilohertz empor reichen soll.

Den Ohren unseres Hörteams bot sich gleich mit den ersten Takten eine Überraschung: Der Kleine kann richtig druckvoll, der Oberbass war trocken, aber schön voluminös. Nach einem flankierenden Subwoofer muss hier niemand rufen. Zuerst legten wir eine unserer Lieblings- Live-CDs auf: Leonard Cohen stimmt seine Songs „From The Road“ an. Das ist großes Klangkino, die Publikumsgeräusche vermitteln Atmosphäre, der Altmeister hörte sich nie besser an.

Auch tontechnisch. Mäßige Lautsprecher kommen mit den vielen Einzelinformationen nicht zurecht, es droht ein Sumpf. Nicht so bei der Magnasphere 33: Sie ordnete die Details und wirkte enorm weit im Panorama. Keine Frage, dieser Lautsprecher kann audiophil. Wieder gefiel der überaus große Druck: Die Endstufen vermögen einiges zu stemmen. Das löste sich recht leicht von den Membranen, insbesondere Cohens Bass-Stimme, die schön gemeißelt vor der Boxenachse erschien.

Magnat Magnasphere 33 Rückseite

© Magnat

Die Magnat lässt sich umfassend in ein Multiroom-Konzept einbinden. Ebenfalls einstellbar: Die Präsenz der Höhen und Tiefen um jeweils +/- 2 Dezibel.

Wie schnell kann die Magnasphere? Hier lieben wir die Aufnahme ausgewählter Mozart-Arien der Sopranistin Lenneke Ruiten. Das ist nicht nur höchste Gesangskunst, auch die Tontechniker von Pentatone haben Außergewöhnliches vollbracht. Die Koloraturen jagen durch einen perfekt gestaffelten Aufnahmeraum. Ist der Lautsprecher zu langsam, droht der Charme der Einspielung unterzugehen. Wieder zeigte die Magnasphere ihre Musizierlaune, sie legte hellen Samt aus, über dem die Sopranstimme jubilierte; herrlich, wie sich die Feindynamik entfaltete, zudem stimmte die hohe Analyse des Aufnahmeraums.​

Könnte die Magnasphere 33 als Monitorlautsprecher in einem Tonstudio auftreten? Dafür fehlt ganz offen gesagt​ das letzte Quäntchen Analyse. Doch gibt es immer dieses lustvolle Moment, wie sie mit Musik umgeht. Was richtig Spaß bereitet, zum Beispiel bei Nick Caves Album „Push The Sky Away“. Da fetzten richtig schöne Bass-Grooves vorbei, in die sich die Magnasphere verliebte. Das hatte Biss und schönen Druck. Dazu freute uns abermals die Stimmabbildung; es war enorm plastisch, wie die Singstimme von Nick Cavevor der Boxen ebene stand.

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Fazit

Ein besonderes Konzept: Magnat hat sehr viel Wissen in seine neue Magnasphere-Serie investiert, die sich zur ganz großen Klanginstallation ausbauen lässt. In der kleinen 33er-Box sind jedoch alle guten Gene schon vereint. Da wäre zum Beispiel die Kraft von wirklich guten digitalen Endstufen. Klanglich gibt es enormen Druck fürs Geld. Stark ist die Abbildungsleistung, dazu gelingt fast alles erstaunlich entspannt. Diese hohe Musizierlust und das Gesamtkonzept machen sie auch noch zur Preisempfehlung.​

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