Testbericht

MC 252 AC

Die Endstufe mit Kultur

  1. MC 252 AC
  2. Datenblatt
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© Archiv

Blitzschnell drosch die Transistor-Endstufe selbst gnadenlos komprimierte und damit enorm fette Bassdrum-Kicks in den Raum. Dream Theaters Drummer Mike Portnoy ("Train Of Thought") hätte jedenfalls mit Sicherheit keine Einwände gegen die bis zu Konzertpegeln hin stabile Performance.  

Aber nicht nur im Kraftraum überzeugte die Mac; auch auf dem viel schwierigeren Parkett der zarten Zwischentöne blieb sie absolut standfest. Die wundervollen Streicher der Wiener Philharmoniker in Cesar Francks d-moll-Sinfonie ("Great Music IV") wogten mal sanft, mal brausend durch die Partitur. Trotz des von Dirigent Carlo Maria Giulini perfekt modellierten Mischklangs blieben die einzelnen Gruppen stets klangfarblich differenzierbar und räumlich perfekt zu orten. Diese feinsinnige Klangkultur im Verbund mit satter Kraft überzeugte bei jedem musikalischen Genre.

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© H. Härle

Kraftpaket: Der gewaltige Netztrafo in der Mitte sorgt für Power pur. Die beiden "Autoformer" links und rechts davon stellen eigene Abgriffe für Zwei-, Vier- und Acht-Ohm-Boxen (rote Anschlüsse) bereit.

Ob es an den makellos abgestimmten "Autoformern" liegt, sei dahingestellt. Diese McIntosh-typischen Transformatoren vor den Ausgängen auch von Transistor-Amps sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse von Lautsprechern - die einen brauchen mehr Strom und weniger Spannung, die anderen mehr Spannung und weniger Strom - stressfrei für die Leistungsstufen bedienen. Tatsache ist, dass in aller Regel die Vier-Ohm-Klemmen den ausgewogensten Klang an die Boxen ermöglichen. So ausgewogen, dass es dem einen oder anderen Juror beim Anschluss sehr mild abgestimmter Schallwandler schon fast zu sanft vorkam. Die KEF Reference 207/2 indes, sonst eher unbestechlicher Aufdecker von Verstärker-Schwächen aller Art (Test 9/07, 20 000 Euro), schien geradezu überzuschäumen vor Spiellaune, im vollem Grundtonsaft badend.

Krönung: Die Kette

Dem Autor entglitt lauschenden Ohres zusehends die sachlich-nüchterne Urteilskraft. Das Bedürfnis, in diesen betörenden Klang-Kosmos abzutauchen, nahm betäubungsmittelgesetzfordernd zu, wenn die komplette Kette aus Player, Pre- und Power-Amp die letzten Einwände wegwischte. Da war ein Spielfluss drin, eine Selbstverständlichkeit von feinsten Nuancen, eine Durchschlagskraft von rasanten Attacken, wie sie sogar wesentlich teurere Anlagen selten hinbekommen.

McIntosh MC 252 AC

HerstellerMcIntosh
Preis5900.00 €
Wertung115.0 Punkte
Testverfahren1.0

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