Wireless-Speaker

Mass Fidelity The Core im Test

Smartes Konzept: Mass Fidelity will die Stereoanlage durch den kleinen Quader The Core ersetzen. Und der zeigte im Test in Verbindung mit einem Subwoofer bemerkenswerte HiFi-Qualitäten.

Mass Fidelity The Core/Core Sub

© Mass Fidelity

Mass Fidelity The Core/Core Sub

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EUR 599,00

Pro

  • schon ohne Sub sattausgewogen
  • mit Bass bis auf Bühne wie eine HiFi-Anlage

Contra

  • Bluetooth ohne Rückkanal für die Lautstärke
  • Einstellung des Subwoofers nicht so simpel wie der Rest

Fazit

audio Klangurteil: 80 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Mass Fidelity The Core - vieles rund um dieses System klingt märchenhaft: Ein kleiner Quader soll eine ganze Anlage ersetzen und den Raum mit dreidimensionalem Klang füllen. Er bedient sich dazu einer Mischung innovativer Technologien, kreuzt Wellenfeld-Synthese (WFS: siehe Kasten) mit Sound-Beamern.

Darüber hinaus streamt Mass Fidelity The Core Musik ohne Zirkus mit dem Router drahtlos via WLAN ins ganze Haus. Er braucht dazu nicht einmal eine App und lässt sich bequem über Bluetooth vom Handy ansprechen. Wer mehr Bass möchte, kann einen drahtlosen Subwoofer zu Hilfe holen. Und wer Sound für seine Gartenparty sucht, kann ihn einfach für zwölf Stunden vom Netz abklemmen und mit dem integrierten Akku verwenden. Ach ja, telefonieren können Sie auch noch darüber. The Core - so heißt der Quader - hat dazu ein Mikrofon an Bord.

Auch die Firma dahinter umgibt etwas Märchenhaftes: Sie sammelte ihr Startkapital über die Crowdfunding-Plattform indiegogo.com ein und ging steil. Die beiden Gründer, Ben Webster und Neil D'Souza, hatten mit ihrem Konzept offensichtlich den Nerv der angepeilten Kunden getroffen. Und die beiden Kanadier gingen professionell vor. Ihr Multiroom-System wirkt äußerst durchdacht und lief im Test sehr stabil.

Der Autor zögert nicht, ihm in einem anderen, mehr auf Convenience bedachten Segment ein Potenzial zu bescheinigen, das es auf seine Art mit dem Marktführer Sonos aufnehmen kann. Dessen System ist komplexer und punktet vor allem durch Einbindung zentraler Musikserver und durch die in die eigene App integrierte Streamingdienste.

Massive Attack

© Mass Fidelity

Der Downfiring-Sub macht auf der Seite stehend richtig Druck. Höher als 60 bis 80 Hz sollte die Übergangsfrequenz wegen der Ortbarkeit durch Grummeln nicht gewählt werden.

Die Grundidee, Musik einfach vom Handy über Bluetooth zum nächstgelegenen Lautsprecher zu funken, um sie von dort über WLAN in weiteren Räumen bereitzustellen, hat Mass Fidelity mit dem Bose SoundTouch gemeinsam - doch dem Newcomer gelingt die konsequentere Umsetzung.

Erstens baut sich die Bluetooth-Verbindung mit geeigneten Android-Phones dank NFC-Nahfeldkommunikation automatisch auf. Zweitens entfällt die umständliche Integration der Core-Lautsprecher in bestehende Netzwerke - die Boxen bauen auf Knopfdruck ihr eigenes WLAN auf. Drittens kann Core auch den Ton von Analogquellen mit 24 Bit/196 kHz in andere Räume verteilen. Durch Kanal-Umschaltung auf der Rückseite des steckbaren Wireless-Moduls lassen sich bis zu vier unabhängige Zonen einrichten. Und viertens spielt The Core auch autark per Akku, was bei Bose nur mit dem alten SoundTouch 10 ging.

Einen Vorteil hat der US-Rivale: Seine 2-Wege-Bluetooth-Anbindung gestattet es nicht nur, die Wiedergabe vom Handy auch über die Fernbedienung zu steuern. Wer damit oder direkt am SoundTouch die Lautstärke regelt, erreicht das synchron am Handy und umgekehrt, was der Core nicht kann.

Mass Fidelity The Core/Core Sub mit Smartphone

© Mass Fidelity

Das Mass Fidelity funktioniert ohne eigene App. Via Bluetooth streamt der User seine Musik zum Core, der sie via WLAN verteilt.

Eine weitere kleine Schwachstelle betrifft den Core Sub. Der lässt sich zwar über Bluetooth umstandslos in Betrieb nehmen und beeinflusst über wählbare Übergangsfrequenzen auch die untere Bereichsgrenze des Cores, der dann mehr Reserven für die Mitten hat. Doch bei der Einstellung kann der Laie schnell verwachsen: Wer den Übergang zu hoch ansetzt, sorgt dafür, dass der Subwoofer selbst bei moderat justiertem Pegel grummelnd zu orten ist.

Bei perfekter Einstellung schien der richtig satte, dabei gut getimte Bass dagegen komplett aus aus dem kleinen Kästchen auf dem Sideboard zu kommen. Oder sagen wir besser, von dort her, wo auch sich auch die anderen Instrumente gruppierten. Denn das Tolle am Mass Fidelity war, dass er so gar nicht nach kleinem Brüllwürfel klang. Das Holographie-Versprechen ging zwar in Hinblick auf eine breite Stereobasis, wie man sie von getrennten Boxen kennt, nicht auf. Dafür erzeugte der Core mit seinem Subwoofer eine stabile Abbildung, die aus dem Nichts zu kommen schien und ließ einen tiefer in den Raum hineinhören als die im Vergleich vordergründig erscheinenden üblichen Bluetooth-Boxen von Bose oder JBL.

Lesetipp

Musikverwaltung

Die tonale Ausgewogenheit und die Bandbreite überzeugten komplett und distanzierten das vom Grundkonzept her ähnliche, aber mit kleinerem Budget umgesetzte Philips Izzy klar. Selbst ohne Subwoofer reichten Schalldruck und Bassfundament locker für ein mittelgroßes Wohnzimmer. Wenn später noch die Einrichtung von 2.1-Systemen möglich ist, vermisst so schnell niemand mehr die übliche Stereoanlage.

Core-Bild-Funktion

© Mass Fidelity

Zwei Breitband-Lautsprecher sitzen auf der Front, einer auf jeder Seite. Der Subwoofer arbeitet im Boden, abgedeckt von einer Metallwanne mit seitlichen Belüftungsöffnungen. Hinten gibt es Analog- und Digital-Eingänge und USB zum Laden des Handys sowie das Funkmodul.

Fazit

Stereo kenne ich zwar irgendwie anders, aber tonal und vom Timing her fand ich das Core echt gut. Auch klasse ist die simple Bedienung. Die unterschiedlichen Zonen regieren sofort synchron, ohne Knacken etwa beim Titelsprung. Allerdings könnte Core bei der Pegelregelung noch nachlegen, weil Handy und Fernbedienung sich nicht austauschen.

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